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Havelland Freuden im Falkenseer Waldbad
Lokales Havelland Freuden im Falkenseer Waldbad
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00:29 20.08.2015
Tauchspaß im Falkenseer Waldbad Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

Marion Zschätzsch ist an diesem Morgen die erste. Als das Falkenseer Waldbad punkt 9 Uhr öffnet, hat sich hinter ihr schon eine Schlange gebildet. Die meisten wollenden den Frühschwimmerrabatt – eine Stunde für einen Euro – nutzen. Dazu zählt auch Marion Zschätzsch.

Die flotte 50-jährige Kindergärtnerin hat hier als Kind schwimmen gelernt. Sie nutzt in diesem Sommer ihren Urlaub, um früh ihre Bahnen zu ziehen. „Sonst geht das leider nicht“, sagt sie, „es wäre schön, wenn das Bad schon um 8 Uhr öffnen würde.“

Mit dem Wunsch steht die Falkenseerin nicht alleine da. Viele würden vor der Arbeit gern noch ein paar Runden drehen. Aber andere Öffnungszeiten sind wegen der Lärmschutzauflagen nicht mehr möglich. Das Waldbad liegt zwar im Grünen und trägt seinen Namen zurecht, hat aber auf einer Seite auch direkte Anwohner.

Und so stehen die Falkenseer und warten auf die 9-Uhr-Marke. Währenddessen sind im Schwimmbecken Männer mit schwarzen Badehosen unterwegs. Die Falkenseer Feuerwehr hält dienstags und donnerstags ihren Dienstsport im Wasser ab. Und das ziemlich geräuschlos.

So ruhig wird es aber nicht bleiben. Als Marion Zschätzsch ins 25 Grad warme Wasser steigt, dauert es nicht lange, bis sich die Bahnen füllen. Wer dachte, hier morgens nur einige disziplinierte Rentner zu treffen, der irrt. Hier sind alle Altersklassen vertreten. Drei Halbwüchsige springen vom Startblock und freuen sich über möglichst große Spritzfontänen, sie nutzten ausgiebig die breite, gewellte Rutsche und müssen sie mit anderen teilen: ein kleines Mädchen zögert, ehe auch sie runterrutscht; ein alter Mann gönnt sich den Wellenspaß.

Im Schwimmbecken wird vor allem geschwommen. Hier zeigt sich aber auch, dass Ballspiel durchaus nicht nur den Kindern vorbehalten ist. Als ein gelber Ball einem Schwimmer mit ergrautem Bart zugeworfen wird, wirft der ihn heiter zurück mit dem Kommentar: „Ich spiele lieber mit anderen Bällen.“ Der Witz mit den anderen Bällen kommt vor allem bei den älteren Herren gut an und wird noch eine Weile hier und da wiederholt; die Frauen finden beim Baden Gelegenheit über Wetter, Enkel und Lieblingsfilme zu reden. Andere schwimmen schweigend und konzentriert, um sich beim Bahnenzählen nicht zu verheddern.

Inzwischen hat sich das Becken gut gefüllt. Nach 20 Minuten sind schon mehr als 60 Leute im Wasser.

Remo Dreßen hat sie alle im Blick. Der 24-jährige Schwimmlehrer hat Frühdienst. Vier Rettungsschwimmer und fünf Kassenkräfte arbeiten auf dem Gelände. „Früh geht es noch“, sagt Remo Dreßen, am Nachmittag so ab 14 Uhr wird es richtig voll. Da platzt das Bad aus allen Nähten. „Dann sind schon mal 200 Leute zeitgleich im Becken.“ Das ist nicht allzu groß und deshalb für den Rettungsschwimmer aus seiner erhöhten Position gut zu überschauen.

Remo Dreßen sitzt nicht nur und achtet auf die Badenden, er gibt mit seinen Kollegen auch Schwimmkurse. „Die sind sehr nachgefragt und ziemlich ausgebucht. Das ist bei den Kollegen in Nauen ähnlich“, sagt er. Die Arbeit im Falkenseer Waldbad, das von Mai bis September geöffnet ist, bietet für Remo Dreßen ein Saisonjob. „Ein Hallenbad wäre natürlich super“, sagt er zur laufenden Diskussion in der Stadt, während er den Blick über das 510 Quadratmeter große Mehrzweckbecken und das 41 Quadratmeter große Planschbecken schweifen lässt.

Zahlen und Fakten

Eine Badeanstalt gab es in Falkensee bereits vor 1920. Sie befand sich an der Seepromenade und gehörte zu den ältesten kommunal betriebenen Freibädern in Deutschland. 1934 wurde die Schwimmanlage geschlossen, weil die inzwischen an der Nordseite des Sees angesiedelten Villenbesitzer etwas gegen den Badebetrieb hatten.

Die Geschichte des Waldbades begann 1938. Damals baute die AEG die Schwimmanlage. Die sowjetischen Besatzer nutzten sie nach dem Zweiten Weltkrieg als Deponie. Erst 1952 wurde das Bad als solches wieder eröffnet.

Das nächste Aus kam 1996. Weil die Auflagen des Gesundheitsamtes nicht erfüllt werden konnten und sich kein Investor fand, musste das Bad geschlossen werden.

Die stadteigenen Betreibergesellschaft Gegefa Waldbad GmbH hat die alte Anlage für fast 1,5 Millionen Euro renoviert und auf einen modernen Standard gebracht. 2003 wurde es wieder eröffnet.

Das Waldbad in der Salzburger Straße 59 ist je nach Wetterlage von Mai bis September täglich von 9 bis 20 Uhr geöffnet.

Das Waldbadfest wird am 22. August ab 9 Uhr gefeiert.

Mit 3 Euro Eintritt für Erwachsene gehört das Falkenseer Bad zu denen mit einem sozial verträglichen Eintrittspreis. Kinder zahlen die Hälfte. Morgens und abends können die Stundenschwimmer kommen. Solch gutes Angebot ist möglich, weil die Stadt einen sogenannten Defizitausgleich zahlt. Der ist in all den Jahren gleich geblieben und beträgt 150 000 Euro pro Saison.

Die Falkenseer nehmen das Angebot gern an. Im vergangenen Jahr wurden 31 332 Besucher gezählt, im Supersommer davor waren es 38 292 Badelustige. Unter denen sind nicht nur Falkenseer, wie die Auto-Kennzeichen auf dem Parkplatz verraten. Auch Kinder von sechs Schulen kommen hier zum Schwimmunterricht, darunter auch von der Grundschule Zeestow.

Von Marlies Schnaibel

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