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Wahrzeichen mit zwei Uhren

MAZ-Serie „Zu Hause in Hoppenrade“ Wahrzeichen mit zwei Uhren

In unserer MAZ-Serie „Zu Hause in...“ dreht sich heute alles um den Wustermarker Ortsteil Hoppenrade. Gesichert ist die erste Erwähnung im Jahr 1354. Allerdings gibt es über die Namensherkunft des Ortes zwei Theorien.

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Die Hoppenrader Kirche ist von außen bereits saniert worden.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Hoppenrade. Viermal gibt es in Brandenburg den Ort Hoppenrade. Der bekannteste liegt im Kreis Oberhavel und hat ein Schloss, das schon Fontane erwähnte. „Noch heute halten hier Touristen an und fragen nach dem Schloss. Dann sage ich: Sie haben noch 60 Kilometer vor sich“, erzählt Thomas Türk. Er wohnt im Wustermarker Ortsteil Hoppenrade, direkt an der Landesstraße 204. Wenn er über die Straße hinweg schaut, sieht er zwar kein Schloss aber eine Kirche. „Eine wunderschöne“, wie er sagt. Nicht zuletzt deshalb, weil Andreas Türk im Vorstand des 61 Mitglieder starken Kirchbau- und Fördervereins Hoppenrade – nach dem ESV Lok Elstal der zweitgrößte Verein in der Gemeinde Wustermark – engagiert ist. Das Wahrzeichen von Hoppenrade hat gleich zwei Uhren, ist von außen komplett saniert worden. Innen beginnen jetzt die vorbereitenden Untersuchungen, damit später Farbe und Putz nach originalem Vorbild wieder hergestellt werden können. „Es fehlt nur noch das Geld“, sagt Vereinsvorsitzender Andreas Krücken und ergänzt: „Auch das werden wir irgendwie zusammen bekommen. Wie bei den anderen Arbeiten auch.“

Gutshaus wurde saniert

Unweit der Kirche fallen zwei andere Gebäude sowohl baulich als auch farblich auf. Das eine ist rotbraun, war früher die Gaststätte im Dort und ist heute ein Wohnhaus. Das andere, schräg gegenüber, ist sandfarben und lässt schon äußerlich erahnen, dass es mal ein Gutshaus gewesen muss. Große Säulen sind an der Straßenfront zu erkennen. Andreas Krücken hat es 1996 gekauft und saniert. Mehrere Mietwohnungen sind entstanden.

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In unserer MAZ-Serie „Zu Hause in...“ dreht sich heute alles um den Wustermarker Ortsteil Hoppenrade. Gesichert ist die erste Erwähnung im Jahr 1354. Allerdings gibt es über die Namensherkunft des Ortes zwei Theorien.

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Wer durch Hoppenrade fährt, stößt unweigerlich auf ein Werbeschild: Die Feldküche von Detlef Baderke. Seit knapp 15 Jahren versorgt der Hoppenrader vor allem Bauarbeiter und Durchreisende wochentags mit warmer Küche. Seine Spezialitäten: Erbsensuppe aus der Gulaschkanone und Currywurst. „Leider kommen nur wenig Einheimische zu mir, weil die alle zu Hause essen “, sagt Baderke. Er will noch in diesem Jahr in seine Imbissbaracke investieren, sie etwa aufhübschen.

Stolz sind die Hoppenrader auf ihr Dorfgemeinschaftshaus. Unmittelbar neben dem Bolzplatz steht ein Doppelgebäude: Vorn haben die Feuerwehren von Hoppenrade und Buchow-Karzow ihr gemeinsames Depot, dahinter schließt sich die Begegnungsstätte an: „Das ist die größte in der Gemeinde Wustermark“, schätzt Thomas Türk. Die Mitglieder des Feuerwehrfördervereins und viele andere Hoppenrader haben das Haus errichtet. Später wurde der Feuerwehrtrakt angebaut.

Windräder sind ein Ärgernis

Dass sich die Einwohnerzahl von Hoppenrade von 1990 (216) bis heute (359) fast verdoppelt hat, liegt an einer Siedlung, die nach der Wende am Wernitzer und Knoblaucher Weg entstand. Einfamilienhäuser in unterschiedlicher Größe, Form und Farbe reihen sich aneinander. „Eigentlich war dort Idylle pur. Bis die ersten Windräder aufgestellt wurden“, sagt Ortschronist Hartmut Schönduwe. Inzwischen seien die weißen Riesen mit ihren großen Rotorblättern zum Ärgernis in Hoppenrade geworden. „Obwohl sie etwa 1000 Meter weit weg stehen, ist es unglaublich laut“, so Schönduwe.

Über ganz andere weiße Stangen freut man sich im Dorf: Spargel. Der 1991 aus Süddeutschland gekommene Armin Rathfelder hat mit dem Spargelland für einen Anziehungspunkt gesorgt. Im Hofladen und im Bistro tummeln sich zur Spargelsaison hunderte Menschen. In wenigen Wochen geht es wieder los.

Der größte Betrieb im Ort ist die WHB Marktfrucht GmbH. Der landwirtschaftliche Betrieb, ein Verbund aus vier Familien, beschäftigt derzeit neun Mitarbeiter, bewirtschaftet 1450 Hektar in allen Wustermarker Ortsteilen, wie Geschäftsführer Gernot Engelmann erzählt. Obwohl der Hoppenrader Betriebshof mitten im Ort liegt, die großen Maschinen und Traktoren täglich unterwegs sind, gebe es mit den Anwohnern keine Schwierigkeiten, so Engelmann.

Die schönste Aussicht auf die Umgebung und den Ort selbst hat man auf dem Stellberg in Hoppenrade-Ausbau. Von dort sieht man auch die alte Kiesgrube, die zur DDR-Zeit in Betrieb war und nun schon lange brach liegt. „Daraus könnte man doch einen Baggersee machen“, sagt Andreas Krücken. Ob dieser Traum jemals in Erfüllung gehen wird, ist ungewiss.

Genauso ungewiss wie die Herkunft des Namens Hoppenrade. Während viele wie Thomas Türk im Dorf der Meinung sind, dass „der überall im Dorf aus dem Boden kommende Hopfen der Ursprung sein muss“, hat Ortschronist Hartmut Schönduwe die aus seiner Sicht wahre Geschichte: „Abkömmlinge der Familie von Hoppenrade haben um 1200 wohl das Dorf Hoppenrade gegründet. Die erste gesicherte Nachricht über Hoppenrade findet man aber tatsächlich erst 1354.“

Von Jens Wegener

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