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Havelland Was tun gegen die Wildschweine?
Lokales Havelland Was tun gegen die Wildschweine?
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18:24 14.12.2017
Seit Jahren ist das Wildschweinproblem in der Gemeinde Dallgow-Döberitz schon bekannt – Ein Jäger soll für Abhilfe sorgen Quelle: dpa
Dallgow-Döberitz

Seit gut einem Jahr besitzt Uwe Gerisch, als ehreamtlicher Jagdpächter, eine Ausnahmegenehmigung, die es ihm erlaubt, auch in den Dallgower Wohngebieten zu jagen. Dies ist ein Versuch, die seit Jahren bestehende Wildschweinproblematik in den Griff zu bekommen.

„In diesem Jahr habe ich bereits fünf Wildschweine im inneren Gemeindegebiet erschossen“, erklärte Gerisch am Mittwochabend auf der Sitzung der Gemeindevertreter. In den Außenbereichen konnte er sogar 102 Tiere erlegen. Derzeit würden sich 30 und 40 Wildschweinsauen im Dallgower Gemeindegebiet aufhalten. Dazu kommen noch einmal die Frischlinge. Diese fühlen sich vor allem im dem Wäldchen hinter dem Gymnasium wohl und kommen nicht wie vermutet aus der Döberitzer Heide.

Eine Jagd im Wohngebiet sei allerdings fast nie möglich, da es schlicht zu gefährlich ist. „Als Jäger brauche ich ein freies Schussfeld und die Garantie, dass sich keine Menschen im Umfeld befinden, die dadurch gefährdet wären“, so Gerisch. Denn wird ein Tier getroffen dringt das Projektil auf der Rückseite wieder heraus, und zersplittert getroffene Knochen in tausende Teile, die zu tödlichen Geschossen werden.

In dieser Woche hat er sich deshalb mit Dallgows Bürgermeister Jürgen Hemberger (Freie Wähler) und dem Vorsitzenden der Gemeindevertretung Ralf Böttcher getroffen, um über neue Lösungen nachzudenken. „Wir haben nun einen Ort festgelegt, wo geschossen werden kann und keine Gefahr für andere besteht“, erklärte Ralf Böttcher. Entscheidend sei ein Platz an dem Schweine und Jäger ungestört sind.

An welchem Ort genau der Jagdpächter künftig auf die Wildschweine ansetzen soll, wollten die Beteiligten nicht verraten. Und das aus einem guten Grund. „Wenn wir sagen, wo dieser Ort ist, haben wir dort ganz schnell Gaffer, die einen sicheren Schuss unmöglich machen“, so Böttcher. Denn schon jetzt sind es vor allem besorgte oder unvorsichtige Anwohner die Uwe Gerisch die Jagd erschweren.

„Die Leute werden natürlich unruhig, wenn ich mit meiner Waffe umherlaufe. Einige wollten schon die Polizei rufen“, erzählte er. Ein weiteres Problem seien Hundebesitzer, die, meist unbeabsichtigt, die Tiere aufscheuchen. Die Gemeinde möchte daher zeitnah einen Leitfaden entwickeln und öffentlich machen, in dem Verhaltensregelen, sowohl für das Aufeinandertreffen mit Wildschweinen, als auch für das Vermeiden von Störungen der Jagd, aufgelistet werden sollen.

Das endlich etwas passiert wünschen sich auch viele Anwohner. „Seit Monaten kommen die Wildschweine in unseren Garten und haben ihn inzwischen vollständig zerstört“, teilte Susan Durchholz den Gemeindevertretern mit. Als Rollstuhlfahrerin konnte sie an der Sitzung nicht teilnehmen. Ralf Böttcher verlas daher einen Brief in ihrem Auftrag.

„Wir tauen uns kaum noch vor die Tür und würden unser Grundstück auch zum Schießen anbieten“, heißt es darin weiter. Die Sorgen sind auch den Gemeindevertretern bekannt. „Es ist natürlich kein schönes Gefühl, morgens auf dem Weg zur Schule plötzlich einer Rotte zu begegnen“, betonte Ralf Böttcher. „Es kann aber auch nicht sein, dass einige Leute extra Futter an den Schwanengraben leben, so bekommen wir das Problem nicht in den Griff“, so Jürgen Hemberger. Dass Dallgow irgendwann wildschweinfrei seien wird, daran glaubt Uwe Gerisch nicht. Das Problem könne vielleicht eingedämmt, aber auf keinen Fall gelöst werden.

Dallgow-Döberitz ist allerdings nicht die einzige Gemeinde, die mit Wildschweinen zu kämpfen hat. Auch in Falkensee wird seit Anfang der 1990er Jahre versucht den Wildschweinen Herr zu werden. „Die zuständigen Jäger, mit Sondererlaubnis, erlegen etwa 100 Tiere im Jahr, stellen aber auch fest, dass aufgrund der milden Winter häufig zweimal im Jahr Frischlinge geboren werden“, teilte Falkensees Ordnungsamtsleiter Michael Sahr auf Anfrage der MAZ mit.

Es sei ein Problem mit dem fast alle Städte und Gemeinden zu kämpfen haben.

Von Danilo Hafer

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