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Wasser- und Abwasserverband feiert Jubiläum

25 Jahre Wasser- und Abwasserverband feiert Jubiläum

Am 1. Mai besteht der Wasser- Abwasserverband Rathenow 25 Jahre. Ein Jubiläum, das Anlass gibt, zurückzuschauen. Denn in dieser Zeit wurden viele Millionen Euro in die Ver- und Entsorgung, in den Bau von Klärwerken und die Sanierung von Wasserwerken gesteckt.

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Quelle: dpa

Rathenow. 1. Mai 1991. Wendezeit – Goldgräberstimmung. In den Rathäusern versuchen neu gewählte Bürgermeister sich im Paragrafendschungel zurechtzufinden. Und neu gewählte Stadtverordnete haben ihre liebe Mühe mit den schwierigen Vorlagen. Und es wird schwieriger. Denn die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung wird wieder zur kommunalen Aufgabe. Will heißen: Kreise, Städte und Gemeinden müssen den Aufbau einer vernünftigen Ver- und Entsorgungsstruktur leisten.

Der Altlandkreis Rathenow mit Landrat Dieter Dombrowski an der Spitze empfiehlt daraufhin, einen Zweckverband zu schaffen. Die Ämtern Rhinow, Nennhausen, die 1991 noch existierenden Ämter Rathenow und Premnitz, das Amt Milow und die Städte Rathenow und Premnitz schlossen sich zusammen.

Im Gründungsjahr gab es in keiner Gemeinde im Verbandsgebiet keine öffentliche Trinkwasserversorgung. Überall private Brunnen, Abwassergruben und Umweltprobleme. „Wir standen vor einer riesigen Herausforderung“, erinnert sich Ronald Seeger. Er hat die Entwicklung des Verbandes hautnah und von Beginn an miterlebt – als stellvertretender Bürgermeister, als Beigeordneter und als Bürgermeister. „Wir haben mit dem WAV stets die Ärmel hochgekrempelt“, so Seeger.

Seeger hat Verband von Anfang an begleitet

Ein Vierteljahrhundert und viele Millionen Euro Investitionen später sehe die Welt anders aus als 1991, freut sich Ronald Seeger. Die professionelle Ver- und Entsorgung sei gewährleistet. Über 99 Prozent der Menschen im Verbandsgebiet sind an die öffentlichen Kanäle und Leitungen angeschlossen. Rund 1,6 Millionen Kubikmeter Abwasser werden jedes Jahr in den vier Klärwerken behandelt und wieder aufbereitet.

Für Seeger besonders wichtig: „Trotz dieser erfolgreichen Entwicklung und trotz der hohen Investitionen war es möglich, die Gebühren für das Lebensmittel Nummer 1 stabil zu halten.“ Wer hier lebe, der könne sich darauf verlassen, dass stets Wasser in guter Qualität aus den Hähnen laufe.

Ähnlich sieht es Dieter Dombrowski, damals Landrat des Kreises Rathenow und heute Vizepräsident des Landtages Brandenburg. „Als ich im Juni 1990 ins Amt gewählt wurde, waren die Versorgung mit Wasser und die Abwasserentsorgung die herausragenden Aufgaben.“ Über Nacht galten die hohen Standards der Bundesrepublik auch in den neuen Ländern. „Für uns stellte sich vor allem die Frage, wie wir das organisieren, ohne die Kommunen gleich wieder um die soeben gewonnen Freiheiten zu bringen.“ Vorübergehend wurde die Abwasserentsorgung und die Wasserversorgung daher eine Aufgabe des Landkreises. Und ab 1991 begann der Aufbau des WAV.

Wasserversorgung einst „herausragende Aufgabe“

Die letzte Gemeinde, die im Verbandsgebiet hinzukam, war im Jahr 1996 Nitzahn mit dem Ortsteil Knoblauch (damals Amt Milow). Nun war das Verbandsgebiet komplett.

Eines der größten Bauprojekte war die Rekonstruktion der Kläranlage in Rathenow-Nord. Rund acht Millionen Euro wurden verbaut. Die Anlage kann rund 40 000 Einwohner bedienen. Das Wasser wird hier aufgenommen und behandelt. Eine andere große Investition ergibt sich mit der Belegung des neuen Industriegebietes Heidefeld in Rathenow-Süd. Hier zieht der WAV mit seiner Zentrale hin. Im Jahr 2003 werden mehrere Straßen an das Ver- und Entsorgungsnetz angeschlossen. Rund 5,7 Millionen Euro werden dafür ausgegeben.

