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Havelland Wansdorfer Dorfkirche wiedereröffnet
Lokales Havelland Wansdorfer Dorfkirche wiedereröffnet
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00:28 24.06.2015
Pfarrer Imanuel Albroscheit (links) erhält den Kirchenschlüssel von Architekt Peter Walter. Quelle: Annett Lahn
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Wansdorf

Die Wände sind weiß, der Fußboden schlicht, es ist kein buntes Glas in den Fenstern, keine Gemälde oder Apostelfiguren zieren die Kirche, eine Kanzel gibt es auch nicht. Nur ein einfaches Holzkreuz hängt am Altar der Wansdorfer Kirche. Einst war das Gotteshaus im Schönwalder Ortsteil eine prächtige kleine Barockkirche mit Empore und Patronatsloge. Seit dem Zweiten Weltkrieg aber ist das Gebäude in Verfall geraten. Seit zehn Jahren bemüht sich ein Förderverein um die Sanierung der Kirche. Gestern wurde sie mit einem Festgottesdienst wieder eröffnet und soll künftig wieder kulturelles Zentrum des Dorfes sein.

Besonders glücklich zeigten sich darüber die Mitglieder des Fördervereins. Vereinschef Christian Maechler sagte: „Ich freue mich, dass wir soweit gekommen sind.“ Zuletzt wurde die Außenfront der Kirche verputzt und gestrichen. Innen wurde eine Heizung eingebaut, Estrich eingebracht sowie Elektrokabel verlegt und Wände gestrichen. Auf dem Grundriss der einstigen Patronatsloge entstand ein Anbau mit Küche und WC.

Die Baukosten bezifferte der frühere Spandauer Pfarrer Maechler, der beim Festgottesdienst predigte, mit 360 000 Euro. Drei Viertel davon stammen aus EU-Mitteln, der Rest aus einem zinslosen Kredit der Kommune. Maechler erklärte: „Die EU förderte den Bau, weil die Kirche nicht nur Gläubigen als Gotteshaus dient, sondern auch kulturelles Zentrum ist.“ Neben monatlichen Benefizveranstaltungen gäbe es Auftritte der Line-Dancer und Musikschulunterricht für Kinder.

In der Predigt bezeichnete er die Kirche als „Wohnzimmer“ und sagte: „Wir treffen uns in unserer guten Stube zum Reden und Feiern, und wenn wir die Stube verlassen, tragen wir die Liebe und den Geist Gottes hinaus, auch zu den Flüchtlingen, die bald zu uns nach Schönwalde kommen.“

Baugeschichte der Wansdorfer Dorfkirche

Im 14. Jahrhundert wurde das Haus als Feldsteinkirche erbaut und von Sankt Nicolai zu Spandau betreut.

Seit 1539 ist die Kirche evangelisch. 1716 wurde sie bei einem Brand des Dorfes stark beschädigt.

Ein neuer Turm wurde 1765 gebaut. Die Kirche avancierte zur Märkischen Patronatskirche im bäuerlichen Barock mit Patronatsloge an der Südwand.

Im Jahr 1860 bekam das Gotteshaus eine Lüdkemüller-Orgel, 1933 eine neue Innenraum-Gestaltung.

Die barocke Kanzel und die Empore wurden 1969 wegen angeblichen Holzwurmbefalls entfernt und die Patronatsloge abgerissen.

Der Förderverein gründete sich 2005, um die denkmalgeschützte Kirche vor dem Verfall zu retten.

Wansdorfs Ortsvorsteher Siegfried Spallek (CDU) sieht in der multifunktionalen Kirche ein Kulturhaus. Er sagte: „Für mich ist es ein großartiger Tag.“ Sorgen bereiten ihm allerdings die noch offenen mittelalterlichen Fensterausformungen hinter dem Altar. Noch sei Pappe vor den Fenstern, das müsse sich bald ändern. Entdeckt wurden die Fenster sowie Bemalungen an der Wand während der Sanierungsarbeiten. Maechler hofft den mittelalterlichen Schatz mit vielen Schmuckornamenten sowie Bildern der Apostel Paulus, Petrus und Christus auf der Weltkugel demnächst bergen zu können. Er hofft auf Stiftungsgelder in Höhe von 30 000 bis 40 000 Euro.

Ein Sorgenkind bleibt auch die Orgel. Aufgrund der bereits erneuerten Prospekte sieht sie zwar gut aus, ist jedoch nicht nutzbar. „Keiner im Dorf erinnert sich, wann sie zuletzt gespielt wurde“, so Maechler. Mehr als 15 000 Euro müssten in das Instrument investiert werden. Dafür werde bei weiteren Benefizveranstaltungen gesammelt. Die vom Förderverein organisierten monatlichen Konzerte sind dank professioneller Musiker erfolgreich. Für Irmtraud Wilke, die in der Kirche getauft und konfirmiert wurde, war der Festgottesdienst die dritte Veranstaltung seit Pfingsten, bei der alle 100 Plätze der Kirche besetzt waren. „Wir haben es geschafft. Die Kirche ist wieder hergestellt und die Menschen kommen“, so die Ortschronistin. Manfred Heß, der auch im Förderverein mitarbeitet, meinte: „Wer jahrelang alle vier Wochen ein Konzert veranstaltet, ist heute erleichtert, dass sich diese Arbeit gelohnt hat.“

Von Annett Lahn

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