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Havelland Warten auf Fördermittel
Lokales Havelland Warten auf Fördermittel
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06:30 06.03.2018
Winfried Rall erklärt Felix Menzel (SPD), Martin Gorholt (SPD) und Udo Folgart (SPD) die geplanten Maßnahmen am Buckower See. Quelle: Christin Schmidt
Buckow

„Als ich ein Kind war, sah es hier noch ganz anders aus, da war der See tiefer und nicht so sehr verschlammt. Es war ein Badegewässer“, erinnert sich Felix Menzel, Bürgermeister der Gemeinde Milower Land (SPD).

Inzwischen springt Menzel nicht mehr in den Buckower See. Bei einer Tiefe von etwa 50 bis 80 Zentimetern würde sich das auch nicht lohnen. Stattdessen arbeitet er seit 2012 mit Winfried Rall, dem Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes Untere Havel-Brandenburg in Rathenow, an Maßnahmen, die die Struktur des Gewässers verbessern.

„Der See soll wieder einen Ablauf bekommen. Wir wollen revitalisieren und das Gewässer wieder in Ordnung bringen“, erklärte Menzel bei einem Vororttermin am Montagmorgen.

Der Buckower See – Ein Angleridyll

Der Buckower See ist ein rund 43 Hektar großes Stillgewässer auf dem Gebiet der Gemeinde Milower Land.

Das Gewässer ist Naturschutzgebiet und als Vereinsgewässer den Mitgliedern des Angelsportvereins Buckow-Großwudicke 1946 vorbehalten.

Die Mitglieder nutzten den See regelmäßig für verschiedene Vereinsaktivitäten.

Vor rund 20 Jahren gab es an jener Stelle, an der sich heute gern die Angler ans Ufer setzen, noch ein Badestelle.

Aufgrund der Fortschreitenden Verschlammung ist der etwa 620 Meter lange und maximal etwa 320 Meter breite See heute längst kein Badeidyll mehr.

Bereits seit 2007 versucht der Wasser- und Bodenverband, das Problem über den Landeswasserhaushalt in den Griff zu bekommen. „Es gab lange Diskussionen und schließlich ist es uns auch gelungen, die Zustimmung der zuständigen Behörden zu bekommen“, berichtete Winfried Rall.

Seit 2015 liegt bereits die Projektierung und damit auch die fachliche Genehmigung vor, die mit 36 000 Euro gefördert wurde. Die Planung sieht unter anderem vor, das alte Schöpfwerk in Steckelsdorf abzureißen und ein weiteres Wehr im Rathenower Stadtgebiet zu rekonstruieren.

Im Schliepengraben sind zudem Flachwasserzonen geplant und der Ablauf des Buckower Sees soll geöffnet werden. Das Ganze kostet laut Planung rund 266 000 Euro.

2017 hat der Wasser- und Bodenverband für diese und vier weitere Maßnahmen Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 1,8 Millionen Euro beim Umweltministerium des Landes Brandenburg beantragt und wartet nun auf die Genehmigung.

Beim gemeinsamen Blick auf die Karte erläuterte Winfried Rall (2.v.r.) noch einmal die geplanten Maßnahmen Quelle: Christin Schmidt

„Wir wissen noch nicht, welche unserer fünf Maßnahmen bewilligt werden. Wir haben bisher keinerlei Informationen von der Investitionsbank des Landes bekommen, über die diese Förderungen nun laufen“, so Rall. Da aber bereits in die Planung Fördermittel geflossen sind, geht er von einem positiven Bescheid aus.

„Für mich ist das hier ein Beispiel, das zeigt, dass wir in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz ein Vorhaben umsetzen können“, betonte Rall und erinnerte noch einmal daran, dass der Schilfgürtel seit Jahren immer weiter zuwächst.

Umsetzung in 2018 hält Winfried Rall für unrealistisch

„Dem zu zuzuschauen, entspricht zwar der Philosophie unserer Zeit, nach der man der Natur ihren Lauf lassen muss. Aber hier, in einer bebauten Landschaft, kommen wir an einen Punkt, an dem das nicht mehr funktioniert, weil ringsum alles vernässt“, warnte Rall.

Einen Maßnahmenbeginn in diesem Jahr hält er für unrealistisch. „Selbst, wenn die Genehmigung 2018 kommt, brauchen wir mindestens noch ein halbes Jahr für die Ausschreibung“, so Winfried Rall.

Felix Menzel hofft dennoch auf eine schnelle Umsetzung, denn die Maßnahme sei auch für die Buckower und die Mitglieder des hiesigen Angelvereins von Bedeutung.

„Wir haben hier ein Problem mit der Entwässerung. Der See sollte das eigentlich übernehmen, das tut er aber längst nicht mehr“, so Menzel. Mit der Umsetzung soll ein regelbarer Wasserstand erreicht werden, der sich auch auf Rathenow auswirken dürfte, mutmaßt der Bürgermeister.

Von Christin Schmidt

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