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Spandauer Unicef-Aktivisten im Havelland Wasser, Nahrung, Bildung

Eine Gruppe von Spandauer Unicef-Aktivisten will die Arbeit auf das Havelland ausdehnen. In Falkensee suchen sie Mitstreiter für ihre ehrenamtliche Arbeit. Im vergangenen Jahr hatten sie sich in der Bibliothek und auf dem Stadtfest vorgestellt..

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Aus Spenden werden Brunnen: Wasser – ist eines der zentralen Themen in der Unicef-Arbeit.

Quelle: UNICEF/Cherkaoui, Marlies Schnaibel

Falkensee/Spandau. Eines Tages hatte Nelly Werner Post von Unicef im Kasten. Sie spendete seit Jahren für die Kinderhilfsorganisation Geld, nun wurde sie gefragt, ob sie sich ehrenamtlich engagieren würde, nicht nur Geld, sondern auch Zeit spenden würde. Das war vor vier Jahren. Die Spandauerin ging zu einem Informationstreffen ins Rathaus und hob mit einer kleinen Gruppe die Spandauer Unicef-Gruppe aus der Taufe. Nun möchte sie deren Aktionsradius auf das Havelland ausdehnen und in Falkensee eine Gruppe aufbauen.

Nelly Werner ist Falkensee eng verbunden. Die heute 66-Jährige wurde hier geboren, ging in die Schule. Aber bei Nacht und Nebel hatten ihre Eltern sich nach Westberlin abgesetzt. Nachdem ein Onkel wegen seines losen Mundwerks im Zuchthaus gelandet war, wurde es der Familie im Osten zu brenzlig. Jahrzehntelang hat Nelly Werner nur wenige Meter neben der Grenze gewohnt. „Wir hörten das Bellen der Hunde auf dem Grenzstreifen“, erinnert sie sich. Als die Mauer fiel, machte sie sich auf den Weg in Falkensee, um nach Erinnerungen zu suchen. Sie traf einstige Mitschülerinnen und ist bis heute mit ihnen befreundet.
„Falkensee ist herzerfrischend, die Kontakte sind direkt und offen“, beschreibt sie ihre Erfahrungen, die sie als Unicef-Aktivistin mit der Stadt machte. Unkompliziert sei der Kontakt, erinnert sich auch ihr Mitstreiter Norbert Trapp. So konnten sie in der Bibliothek eine Ausstellung zeigen, haben sich beim Stadtfest mit einem Stand vorgestellt.

Nun werden Mitstreiter gesucht, die Arbeit von Unicef auch in Falkensee zu verankern. „Vielleicht bilden wir mit Span- dau eine gemein- same Gruppe“, sagt Norbert Trapp 68). Der Franke war 1983 nach Berlin gekommen, hatte als Ingenieur bei Siemens gearbeitet. Als Rentner wollte er nicht zu Hause sitzen, sondern etwas Sinnvolles machen. So kam er zu Unicef. Beide - Nelly Werner und Norbert Trapp - könnten ihre Zeit auch mit Enkelpflege füllen, aber sie wollen mehr. „Ich bin dankbar, dass es mir gut geht“, sagt Nelly Werner, „da möchte ich etwas abgeben.“ Und so sind die beiden mit einer Handvoll Spandauer dabei, Unicef zu unterstützen. Das heißt vor allem Geld sammeln, das dann auf Projekte verteilt wird. „Das ist manchen Leuten zu abstrakt, einige würden lieber direkt einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Familie oder hier vor Ort in Flüchtlingslagern helfen“, hat Norbert Trapp beobachtet. All das ist auch gut und wichtig. Aber Unicef setzt auf Projekte dort, wo das Elend besteht.

„Ich habe viel über Wasser gelernt“, sagt Norbert Trapp über seine Jahre bei Unicef. „Und ich über Erdnusspaste“, ergänzt Nelly Werner. Die Paste – kalorienreich, lange ohne Kühlung haltbar – ist sehr gut geeignet, extrem abgemagerte Kinder wieder aufzupäppeln. Wasser, Bildung, Impfungen. „Wenn man weiß, dass man für 20 Cent in Jordanien eine Impfung realisieren kann, dann weiß man auch Kleinspenden von 20 Euro zu schätzen“, macht Norbert Trapp eine humanistische Rechnung auf. Deshalb sind sich die Spandauer Unicef-Leute nicht zu schade, stundenlang auf Weihnachtsmärkten zu stehen, zu Tagen der Offenen Tür zu Feuerwehren oder Schulen zu gehen, um Spenden zu sammeln. „Jede Summe hilft“, sagt Nelly Werner.

Im Mai will sich die Gruppe wieder in der Falkenseer Bibliothek vorstellen und eine Ausstellung zeigen. Vielleicht sind bis dahin auch schon wenige Falkenseer Mitstreiter für die Sache gefunden.

Von Marlies Schnaibel

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