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Wehre sind offen – Havel ist voll bis zum Rand

Rathenow Wehre sind offen – Havel ist voll bis zum Rand

Voll bis zum Rand ist die Havel in Rathenow (Havelland) derzeit. Sollte noch mehr Wasser kommen, wird sie in den flacheren Gegenden über die Ufer treten. Deshalb sind die Wehre fast alle komplett geöffnet. Noch gibt es aber keinen Grund zur Sorge: Erfahrungswerte vergangener Jahre besagen, dass eher mit sinkenden Wassermengen zu rechnen ist.

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Das Mühlenwehr in Rathenow ist fast komplett offen.

Quelle: Bernd Geske

Rathenow. Die Havel ist wieder einmal gefüllt bis zum Rand und wenn noch mehr Wasser kommt, wird sie in den flacheren Landstrichen über die Ufer treten. „Der Fluss ist bordvoll“, sagt Joachim Karp, Leiter des Außenbezirks Rathenow beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt. „Die Wiesen werden langsam feucht und in den Senken steht schon das Wasser.“

Alle Wehre in der Region sind deshalb fast vollständig geöffnet. Nur am Mühlenwehr und an den Vorderen Archen in Rathenow wird ein kleines bisschen gestaut. Komplett gelegt ist indes das Schlauchwehr bei Bahnitz, weit geöffnet sind die Nadelwehre von Grütz und Garz, hochgezogen ist das Schützwehr bei Quitzöbel. „Wir haben gegenwärtig gewissermaßen natürliche Wasserstände in der Havel“, erklärt Joachim Karp. Weil die Wehre offen seien, ergebe sich der Aufstau auf ganz natürliche Weise durch den Querschnitt des Flusses.

Die Abflussmenge lag am Montag bei 130 Kubikmetern pro Sekunde

Die Wahrscheinlichkeit, dass die Havel demnächst tatsächlich über die Ufer tritt, erscheint allerdings relativ gering. Die Abflussmenge des Wassers, die bei Albertsheim gemessen wird, lag am Montag bei 130 Kubikmetern pro Sekunde. Das ist im Hinblick auf die Werte der letzten 20 Jahre relativ wenig. Durchschnittlich hatten die Werte im November sonst bei 150 bis 160 Kubikmetern pro Sekunde gelegen.

Seit Freitag sind die Wasserstände sogar leicht fallend, so dass Joachim Karp eher davon ausgeht, dass die Havel bald wieder angestaut werden muss. „Schiffstechnisch ist das alles aber kein Problem“, sagt er. Vor allem die Bungalow-Boote, von denen es in den letzten Jahren immer mehr gebe, seien noch immer unterwegs. Man werde sie wohl noch sehen, bis Eis auf der Havel ist.

Im Sommer floss die Havel zehnmal so schnell wie üblich

Noch immer sprechen die Fachleute vom Sommer, als durch gewaltige Regenmengen aus Berlin die Havel außergewöhnlich viel Wasser führte. Weil die Elbe zu der Zeit sehr niedrig war, strömte das Wasser mit einem nie zuvor erlebten Tempo von bis zu einem Meter pro Sekunde durch die Havel. Der übliche Wert für die Fließgeschwindigkeit ist sonst nur ein Zehntel dieses Tempos gewesen.

Weil es dieses Jahr schon viel geregnet hat, geht Joachim Karp nach seinen Erfahrungen davon aus, dass sich in den nächsten vier Wochen die Abflussmengen in der Havel nicht erhöhen werden. Der Übergang auf den Winter hat schon begonnen, wo die Stauziele stets höher als im Sommer sind. Da auch die erste Fröste nicht mehr so lange auf sich warten lassen dürften, wird die Wassermenge in der Umgebung abnehmen, so dass die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass die Havel wieder angestaut werden muss.

Von Bernd Geske

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