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Havelland Warum Holger Schreiber gleich im ersten Wahlgang siegte
Lokales Havelland Warum Holger Schreiber gleich im ersten Wahlgang siegte
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11:26 28.02.2018
Gefeiert: Holger Schreiber mit seiner Frau Kerstin. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Wustermark

Wen man auch fragt nach der Bürgermeisterwahl in Wustermark – Amtsinhaber Holger Schreiber (parteilos) hatten alle als Favoriten angesehen. Dass er sich gegen seine fünf Mitbewerber allerdings so deutlich durchsetzt und dabei mit 52 Prozent der abgegeben Stimmen die absolute Mehrheit bekommt, war eine Überraschung.

Mehrere Dinge hat der Wahlabend in Wustermark deutlich gezeigt: Die Wähler sind grundsätzlich mit dem Kurs, den Holger Schreiber in Zusammenarbeit mit den Gemeindevertretern vorgibt, einverstanden.

Geringe Wahlbeteiligung überrascht

Er selbst sagt auf die Frage, wie lange sein Wahlkampf gedauert hat und warum er nicht auch wie sein Kontrahent Tobias Bank (Linke) durch die Wustermarker Ortsteile gezogen ist.

>>NACHLESE: Das war der Wahltag im Westen Brandenburgs

„Ich habe in den letzten acht Jahren Wahlkampf gemacht. Dabei habe ich oft die Möglichkeit genutzt, mit den Bürgern ins Gespräch zu kommen. Und die Bürger konnten mich befragen oder mir ihre Meinung sagen.“

Genauso überraschend wie der klare Erfolg des Amtsinhabers ist die geringe Wahlbeteiligung mit 52,2 Prozent. 3969 Wustermarker sind an die Urnen getreten. 7906 hätten es gekonnt.

Elke Schiller vermutet ein Desinteresse in der Bevölkerung

„Es ist wohl so, dass viele Leute ihre eigenen Probleme vor die der Gemeinde stellen und deshalb ein gewisses Desinteresse vorliegt“, vermutet Elke Schiller, Sprecherin der Wustermarker Wählgemeinschaft. Es sei schade, dass so wenige gewählt haben.

„Trotzdem bin ich mit dem Wahlergebnis sehr zufrieden, weil jetzt die vielen begonnenen Vorhaben in der Gemeinde nahtlos fortgesetzt werden können.“ Außerdem freue sie sich, weil der Wahlkampf ohne Beschimpfungen oder Verunglimpfungen über die Bühne gegangen sei.

Genugtuung bei den Sozialdemokraten

Bei den Wustermarker Sozialdemokraten herrscht Genugtuung darüber, dass Amtsinhaber Schreiber, den die SPD offiziell unterstützt hatte, es im ersten Versuch geschafft hat, so die Ortsvereinsvorsitzende Christina Hanschke.

Sie ärgere sich über die „recht maue Wahlbeteiligung“, glaubt aber, dass es „für die meisten Leute in Wustermark gut läuft und sie keinen Grund sehen, etwas mit ihrer Stimme zu ändern.“

Selbst Roland Mende, einer der Mitbewerber um den Bürgermeisterposten, freut sich, „dass alles ohne Stichwahl abgeht“. Die Bürger noch mal zur Wahlurne zu bringen, wäre aus seiner Sicht noch schwieriger geworden.

Roland Mende hatte sich von vornherein keine Hoffnungen gemacht

„Ich persönlich hatte mir keine großen Hoffnungen im Vorfeld gemacht. Sicher hätte ich gern einige Stimmen mehr gehabt als 91, aber das könnte an meinem Alter von 66 Jahren liegen. Die Jüngeren sind etwas flotter unterwegs.“

Mit ihren sieben Prozent zufrieden zeigt sich Einzelbewerberin Katja Schönitz, die von Bündnis 90/Die Grünen unterstützt wurde. „Erstens haben die Grünen dieses Mal mehr Stimmen in Wustermark bekommen als bei der Bundestagswahl. Zweitens sind im Wahlkampf grüne Themen auf die Tagesordnung gerückt worden, was Wustermark nur gut tun kann.“

Katja Schönitz verfehlt ihr Wahlziel deutlich

Aber die 35-Jährige räumt ein, das Wahlziel, in die Stichwahl zu kommen, nicht erreicht zu haben. Sie wolle sich jetzt aber nicht komplett wieder aus der Kommunalpolitik zurückziehen sondern weiter aktiv bleiben.

Das will auch der Zweitplatzierte Tobias Bank (Linke), zumindest bis zum Ende der Wahlperiode im nächsten Jahr. Er hätte gern „einen Kandidaten in der Stichwahl neben dem Bürgermeister gesehen, um die Beschäftigung mit Politik und Demokratie in der Gemeinde zu fördern“, so der 32-Jährige.

Kreuels: Die Wahl ist nicht optimal verlaufen

Ihm war es als einzigem am Sonntag gelungen, in einem Wahlkreis mehr Stimmen als Holger Schreiber zu erhalten. Das betraf den neu zugeschnittenen Wahlbezirk 5 in Elstal, der die Bereiche ab der Rosa-Luxemburg-Allee bis in Richtung B 5 umfasst.

Für CDU-Mann Oliver Kreuels, der sich am Freitag einer Operation unterzogen hat, sei die Wahl nicht optimal verlaufen, gesteht Halvor Adrian, Vorsitzender des CDU-Gemeindeverbandes Wustermark. „Herr Kreuels hatte sich nicht um die Kandidatur gerissen, aber sich dann der Sache gestellt.

Deshalb kommt das Ergebnis für uns nicht unerwartet, wenngleich es schon mehr als zehn Prozent hätten sein können.“

Von Jens Wegener

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