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Weichen sind gestellt

Schiffbarkeit am Ketziner Brückenkopf Weichen sind gestellt

Um die Schiffbarkeit für Anlieger auf den Gewässerflächen im Ketziner Ortsbereich Brückenkopf künftig zu gewährleisten, will die Stadt beantragen, Wasserflächen in Landeswasserstraßen umzubenennen. Diesem Vorschlag stimmte auch eine Anwohnerinitiative zu.

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Naturparadies am Brückenkopf.

Quelle: Wolfgang Balzer

Ketzin/Havel. Die Weichen zur Beantragung der Schiffbarkeit für die Gewässerflächen des Ketziner Ortsbereiches Brückenkopf sind gestellt. Die Stadtverordneten beschlossen in dieser Woche einstimmig, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, in einem ersten Abschnitt entsprechende Anträge an das Land vorzubereiten. Das betrifft unter anderem Wasserflächen am Pappelhain, an der Schumacherstraße, das Schleiloch, den Ziegeleikanal und die Fahrrinne zur Kliemsiedlung. Am Ende des Antragsverfahrens steht die Umwidmung in Landeswasserstraßen. Damit könnte für knapp 300 Betroffene, das sind etwa 63 Prozent aller Anlieger, gesichert werden, dass sie wie seit rund 100 Jahren auch weiterhin mit dem Motorboot zu ihren Grundstücken fahren dürfen. Für weitere 25 Prozent gäbe es eine Erleichterung durch die Ausweisung einer Fahrrinne nördlich der Brandenburger Chaussee.

Da 1994 keines der Gewässer am Ketziner Brückenkopf in die Liste der schiffbaren Gewässer des Landes aufgenommen wurde, war offiziell jede Befahrung mit propellerbetriebenen Booten illegal, was kaum jemand wusste und auch nie kontrolliert wurde. Als die Stadt vor knapp einem Jahr nach Aufforderung durch das Umweltamt des Landkreises Verbotsschilder aufstellen ließ, organisierte sich binnen weniger Tage eine Bürgerinitiative (BI), der sich schnell mehr als 300 Betroffene anschlossen (MAZ berichtete). Ihre Forderung lautete noch bis einen Tag vor der Stadtverordnetenversammlung, entsprechende Voraussetzungen zu schaffen, dass das Fahrverbot für alle Betroffenen aufgehoben wird. Das sei eine Maximalforderung, die rechtlich so nicht zeitgleich umsetzbar sei, hatte Bürgermeister Bernd Lück (FDP) nach mehreren Gesprächen im Infrastrukturministerium, in der Kreisverwaltung und auch mit dem Wasser- und Bodenverband betont.

Davon musste sich die BI vor der Stadtverordnetenversammlung in einem Gespräch mit Vertretern des Umweltamtes und für Biotopschutz/Vertragsnaturschutz überzeugen lassen. „Uns wurde ganz unmissverständlich klargemacht, dass unser Vorschlag, alle Gewässerflächen in einem Antragsverfahren als schiffbar zu beantragen, bei allen Entscheidungsträgern nicht mitgetragen wird“, sagte BI-Sprecher Thomas Witkowski. Außerdem habe die Wasserschutzpolizei signalisiert, dass sie die „Nichtschiffbarkeit“ unverzüglich durchsetzen werde. Deshalb stimmte die BI in einer Erklärung dem Vorhaben der Stadtverwaltung zu, die Schiffbarkeit in zwei Etappen rechtssicher vorzubereiten. Im zweiten Schritt seien für die Gewässer am Deich und für die der Fahrrinne angrenzenden Erdelöcher nördlich der Brandenburger Chaussee in einem Gutachten die naturschutzfachlichen Belange zu dokumentieren, sagte Bürgermeister Lück. Er sicherte der BI die weitere Zusammenarbeit zu und werde die Wasserschutzpolizei über den Beschluss informieren. Diese hätte signalisiert, dass sie keine Kontrollen durchführen werde, da es sich in diesem Falle um ein offenes Verfahren handele.

Witkowski hofft, dass das Antragsverfahren kürzer als üblich abläuft, da durch die Vorgespräche bereits alle Entscheidungsträger zu einer übereinstimmenden Haltung zum Antragsverfahren gekommen wären. Lück verspricht sich nach einer Umwidmung in Landesgewässer gute Chancen, für alle anderen Betroffen einvernehmliche Regelungen zu finden, da dann auch das Aufstellen von Schildern, die die Befahrung mit Motorbooten regeln („Nur für Anlieger“ oder „Auf eigene Gefahr“), nicht ausgeschlossen wäre.

Von Wolfgang Balzer

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