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Havelland Rathenow: Eine Urkunde mit Geheimnissen
Lokales Havelland Rathenow: Eine Urkunde mit Geheimnissen
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10:25 12.02.2016
Lutz Partenheimer bei seinem Vortrag im Blauen Saal. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Da behaupte noch einer, mit wissenschaftlichen Vorträgen über längst Vergangenes locke man in Zeiten der allumfassenden Berieselung keinen Hund hinter dem Ofen hervor. Weit gefehlt. Fast bis auf den letzten Platz besetzt war am Dienstagabend der Blaue Saal im Rathenower Kulturzentrum. Und das, obwohl der Gegenstand der Betrachtung 800 Jahre alt ist. Die in diesen Tagen viel besprochene Urkunde mit der schriftlichen Ersterwähnung Rathenows hatte der Potsdamer Historiker Lutz Partenheimer in den Mittelpunkt seiner Betrachtungen gestellt. Mit dem Vortrag wurde die Veranstaltungsreihe „8 für 800“ eröffnet, bei der im Jubiläumsjahr renommierte Landes- und Stadthistoriker verschiedene Aspekte der Rathenower Stadtgeschichte beleuchten.

Dass die Ersterwähnung Rathenows am Anfang des Vortragsreigens steht, hat gute Gründe. Ist diese Ersterwähnung am 28. Dezember 1216 doch der Grund dafür, dass in diesem Jahr eine Festveranstaltung in Rathenow die andere jagt. Doch Lutz Partenheimer, dessen Spezialgebiet die Erforschung der Regionalgeschichte der Mark Brandenburg ist, erteilte allzu überschwänglichen Lokalpatrioten gleich einen kleinen Dämpfer.

„Wann Rathenow genau entstand, weiß kein Mensch so genau“, sagte der 59-Jährige, der sein Thema in freier, temperamentvoller Rede vorstellte und mit der einen oder anderen ironischen Bemerkung würzte. Immerhin gebe es ja die besagte Urkunde, von keinem Geringeren als Bischof Siegfried ausgestellt. Und immerhin sei der Name Rathenow unzweifelhaft auf dem Pergament vermerkt. „Sie haben gut lachen, Sie haben eine sichere Erwähnung“, so der Historiker. Und goss sofort Wasser in den Wein: „Aber ist die tatsächlich 800 Jahre alt?“

Parforceritt durch die westbrandenburgische Geschichte

Bevor Partenheimer näher auf diese Zweifel einging, galoppierte er in einem Parforceritt durch die westbrandenburgische Geschichte des frühen Mittelalters. Wer genau zuhörte, musste erkennen, dass die Erwähnung vor 800 Jahren, auf die viele Rathenower zu Recht stolz sind, nicht ganz so besonders ist, wie man es vielleicht gerne hätte. Viele kleine Dörfer im Umland – Milow etwa, Damme, Garlitz oder Buckow – sind auf Schriftstücken erwähnt, die noch ein paar Jahre älter sind. Und dann ist es eben nicht ganz sicher, ob die zweite Fassung (nur sie verzeichnet „Ratenowe“) des Schriftstücks Bischof Siegfrieds auch noch 1216 ausgestellt wurde oder vielleicht ein paar Jahre später – worauf der historische Hintergrund schließen lasse, so Partenheimer. Aber einen echten Beweis gebe es weder für die eine noch für die andere These.

„Mit dieser Unsicherheit müssen Sie leben“, schloss der Referent seinen Vortrag. „Aber das schaffen Sie, Rathenow hat schon ganz andere Probleme überstanden.“ Zum Trost hatte Partenheimer zu Beginn des Vortrag die Ersterwähnung Berlins genannt: 1237! Rathenow, so werden schnelle Rechner ermittelt haben, war also, was die Ersterwähnung angeht, 21 Jahre früher dran als die Hauptstadt. Jedes Triumphgeheul erstickte der Dozent, ein gebürtiger Berliner (!), sofort im Keim: „Bilden Sie sich bloß nichts drauf ein!"

Von Markus Kniebeler

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