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Wallenta: Einst reichten 39 Stimmen mehr

Bürgermeisterwahl in Premnitz Wallenta: Einst reichten 39 Stimmen mehr

In sechs Monaten geht der Premnitzer Bürgermeister Roy Wallenta (parteilos) in Pension. Als er im Jahr 2000 erstmals gewählt wurde, musste er erleben, wie nahe in der Politik Höhen und Tiefen beieinander liegen können. Im ersten Wahlgang mit fast 43 Prozent deutlich vorn, gewann er die Stichwahl nur knapp mit 39 Stimmen mehr.

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Roy Wallenta nach seiner Wahl im Juli 2000, mit Ehefrau Silvia und den Söhnen Daniel (links) und Thomas.

Quelle: Joachim Wilisch

Premnitz. Wer auch immer am 10. oder 24. April als neuer Premnitzer Bürgermeister gewählt wird, der jetzige Amtsinhaber hört heute in einem halben Jahr auf. Der 31. August wird der letzte Arbeitstag von Roy Wallenta (parteilos) sein, denn 16 Jahre zuvor hatte er am 1. September 2000 als Bürgermeister angefangen. Zwei Wahlperioden lang mit jeweils acht Jahren hat er als Stadtoberhaupt agiert und die Entwicklung von Premnitz nachhaltig bestimmt. Zuvor Geschäftsführer der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG), sollte er bereits bei seinen ersten zwei Wahlgängen außergewöhnlich deutlich zu spüren bekommen, wie nahe in der Politik die Höhen und Tiefen beieinander liegen können.

Im ersten Wahlgang sehr gute 42,78 Prozent

Im ersten Wahlgang am 18. Juni 2000 hatte Roy Wallenta, damals Kandidat der gemeinsamen Liste CDU/Kulturbund, mit 42,78 Prozent der Stimmen ein sehr gutes Ergebnis verbuchen können. Christian Maaß (SPD) folgte in deutlichem Abstand mit 31,04 Prozent. Einen Achtungserfolg verzeichnete die damals noch parteilose Einzelbewerberin Christine Milde (heute SPD) mit 16,04 Prozent. Zwei weitere Kandidaten blieben bei sechs bzw. drei Prozent. Roy Wallenta und Christian Maaß gingen in die Stichwahl. Die fand am 2. Juli statt und brachte ein dermaßen knappes Ergebnis, das seinesgleichen sucht. Mit 50,28 Prozent kam Wallenta denkbar eng vor Maaß ein, der im Vergleich zum ersten Wahlgang erheblich zulegte und 49,13 Prozent erreichte. Nur 39 Stimmen lagen damals zwischen dem Sieg des seinerzeit 48-Jährigen Roy Wallenta und der Niederlage von Christian Maaß, der damals erst 28 Lenze zählte.

Durchaus denkwürdige Ereignisse waren übrigens dieser Bürgermeisterwahl voran gegangen. Der SPD hatte es der damalige Bürgermeister Joachim Aurich (parteilos, Kandidat der Liste CDU/Kulturbund, heute CDU) zu verdanken, dass er gewissermaßen „vorzeitig“ aus dem Amt gehen musste. Seine Wahlperiode an sich hätte bis Mai 2002 gedauert. Doch das Landesbeamtengesetz sah damals noch vor, dass hauptamtliche Bürgermeister mit Vollendung ihres 65. Lebensjahres in Pension gehen müssen. Joachim Aurich hätte bis 2002 weiter regieren können, wenn er für seinen entsprechenden Antrag eine Zweidrittelmehrheit der Stadtverordneten bekommen hätte. Da aber die SPD ihre Zustimmung verweigerte, kam Joachim Aurich mit seinem Wunsch nach Dienstzeitverlängerung nicht durch.

Amtsnachfolger von Joachim Aurich

Der damalige Premnitzer Bürgermeister Joachim Aurich musste am 31. August 2000 mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen.

Eine Zweidrittelmehrheit der Stadtverordneten war ihm versagt geblieben, um bis zum Ende seiner Wahlperiode im Jahr 2002 weiter regieren zu können. Die SPD war dagegen.

Erstmals gewählt als Bürgermeister wurde Roy Wallenta am 2. Juli 2000. Sein Amt trat er am 1. September des Jahres an.

Seine Wiederwahl war am 18. Mai 2008.

Die treibende Kraft dieser „Ablösungsprozedur“ war damals Detlef Lange, der SPD-Fraktionsvorsitzende. Pikanterweise hat ihn seine Partei danach dann nicht als ihren Kandidaten für die Bürgermeisterwahl nominiert. Bei der Abstimmung im Ortsverein setzte sich Christian Maaß gegen ihn mit elf zu acht Stimmen durch. Für Detlef Lange war das ein harter Schlag.

Bei der Wiederwahl 2008 stattliche 75,95 Prozent

Nachdem seine erste achtjährige Amtszeit zu Ende gegangen war, setzte sich Roy Wallenta bei seiner zweiten Bürgermeisterwahl am 18. Mai 2008 mit klarem Vorsprung durch. Er fuhr stattliche 75,95 Prozent der Stimmen ein und seine einzige Gegenkandidatin Christine Milde bekam 24,05 Prozent. Beide waren als parteilose Einzelkandidaten angetreten. Roy Wallenta rechnete allerdings auf die Unterstützung der freien Wählergemeinschaft Döberitz-Mögelin-Premnitz (DMP), die im Vorfeld der Wahl gegründet worden war.

Von Bernd Geske

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