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Vorwurf: Absprachen zwischen CDU und SPD?

Bürgermeisterwahl Premnitz Vorwurf: Absprachen zwischen CDU und SPD?

In Premnitz mehren sich kritische Stimmen gegen die Empfehlung des CDU-Stadtvorstandes, bei der Bürgermeisterstichwahl am 24. April den SPD-Bewerber Ralf Tebling zu wählen. Es ist von Absprachen die Rede, um einen Erfolg des parteilosen Einzelbewerbers Felix Burghardt zu verhindern. CDU und SPD bestreiten das.

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Moderator Joachim Wilisch beim MAZ-Kandidatenforum mit Christian Peter (CDU), Felix Burghardt (Einzelbewerber), Kai Berger (AfD) und Ralf Tebling (SPD, von links).

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Es mehren sich in Premnitz kritische Stimmen zur Empfehlung des CDU-Stadtvorstandes, bei der Bürgermeisterstichwahl am 24. April den SPD-Kandidaten Ralf Tebling zu wählen. Überraschend war CDU-Bewerber Christian Peter mit nur 22,4 Prozent im ersten Wahlgang ausgeschieden. Als Zweiter in die Stichwahl kam Einzelkandidat Felix Burghardt (28,4 Prozent).

Mit Riesenverärgerung, teilt der Premnitzer Hans-Jürgen Ebert mit, habe er erfahren, dass CDU-Kandidat Peter keine 24 Stunden nach der Wahl seine Wähler auffordere, den SPD-Kandidaten Tebling zu wählen. Es entstehe der Eindruck, CDU und SPD hätten vor der Wahl Absprachen getroffen, um einen unabhängigen Kandidaten zu verhindern. Er selber habe auf dem MAZ-Forum am 6. April den Kandidaten die Frage nach der Unterstützung eines anderen Kandidaten in der Stichwahl gestellt, so Hans-Jürgen Ebert. Dazu habe er weder von Peter noch von Tebling eine Antwort erhalten. Er vermutet, von Peter „nicht wahrheitsgemäß“ informiert worden zu sein, weil sich der CDU-Stadtvorstand bereits vor dem ersten Wahlgang festgelegt hat.

Absprachen von CDU und SPD?

Danach befragt, teilt Christian Peter mit, dass der CDU-Stadtvorstand sich erst am 7. April, am Tag nach dem MAZ-Forum, mit dem Thema beschäftigt hat. Der Vorstand habe für den Fall, dass der CDU-Kandidat ausscheiden sollte, über die drei anderen Kandidaten geredet und sich einstimmig für Ralf Tebling ausgesprochen, weil dies „das Beste für Premnitz“ sei. Die Behauptung, es habe Absprachen zwischen CDU und SPD gegeben, bezeichnet Peter als „Quatsch“. Er halte es für richtig, dass sich die CDU politisch jetzt nicht heraushalte und eine Empfehlung gebe. Das sei ein ganz normaler Ablauf. Für Ralf Tebling habe man sich entschieden, weil man ihn als zuverlässigen Partner kennen gelernt habe.

Ralf Tebling betont ebenfalls, es habe im Vorfeld der Wahl keine Absprachen zwischen CDU und SPD gegeben. Die gebe es bis jetzt nicht. Die CDU habe von sich aus entschieden, für ihn eine Wahlempfehlung auszusprechen. Es sei klar, teilt Ralf Tebling mit: „Ich freue mich über die Unterstützung der CDU.“ Das sei für ihn eine Anerkennung. Noch am Wahlabend sei Christian Peter zu ihm gekommen, um ihm mitzuteilen, dass die CDU für ihn eine Wahlempfehlung aussprechen werde.

CDU-Stadtverordneter spricht sich für Burghardt aus

Der Premnitzer CDU-Stadtverordnete Oliver Paulick indes spricht sich für Felix Burghardt aus. „Das ist ein junger engagierter verwaltungserfahrener Mann“, sagt er, „der in dieser Konstellation besser für die positive Entwicklung von Premnitz ist.“ Ralf Tebling habe in seinem Wahlflyer angekündigt, als Bürgermeister die Wirtschaftsförderung zur Chefsache zu machen. Doch das, was er beim MAZ-Forum auf seine Nachfrage dazu erklärte, so Oliver Paulick, reiche bei Weitem nicht aus.

Felix Burghardt hat auf Nachfrage bestätigt, dass er Anfang 2014 in die CDU eintrat, die Partei im September 2015 aber schon wieder verließ. Grund sei gewesen, dass zu erkennen war, dass die CDU ihn für die Bürgermeisterwahl nicht favorisieren würde. Zur Frage, ob die Empfehlung für Ralf Tebling ihm gegenüber als eine „Retourkutsche“ der CDU wegen seines Parteiaustritts zu betrachten sei, sagte Burghardt, dazu wolle er sich nicht äußern. Wichtig sei, dass sich die Bürger bei der Stichwahl am 24. April frei entscheiden können.

Von Bernd Geske

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