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Havelland Was tun, wenn die Augen sich verschlechtern?
Lokales Havelland Was tun, wenn die Augen sich verschlechtern?
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18:36 11.10.2017
Optometriestudentin Romy Hildebrandt beim Selbstversuch mit einer Simulationsbrille. Quelle: Ralf Stork
Falkensee

Man sieht, dass man nichts sieht. Obwohl, das stimmt auch wieder nicht genau: Durchs rechte Glas der Simulationsbrille sieht man diffuse Schemen. Den hellen großen Fleck könnte man mit viel Anstrengung vielleicht als Tür oder Fenster dechiffrieren. Nach einigen Sekunden bemerkt man auch, dass das linke Glas nicht komplett dunkel ist, sondern dass sich in der Mitte ein winziges Loch befindet, eigentlich nur ein Punkt, durch den man halbwegs klar gucken kann.

Wirklich was erkennen kann man durch beide Gläser nicht. „Mit einer solchen Einschränkung des Gesichtsfeldes und der Sehschärfe ist man praktisch blind“, sagt Michaela Franke , die Blinden und Sehbehinderten dabei hilft, sich im Alltag zurecht zu finden.

Die kurze Selbsterfahrung mit der Brille hilft dabei, sich in die Alltagswelt von Blinden und Sehbehinderten hineinzudenken. Im Mittelpunkt der Veranstaltung zur „Woche des Sehens“ stehen aber die Betroffenen selbst. „Wir zeigen Sehbehinderten und Blinden, wie sie mit dem Blindenstock umgehen können, was für Lese- und Vorlesehilfen es gibt und wie sie sonst ihren Alltag einfacher meistern können“, sagt Manuela Klein-Kauk.

Sie ist Vorsitzende des Blinden- und Sehbehindertenverbandes im Havelland und hatte die Veranstaltung in den Räumen des Optikers „Augenwelten“ in Falkensee organisiert. Gerade hat sie eine ältere Dame beraten, deren Sehvermögen in den vergangenen Jahren stark abgenommen hat: „Viele wissen gar nicht, auf welche Hilfsmittel sie Anspruch haben“, sagt Klein-Kauk. So wird nicht nur der Langstock für Blinde von der Kassen bezahlt, sondern auch die Schulung, wie man den Stock am besten einsetzt. Auch die Kosten für bestimmte Leselupen und Vorlesehilfen müssen Sehbehinderte nicht selbst bezahlen.

„Ein großes Problem ist, dass viele ältere Menschen sich immer stärker zurückziehen, wenn sich ihre Augen verschlechtern“, sagt Manuela Klein-Kauk. Die Veranstaltung zur Woche des Sehens dient also auch dazu, den Betroffenen zu zeigen, dass es Hilfsmittel gibt, die einem dabei helfen, trotz allem selbstständig und gesellschaftlich aktiv zu bleiben.

Die Verbandsvorsitzende selbst ist ein gutes Beispiel dafür: Sie trägt eine Brille mit ziemlich dicken Gläsern, bewegt sich aber so sicher und gewandt durch die Geschäftsräume, dass man nicht im Traum daran denkt, sie könnte blind sein. Ist sie aber. Seit ihrem 23. Lebensjahr. Besonders beschwerlich für ihren Alltag findet sie heute, dass überall Kreisverkehre gebaut werden: „Deswegen sind viele Fußgängerampeln mit akustischen Signalen verschwunden. Für uns wird das Überqueren von Straßen so deutlich gefährlicher.“

Manuela Klein-Kauk ist per Mail unter klein-kauk@web.de zu erreichen.

Von Ralf Stork

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