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WBV saniert Graben zum Mahlbusen

Nauen WBV saniert Graben zum Mahlbusen

Einige Anwohner im Nauener Westen vermuteten bereits die Erschließung eines neuen Wohngebietes in ihrer direkten Nachbarschaft, als sie das schwere Baugerät beobachteten, das eine hunderte Meter lange Narbe in den Acker ritzte. Doch weit gefehlt: Die Erdarbeiten sind eine reine Vorsichtsmaßnahme, um Überflutungen zu verhindern.

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380 Meter misst der angelegte Graben, der die neue Gewässerführung zum Mahlbusen bildet.

Quelle: Norbert Faltin

Nauen. Zahlreiche Anwohner im Westen von Nauen vermuteten bereits die Erschließung eines neuen Wohngebietes in ihrer direkten Nachbarschaft, als sie das schwere Baugerät beobachteten, das eine hunderte Meter lange Narbe mitten in den sonst eher weniger belebten Acker ritzte. Auf Nachfrage beim Wasser- und Bodenverband Nauen (WBV) stellte sich jedoch heraus, dass es sich bei den Erdarbeiten um eine reine Vorsichtsmaßnahme handelte. „Man kann nicht unbedingt von einer drohenden Katastrophe sprechen, aber im schlimmsten Fall, wenn während einer Starkregenperiode kein Wasser mehr abtransportiert wird, bekämen es einige Landbesitzer westlich der B 5 mit riesigen Pfützen zu tun“, beschreibt Sebastian Steiner das mögliche Szenario.

Steiner ist der Verbandsingenieur beim WBV; er betreut das Projekt, das sich in der Fachsprache „Rückbau von Verrohrungen und Entwicklung einer naturnahen Gewässerführung“ nennt. Zu sehen bekommt der Laie derzeit vor allem Erdarbeiten, die vor einigen Wochen mit den Vor-Ort-Besichtigungen einer mehrköpfigen Expertengruppe begonnen hatte. Zu ihnen zählten auch Mitarbeiter der Naturschutzbehörde, des WBV und eines Ingenieurbüros aus Zossen (Teltow-Fläming).

„Ein Mahlbusen ist die Erweiterung eines Vorfluters vor einem Schöpfwerk in der Form eines kleinen Sees, der Wasser sammelt und zwischenspeichert“, erklärt Sebastian Steiner. Inzwischen ist der Mahlbusen Namensgeber des angrenzenden Wohngebietes „Am Mahlbusen“, das 1998 erschlossen und in den darauffolgenden Jahren beinahe komplett bebaut wurde.

Wirtschaftlich wird der kleine See zurzeit nicht genutzt. Zu DDR-Zeiten wurden im Jahr 1973 von der Gärtnerischen Produktionsgenossenschaft „Zierpflanzen, Obst, Gemüse“ (ZOG) Nauen das Schöpfwerk gebaut, um die angrenzenden Gärtnereien und Baumschulen zu bewässern. Von diesem Schöpfwerk sind jetzt nur noch die Reste einer Pumpenstation erkennbar. „Die beabsichtigte Nebenwirkung des Mahlbusens ist das Zurückhalten von Sand, Schlamm und sonstigen Ablagerungen, indem er die Strömung unterbricht“, sagt Steiner.

„Weder die heutige benachbarte Baumschule noch die Siedlung haben derzeit Bedarf an dem Gewässer, das inzwischen ein geschütztes Biotop ist“, sagt er. Auch das Schilf, das man dort fände, stelle keineswegs eine Verwilderung dar, sondern sei vor einiger Zeit bewusst dort angepflanzt worden, so der Ingenieur.

An der südlichsten Spitze des Gewässers mündet eine alte Doppelrohrleitung ein, die einen verrohrten Grabenabschnitt darstellt – beginnend an einer tiefen Stelle auf der anderen Seite der B 5 nahe Neukammer. An einem Schacht direkt neben der Umgehungsstraße beginnt nun die Doppelrohrleitung, die inzwischen in die Jahre gekommen ist und in der Vergangenheit wegen ihrer Baufälligkeit immer wieder Probleme bereitet hat. „Eine Leitung ist bereits ausgefallen und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die zweite Leitung ebenfalls kein Wasser mehr abführt. Aus diesem Grund wurde nun ein 380 Meter langer und durchschnittlich 2,85 Meter tiefer Graben ausgehoben, dem eine naturnahe Gewässerführung gegeben wurde“, sagt Steiner. Die Kosten hat zu 90 Prozent das Land Brandenburg übernommen, die restlichen Kosten werden von der Stadt, der Agro Farm Nauen GmbH sowie drei Landwirten getragen.

„Man wird aber in Zukunft kein fließendes Gewässer in Form eines Baches dort im Graben vorfinden, sondern in Regenperioden Regenwasser, das dann in den Mahlbusen geführt wird“, erklärt Steiner. Nachdem die 1600 Kubikmeter Ober- und 5730 Kubikmeter Unterbodenaushub abtransportiert worden sind, werde auch wieder eine flurtypische Bepflanzung vorgenommen, zum Beispiel mit Heister, versichert er.

Von Norbert Faltin

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