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Als die Raubritter in Rathenow herrschten

Historischer Vortrag Als die Raubritter in Rathenow herrschten

Rathenow in der Quitzow-Zeit, so lautet der Titel des nächsten Vortrags der Veranstaltungsreihe „8 für 800“ am 8. März im Blauen Saal des Rathenower Kulturzentums. Clemens Bergstedt, promovierter Historiker und Leiter der Bischofsresidenz Burg Ziesar, wird die Zuhörer in die Quitzow-Zeit entführen.

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Der Historiker Clemens Bergstedt kommt am 8. März nach Rathenow.

Quelle: Frank Bürstenbinder

Rathenow. „Rathenow in der Quitzow-Zeit“, so lautet der Titel des nächsten Vortrags der Veranstaltungsreihe „8 für 800“, die aus Anlass des 800-jährigen Jubiläums der Stadt Rathenow aufgelegt wurde. Clemens Bergstedt, promovierter Historiker und Leiter der Bischofsresidenz Burg Ziesar, wird die Zuhörer am Dienstag, den 8. März, im Blauen Saal des Kulturzentrums mit einer turbulenten Epoche der Rathenower Stadtgeschichte vertraut machen.

Nachdem sich der Potsdamer Historiker Lutz Partenheimer am 9. Februar in dem Eröffnungsvortrag der Reihe mit der Ersterwähnung Rathenows 1216 beschäftigt hatte, wird Bergstedt einen Blick auf die beiden nachfolgenden Jahrhunderte werfen. In den Fokus nimmt er dabei die Quitzows, die im 14. Jahrhundert zu einem der mächtigsten Adelsgeschlechter der Mark Brandenburg aufsteigen. Ihnen gehörten 14 Dörfer, Städte, Schlösser und Burgen, darunter Bötzow (das spätere Oranienburg), Strausberg, Saarmund, Plaue, Friesack, Köpenick und eben Rathenow.

Bergstedt wird in seinem Vortrag versuchen, ein differenziertes Bild des Adelsgeschlechts zu zeichnen. Das war nicht immer so: Die bis Ende des 19. Jahrhunderts gültige, von damaligen Historikern vorgezeichnete Lesart, war wenig schmeichelhaft. Die Quitzows waren verrufen als finstere Gesellen, deren Auftreten überall Angst und Schrecken verbreitete. Selbst heute noch ist, wenn der Name Quitzow fällt, der Zusatz „Raubritter“ nicht weit.

Das, was den Quitzows heute vorgeworfen werde – der Kampf um Macht und Einfluss mit kriegerischen Mitteln – mute aus heutiger Sicht vielleicht erschreckend an, sagt Bergstedt auf MAZ-Nachfrage. Damals sei das nicht die Ausnahme, sondern die Regel gewesen. Die Hohenzollern etwa, die Anfang des 15. Jahrhunderts die Quitzows in der Mark Brandenburg zurückdrängten und die Macht übernahmen, hätten nicht anders agiert. Nur sei ihnen das Etikett der Gewaltherrscher nicht angehaftet worden.

Warum das so ist, und was es mit den Quitzows in Rathenow auf sich hatte, wird Bergstedt am Dienstag, den 8. März, erläutern. Der Vortrag findet statt im Blauen Saal des Kulturzentrums. Er beginnt um 18 Uhr, der Eintritt ist frei.

Von Markus Kniebeler

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