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Havelland Waschechter Bayern-Fan feiert 100. Geburtstag
Lokales Havelland Waschechter Bayern-Fan feiert 100. Geburtstag
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00:17 13.03.2017
Am Freitag feiert Gertrud Rakowski im Kreise ihrer Familie. Quelle: Sander
Nauen

Ein Bayern-Fan mit Putzfimmel – Gertrud Rakowski aus Nauen feiert am Freitag 100. Geburtstag.

Ihr Leben lang umsorgte sie ihre Familie, kümmerte sich um den Haushalt und arbeitete bis zur Rente in der Nauener Getränkeproduktion in der Hertefelder Straße. Nur einmal nahm sie sich die Zeit gemeinsam mit ihrem Mann Paul Urlaub in Thüringen zu machen. Mit 85 Jahren stieg sie schließlich zum ersten Mal in ein Flugzeug. Um ihre Mannschaft – die Bayern – spielen zu sehen, begab sich die lebenslustige Frau in luftige Höhen. In München wurde sie mit einem Spiel gegen den FC Schalke 04 entlohnt.

Fußballfan aus Leidenschaft

„Ich war schon immer vom Fußball begeistert. Mein Bruder hat bei Markee gespielt – ihm habe ich jedes Wochenende zugeguckt“, so Gertrud Rakowski. Auch Spiele der Nauener Mannschaften habe sie immer mit Interesse verfolgt, nur selber habe sie nie gespielt, scherzt die Nauenerin, die den größten Teil ihres Lebens in der Funkstadt verbrachte.

Gemeinsam mit ihrem Mann zog sie 1937 für die Arbeit aus Markee weg. Dort hatten sich die Eheleute kennen und lieben gelernt. Gertrud Rakowski war mit ihren Eltern und den insgesamt acht Geschwistern aus Schwarzwald, einer kleinen Stadt in Polen, nach Markee gekommen. Damals war Gertrud gerade einmal zehn Jahre alt. Die Familie kam in Baracken unter, wo die lebenslustige Gertrud auch bis zu ihrer Heirat lebte.

Stolze Braut ganz in weiß

Als stolze Braut in weiß und in einen langen Schleier mit Spitze gehüllt lacht Gertrud Rakowski dem Betrachter des 80 Jahre alten Hochzeitsbildes entgegen. „Es war ein großes Fest mit der ganzen Familie“, so die 100-Jährige, die damals in der Landwirtschaft arbeitete und in Nauen eine Anstellung in der Getränkeproduktion bekam.

Das Foto wurde kurz nach Gertrud Rakowskis Hochzeit mit ihrem Paul aufgenommen. Quelle: Repro

1939 wurde Rakowskis einzige Tochter Gisela geboren, bei der die Seniorin heute wohnt. Kurz darauf wurde Paul Rakowski eingezogen und kehrte erst 1947, zwei Jahre nach Ende des Krieges, nach Hause zurück. Seine Frau kümmerte sich derweil aufopfernd um ihre Familie, kochte leidenschaftlich gerne und erledigte sogar die alltägliche Hausarbeit mit einem Lächeln.

„Meine Mutter hatte schon immer einen leichten Putzfimmel. Bis vor einigen Jahren hat sie noch täglich Staub gewischt – das würde mir ja nicht in den Sinn kommen“, lacht Tochter Gisela Fiedler.

Vor kurzem lebte Gertrud Rakowski, deren Mann Paul mit 91 Jahren verstarb und damit ebenfalls ein hohes Alter erreichte, noch alleine in ihrer Wohnung in der Nauener Gartenstraße, in der sie 35 Jahre lang Zuhause war, und versorgte sich weitestgehend selbst. „Meine Tochter und meine Enkelin haben mich regelmäßig besucht und mir im Alltag geholfen. Im November ging das alles nach einem Sturz nicht mehr“, so die Jubilarin.

Tägliches Sportprogramm

Ein Pflegeheim kam für die Familie nicht in Frage und so zog Rakowski zu ihrer Tochter in den dritten Stock. „Das ist für uns beide tägliches Training – so halten wir uns fit. Bislang klappt das ganz gut“, sagt die 78-jährige Fiedler. Schließlich habe ihre Mutter immer für sie und ihre Kinder gesorgt und sei damals sogar täglich nach Markee gefahren, um ihre eigenen Eltern zu pflegen.

„Ich habe mir erst einmal ein halbes Jahr frei genommen, um meine Mutter bei der Pflege zu unterstützen – ich bin täglich hier. Wenn ich wieder anfange zu arbeiten wird es hektischer, aber es ist zu schaffen“, sagt auch Rakowskis Enkelin Gabriele Berndt, die ebenfalls in der Funkstadt wohnt. „Meine Oma hat mittlerweile zwei Enkel, vier Urenkel und zwei Ururenkel, die alle in der näheren Umgebung leben. Es ist schon Wahnsinn, wenn man überlegt, was sie alles in ihrem Leben erlebt und gesehen hat“, so Berndt.

Tanzen und Feiern

Wahnsinnig gern hat die heute Seniorin das Tanzbein geschwungen. Gemeinsam mit ihrem Paul, Tochter Gisela und ihrem Schwiegersohn war sie fast jedes Wochenende unterwegs. Ganz besonders die Veranstaltungen im Nauener Volksgarten hat die Seniorin immer genossen. „Egal ob jung oder alt – für jeden war etwas dabei. Tanzmusik von der Blaskapelle und andere Live-Bands haben ihr immer besonders gefallen“, erinnert sich Tochter Gisela Fiedler.

Gefeiert habe Gertrud Rakowski sowieso am liebsten. „Ihren 90. Geburtstag haben wir noch groß bei mir Zuhause gefeiert, den 95. dann in einer Gaststätte in Ketzin“, so Enkelin Gabriele Berndt. Etwas ruhiger gehen die Damen den heutigen Ehrentag an. „Heute kommen meine Neffen und Nichten, meine Enkel und Urenkel zu Besuch. Wir feiern ganz gemütlich im kleinen Kreis bei Kaffee und Kuchen“, so die Jubilarin, die sich als Oberhaupt der Familie sichtlich wohl fühlt.

Von Laura Sander

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