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Waldbrandgefahr ist im Havelland sehr hoch

Die Wälder sind ausgetrocknet Waldbrandgefahr ist im Havelland sehr hoch

Die anhaltende Trockenheit sorgt dafür, dass im Havelland und damit auch im Bereich der Oberförsterei Brieselang eine hohe Waldbrandgefahr herrscht. Im Revier Haage hat Förster Michael Austen aber bisher keine Brände zu beklagen.

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Der Haager Revierförster Michael Austen mit sehr trockenem Holz, das überall im Kiefernwald zu finden ist.

Quelle: Foto: Andreas Kaatz

Haage. Jagdhündin Imke erkundet neugierig den Waldboden. Mit ihrer Schnauze schiebt sie die Blätter und Nadeln beiseite, die noch vom Vorjahr überall herumliegen. Dabei raschelt es permanent. „Es ist derzeit sowas von knacktrocken“, meint Revierförster Michael Austen. Wenn jemand im Kiefernwald Feuer machen würde, wäre es nicht mehr zu halten. „Eine solch extreme Frühjahrstrockenheit habe ich in meinen mehr als 30 Jahren Berufserfahrung noch nicht erlebt“, sagt Austen.

Die Waldbrandgefahr sei darum vor allem in den Nadelholzbeständen sehr hoch. Das Harz der Bäume beinhalte ätherische Öle, die ein Feuer begünstigen. Austen ist im Bereich der Oberförsterei Brieselang für das Revier Haage zuständig. Dort hat er – wie im Land Brandenburg üblich – in den Wäldern rund 80 Prozent Kiefernanteil, darunter sind viele Privatwaldgebiete. Angesichts der Trockenheit lag in den vergangenen Tagen die Waldbrandgefahrenstufe bei 5 und damit am höchsten, danach bei 4. Mitte Mai war es nach Austens Erinnerung das letzte Mal, dass es im Gebiet geregnet hat.

Austen hat immer einen kleinen Spaten im Auto, damit er ein kleines Feuer gleich im Ansatz ersticken kann. Allerdings kam es in seinen Waldgebieten in diesem Jahr zum Glück noch nicht zu Bränden, und auch in den Vorjahren blieb er von Flammen in seinem Bereich verschont, wie auch andere Gebiete der Oberförsterei. Er hofft natürlich, dass es dabei bleibt. Der letzte große Waldbrand, an den er sich erinnern kann, war Anfang der 90er-Jahre im Westhavelland.

Dabei weiß der Revierförster, dass die Gefahr für Brände in erster Linie von Menschen ausgeht. „Die Bevölkerung ist aber grundsätzlich vernünftig.“ Zudem komme es darauf an, wie man die Leute anspricht. Zu Austens Revier gehört auch der Kleßener See. Wenn das Antaris-Fest in Stölln stattfindet, wollen manche Besucher am Ufer übernachten. „Und die Jugendlichen denken dann, dass sie mal schnell ein Feuer machen können“, sagt der Förster, der aber aus verständlichen Gründen etwas dagegen hat. Offenes Feuer ist im Wald tabu. Und gerade bei hoher Trockenheit wie jetzt sollten auch Kiefernwälder gemieden werden.

Sollte es doch mal zum Brand kommen, richtet sich Austen nach dem Waldbrandalarmplan, hat wie seine Kollegen regelmäßig Bereitschaftsdienst. Er ist unter anderem Ansprechpartner für die Feuerwehr, gibt Informationen zu Löschwasserbrunnen in der Nähe des Brandortes oder teilt mit, welcher Waldbesitzer für das betreffende Gebiet zuständig ist.

Ab Waldbrandgefahrenstufe 3 werden im Land Brandenburg die Wälder mit Hilfe von Kameras überwacht. Im Gebiet der Oberförsterei sind drei Stück in Pausin, Klein Behnitz und Friesack installiert. Weitere Kameras haben das Gebiet von Kremmen und Dreetz aus im Visier.

Richtiges Verhalten

Die Oberförsterei Brieselang besteht aus fünf Revieren und verwaltet eine Waldfläche von 23 833 Hektar, von denen zehn Prozent im Landeseigentum sind. Es gibt die Reviere in Schönwalde-Glien, Falkensee, Haage, Groß Behnitz und Friesack.

Das Revier Haage liegt in den Gemarkungen Haage, Senzke, Wagenitz, Kotzen, Landin, Kleßen und Görne.

Im Wald besteht absolutes Feuerverbot. Grillen im oder am Wald sind verboten, auch an Waldseeufern.

Ganzjährig gilt im Wald ein Rauchverbot. Es ist nicht gestattet, Zigarettenreste wegzuwerfen, auch nicht bei Fahrten über öffentliche Straßen durch den Wald.

Zufahrten zu Wäldern dürfen nicht zugeparkt werden, damit im Notfall Feuerwehren in den Wald fahren können. Autos sollten nicht auf trockenem Gras abgestellt werden.

Bei hoher Brandgefahr kann der Wald gesperrt werden. Davon macht die Forstbehörde aber nur im Notfall Gebrauch.

Kreisbrandmeister Lothar Schneider klopft dreimal auf Holz: „Wir haben wie auch in den Vorjahren nur sehr wenig Waldbrände in diesem Jahr.“ Er appelliert an die Bevölkerung, in den Wäldern nicht zu rauchen, sowie an die Autofahrer, die Kippen nicht aus dem Fenster zu werfen. Größere Brände habe es vor zehn bis zwölf Jahren gegeben, unter anderem bei Rathenow.

Überrascht zeigten sich aber Feuerwehr- wie auch Forstleute darüber, dass für das Havelland die Warnstufe 2 ausgegeben worden war. Denn an der Situation hatte sich nichts geändert, es war genauso trocken wie bisher. Auf MAZ-Anfrage erklärte Carsten Leßner, Referat Wald und Forstwirtschaft im Umweltministerium, dass die Waldbrandgefahrenstufen auf den Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) beruhen. „Wir haben zurzeit eine sehr schwierig zu prognostizierende Wetterlage“, sagte Claußner. So sei der DWD von Niederschlägen ausgegangen, die am Donnerstagabend im Havelland fallen sollten. Dies sei aber nicht erfolgt. Auch für Freitag waren Niederschläge vorhergesagt. „Da wir bei der Festsetzung der Gefahrenstufen die jeweils aktuellen Prognosen berücksichtigen, ist es zu dieser Herabstufung gekommen. Leider bildet sie die aktuelle Situation nicht ab“, so Claußner. „Die Oberförstereien halten aber trotz der Stufe 2 das Überwachungssystem und die Erreichbarkeit der Diensthabenden aufrecht, so dass wir im Falle von Bränden weiterhin schnell reagieren können.“

 

Von Andreas Kaatz

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