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Havelland „Wechselstimmung angedeutet“
Lokales Havelland „Wechselstimmung angedeutet“
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19:44 25.09.2017
Die LWN feierte am Sonntag den Erfolg ihres Kandidaten (v.l.): Wolfgang Jung, Manuel Meger, Monika Hartmann und Christopher Sureck. Quelle: Tanja M. Marotzke
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Nauen

Einen Tag nach der Bürgermeisterwahl in Nauen geht der Blick für die beiden weitergekommenen Kandidaten Manuel Meger (LWN) und Eckart Johlige (CDU) schon wieder voraus. Das nächste Ziel ist die Stichwahl am 15. Oktober. Auch wenn Manuel Meger von der Ländlichen Wählergemeinschaft am 24. September vorne lag, kann er sich auf diesem Ergebnis keinesfalls ausruhen. 375 Stimmen Vorsprung sind nicht allzu viel. Das weiß er selbst am besten: „Wir werden uns am Dienstag zusammensetzen und die weitere Strategie besprechen“, sagte er der MAZ.

Eines steht für den 34-Jährigen auf jeden Fall im Vordergrund: „Wir müssen den Wähler mobilisieren, damit er wählen geht, so dass der Bürgermeister von der Bevölkerung bestimmt wird.“ Denn sollte die Wahlbeteiligung zu niedrig sein, würden am Ende die Stadtverordneten den Bürgermeister wählen.

Angesichts der Tatsache, dass der SPD-Kandidat in der Hochburg der Sozialdemokraten durchgefallen ist, spricht Meger von einem beeindruckenden Ergebnis. Dass er selber die meisten Stimmen erhalten hat, begründet er damit, dass „die Wähler in Nauen einen Politikwechsel haben wollten“. Er selber konnte drei Stimmbezirke in der Kernstadt für sich entscheiden und fast alle Ortsteile. „Wir haben den Bürgern nichts Unrealistisches versprochen und waren ehrlich zu den Gegenkandidaten. Wir haben einen fairen Wahlkampf geführt und werden ihn auf diese Weise auch weiterführen“, kündigt Meger an und stapelt im Hinblick auf die Stichwahl erneut tief: „Wir sind weiterhin Außenseiter und treten immerhin gegen die Kanzlerpartei an.“ Er freue sich schon auf die Wahl und gehe davon aus, dass die Zeit bis dahin mit seinem Mitbewerber Johlige fair über die Bühne geht.

Der CDU-Kandidat Eckart Johlige zeigte sich im Nachgang ebenfalls überrascht, dass es der SPD-Kandidat nicht geschafft hat. „Das hätte vor einem Jahr niemand gedacht. Aber es hat sich eine Wechselstimmung angekündigt, es war Unzufriedenheit festzustellen.“ Sein eigenes gutes Abschneiden kommentierte er so: „Das ist ein toller Erfolg, das gibt der CDU in Nauen Auftrieb. Ich habe mich sehr darüber gefreut.“

Im bevor stehenden Wahlkampf, der auch aus seiner Sicht fair verlaufen soll, will er nach Möglichkeit sowohl in der Kernstadt als auch in den Ortsteilen punkten. So sollen in den nächsten Tagen Gespräche mit allen Parteien erfolgen, um Unterstützung zu erhalten. „Ich werde allen Parteien anbieten mitzuwirken.“ So hofft er auch, manche Wähler, die sich am Sonntag noch nicht für ihn entschieden haben, von sich überzeugen zu können. „Die Wahl wird spannend bleiben und auch die Wahlbeteiligung.“

Für den Sozialdemokraten Oliver Kratzsch indes war am Montag danach „der erste Schock überwunden“, wie er selbst sagte. „Ich kann mich nur bei den 2700 Wählern bedanken, die mir ihr Vertrauen gegeben haben.“ Er versuchte eine erste Ursachenforschung: „Wir haben die Negativstimmung aus dem Bund mitgenommen. Man kann nicht gegen den Strom schwimmen“, meinte der 36-Jährige, der schon geahnt hatte, dass es deshalb möglicherweise nicht reichen könnte. Angesichts dieser Umstände „bin ich mit 30,6 Prozent noch gut dabei“. Er wundere sich zudem, warum 4,5 Prozent der Nauener Wähler zwar den Bundestag, aber nicht den Bürgermeister gewählt haben.

Unterstützt wurde Kratzsch von den Linken in Nauen. „Wir sind enttäuscht“, kommentierte Fraktionschefin Susanne Schwanke-Lück. „Wir werden als Stadtverordnete darauf achten, wie der neue Bürgermeister die Wahlziele umsetzt.“ Ob die Linken einen der Stichwahl-Kandidaten unterstützen, ist offen. „Wir werden uns gemeinsam mit den Mitgliedern mit dem Ergebnis auseinandersetzen und entscheiden, wie wir damit umgehen“, sagte die Fraktionschefin.

Von Andreas Kaatz

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