Wasserparlament und Verbandsvorsteher

Die Zweckverbandsversammlung ist das so genannte „Wasserparlament“. hier werden alle wesentlichen Entscheidungen beschlossen. Vertreten sind Nennhausen (1 Stimme), Stechow-Ferchesar (1), Seeblick (1), Rhinow (1), Milower Land (1), Märkisch Luch (1), Kleßen-Görne (1), Kotzen (1), Havelaue (1), Großderschau (1), Gollenberg (1), Rathenow (5), Premnitz (2).

Die Verbandsvorsteher waren: Hartrmut Wengler (1991 bis 1999), damals Amtsleiter des Ordnungsamtes der Stadt Rathenow. Hans.-Jürgen Lünser (1999 bis 2002), Bürgermeister der Stadt Rathenow, Ronald Seeger (seit 2002), Bürgermeister der Stadt Rathenow.

Der Trinkwasser-Steckbrief: 46 000 versorgte Einwohner, 12 773 Verbrauchsstellen, 424 Kilometer Versorgungsleitung, sechs Wasserwerke, 30 Brunnen, drei Reinwasserbehälter, 45,4 Millionen Euro Investitionen.

Der Abwasser-Steckbrief: Von 32 826 Einwohner wird Abwasser entsorgt, 7 557 Verbrauchsstellen, Anschlussgrad 71 Prozent, 232 Entsorgungsleitungen, drei Kläranlagen, 95 Abwasserpumpwerke, drei Regenwasserpumpwerke. Die mobile Entsorgung nehmen 13 000 Einwohner in Anspruch. In 25 Jahren wurden über 61 Millionen Euro investiert.

Geschäftsführer waren Jürgen Altmann, Jürgen Wandke und Roland Lange. Inzwischen leitet Toralf Heinrich die Geschicke des Verbandes.

Wasser ist das Lebensmittel Nummer 1. Während weltweit Milliarden Menschen unter Wassermangel und verunreinigtem Wasser leiden, herrschen in Deutschland geradezu luxuriöse Bedingungen. Dies ist dem Wasserhaushaltsgesetz geschuldet aber auch der Arbeit der Wasser- und Abwasserverbände.

Im Sommer wird der WAV wieder genügend Wasser bereithalten, wenn Mehrbedarf besteht. So können keine Engpässe entstehen. Die Erfahrung ist, dass besonders in den späten Nachmittagsstunden der Bedarf im Sommer steigt.

In den Folgejahren werden Leitungen und Kanäle in Ordnung gebracht. Die Übergangskläranlagen in Bützer und Hohennauen werden im Jahren 2008 stillgelegt. Auch dieses Wasser kommt nach Rathenow-Nord. Stillgelegt werden bis 2013 auch die Wasserwerke Steckelsdorf, Semlin und Liepe. Modernisiert werden die Wasserwerke in Rathenow, Premnitz, Rhinow, Nennhausen und Buschow sowie Linde. Und im Jahr 2011 erhalten Grundstücke in Rathenow-Nord erstmals einen Zugang an das öffentliche Netz.

Leitungen und Kanäle in Ordnung gebracht

In den Folgejahren wurde weiter investiert – so auch beim Ausbau der Bundesstraßen 102 und der Ortsdurchfahrt Rathenow. Im vergangenen Jahr kostete der Ausbau und die Erhaltung der Infrastruktur 2,5 Millionen Euro.

Und nun das Jubiläum. Gefeiert wird am Geburtstag, also am 1. Mai. Und Dieter Dombrowski, der sich als „Gründungsvater“ bezeichnen darf, freut sich zu Recht: „Wir haben einen stabilen Verband, auf den man sich vollkommen verlassen kann. Der Dank gilt allen Mitarbeitern für diese Aufbauleistung.“

Heute ist Toralf Heinrich Geschäftsführer des WAV. Er betont, das Unternehmen schaue nunmehr auf zahlreiche Meilensteine zurück. Seit der Wende sei es gelungen – sozusagen aus dem Nichts – eine „beeindruckende Struktur“ zu schaffen. Ziel bleibe weiter die umfassende Entsorgung und es besteht der Anspruch, das Lebensmittel Nummer 1 weiter in bester Qualität bereitzustellen.

Von Joachim Wilisch

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