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Waldbrände: „Fire Watch“ schlägt Alarm

Frühwarnsystem in Westbrandenburg Waldbrände: „Fire Watch“ schlägt Alarm

An der großen Trockenheit in Westbrandenburg hat sich am Wochenende nichts geändert. Die Feuergefahr ist weiterhin sehr hoch. In der Bad Belziger Waldbrandzentrale, die auch fürs Havelland zuständig ist, herrscht Hochbetrieb. Sobald Rauchsäulen in den Himmel steigen, schlagen drei Mitarbeiter des Landesbetriebs Forst im Fläming wird Alarm.

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Dank der kamerabestückten Friedenswarte blickt Funktionsförsterin Ute Müller von Bad Belzig aus bis weit über Brandenburg hinaus.

Quelle: Volkmar Maloszyk

Bad Belzig. Hier ein Gewitter, dort etwas Regen. Keine Pfifferliinge. An der großen Trockenheit in Westbrandenburg hat sich über das Wochenende nichts geändert. Die Feuergefahr ist weiterhin enorm. In der Bad Belziger Waldbrandzentrale herrscht Hochbetrieb. Tagsüber wachen drei Mitarbeiter des Landesbetriebes Forst über ein von Friesack bis Treuenbrietzen reichendes Gebiet, einschließlich Brandenburg und Potsdam. Wo immer Rauchsäulen in den Himmel steigen -im Fläming wird Alarm geschlagen.

Wie das geht? Die in der Landeswaldoberförsterei eingerichtete Zentrale ist in das sensorgestützte Waldbrandfrüherkennungssystem „Fire Watch“ integriert. Alle paar Sekunden flimmern neue Standbilder über die Monitore von Jürgen Koltzenburg, Rainer Holzapfel und Erika Bittner. Gesendet werden die Ansichten von 14 Antennenträgern und nicht mehr besetzten Feuerwachtürmen, die alle mit 360-Grad-Kameras ausgerüstet sind. In sechs Minuten dreht sich jedes sensorbestücktes System einmal im Kreis. Dessen Augen reichen über viele Kilometer bis zum Horizont.

System erkennt Rauchsäulen

Seit 2002 hat „Fire Watch“ die mit Personal besetzten Feuerwachtürme abgelöst. Inzwischen werden auch in Westbrandenburg die Waldflächen aller Besitzarten flächendeckend durch 14 optische Sensoren überwacht.

Jedes System, montiert auf einem Feuerwachturm oder Mobilfunkmast, überwacht eine Fläche von bis zu 70 000 Hektar. Neben Bad Belzig gibt es im Land Brandenburg fünf weitere Waldbrandzentralen, wo die übertragenen Bilder ausgewertet werden.

Die Sensoren erkennen die typischen Grauwerte einer Rauchwolke in der Frühphase eines Waldbrandes. Forstleute prüfen eingehende Meldungen gewissenhaft, bevor die Daten an die Leitstellen der Feuerwehren weitergeleitet werden. Auf einem Arbeitsplatz in den Waldbrandzentralen werden bis zu fünf Systeme überwacht.

Nördlichster Beobachtungsposten ist Friesack, tief im Süden funkt es aus Klein Marzehns, am westlichsten steht der Wolliner Feuerwachturm und im Osten grenzt der Kleine Ravensberg den Überwachungsbereich ein. Mittendrin die Friedenswarte auf dem Brandenburger Marienberg. Der 32 Meter hohe Aussichtsturm ist Teil des landesweiten Fire-Watch-Systems. Eine von dort gesendete Sequenz erregt plötzlich die Aufmerksamkeit von Jürgen Koltzenburg. Am Bildschirm legt sich ein roter Rahmen um eine Verdachtsfläche nordöstlich von Brandenburg. Irgend etwas liegt in der Luft zwischen Mötzow und Weseram.

Ab Waldbrandstufe zwei

„Kein Feuer, eine Staubwolke“, gibt Koltzenburg Entwarnung. Auch Luftspiegelungen, Windräder und aufsteigender Nebel können die Kameras zum Narren halten. Dann zahlen sich Erfahrung und Ortskenntnisse der 18 Kollegen aus, die sich ab der Gefahrenstufe 2 die Dienste in der Waldbrandzentrale teilen. „Unsere Mitarbeiter tragen eine hohe Verantwortung. Sie dürfen weder eine Gefahr übersehen, noch wollen sie die Leitstellen in Brandenburg und Potsdam ohne Grund in Aufregung versetzen“, sagt Forstbedienstete Ute Müller von der Oberförsterei Dippmannsdorf, wo die Zentrale angegliedert ist.

Trotz Dürre und Bruthitze hält sich die Zahl der Feuer in Grenzen. Bislang gab es in diesem Jahr in den Oberförstereien Rathenow, Brieselang, Lehnin, Dippmannsdorf und Potsdam 27 Brände auf einer Gesamtfläche von knapp neun Hektar. Heraus ragt die Oberförsterei Lehnin mit 18 Waldbränden, was zum Teil auf die Truppenübungsplätze Lehnin und Altengrabow sowie auf Blitzschläge im Amt Ziesar zurückzuführen ist.

Nur dreitägiger Landregen entspannt die Situation

Nach Einschätzung von Funktionsförsterin Müller bleibt die hohe Waldbrandgefahr auch in den nächsten Tagen bestehen. Daran werden vereinzelte Niederschläge nicht viel ändern. „Eine echte Entspannung würde erst ein dreitägiger Landregen bringen“, ist die Försterin überzeugt. So lange bleibt Hochbetrieb in der Waldbrandzentrale.

Von Frank Bürstenbinder

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