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Havelland Weihnachtsbaumverkäufer fürchten Diebe
Lokales Havelland Weihnachtsbaumverkäufer fürchten Diebe
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09:47 11.12.2015
Peter Kemski und Sohn Tim verkaufen an der Spandauer Straße in Dallgow-Döberitz Quelle: Tanja M. Marotzke
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Falkensee

In zwei Wochen ist Weihnachten und überall im Havelland werden wieder Weihnachtsbäume durch die Gegend gefahren. Rechtzeitig zum Fest soll schließlich ein gut proportionierter und bezahlbarer Baum geschmückt im Wohnzimmer stehen.

Auch auf dem Parkplatz des Verkaufsstands an der Seeburger Straße in Falkensee herrscht bereits vormittags rege Betriebsamkeit. „Wir stehen hier schon seit rund 15 Jahren immer vom ersten Advent bis 13 Uhr an Heiligabend“, so Karin Kemski. Die 60-Jährige ist eine richtige Weihnachtsbaum-Expertin. Seit 30 Jahren verkauft sie die Bäume, die aus der Selbstproduktion des Holzhandels und der Nadelholzkultur von Bruder Max Kemski aus Albersdorf stammen. „Ich liebe es an der frischen Luft zu stehen. Es bekommt mir sehr gut und ist eine tolle Abwechslung zum Alltag.“

Karin Kemski steht seit 15 Jahren an der Seeburger Straße in Falkensee. Quelle: Sander

An insgesamt fünf Standorten in Falkensee und Dallgow-Döberitz bietet der Familienbetrieb seit 25 Jahren neben Nordmanntannen auch Fichten, Kiefern, Nobilistannen und Topfpflanzen an. „Wir Geschwister haben ein tolles Verhältnis. Die Zusammenarbeit macht großen Spaß“, so Karin Kemski, deren Bruder Peter gemeinsam mit Sohn Tim an der Spandauer Straße in Dallgow bis Weihnachten bis zu 4000 Bäume an den Mann bringt. Und auch Karin Kemski ist froh über jede helfende Hand. „Norbert ist schon seit vielen Jahren bei uns und macht seine Arbeit sehr gut“, so die 60-Jährige und zeigt auf ihren jungen Mitarbeiter. „Zur Hauptverkaufszeit am Wochenende ist dann noch ein zweiter Helfer vor Ort.“ Immer wieder kommen neue Baumlieferungen aus Albersdorf an und müssen aufgebaut werden. „Es ist teilweise so viel zu tun, dass sich die Kunden bei uns generell die Bäume aussuchen und selber nach vorne bringen – Selbstbedienung sozusagen“, lacht Kemski. Wie lange ein Kunde für die Wahl des perfekten Baumes braucht, könne die 60-Jährige nicht sagen. „Manche lassen sich über eine halbe Stunde Zeit, andere sind ganz fix und greifen zielsicher zu ihrem Wunschbaum. Am schönsten ist es, wenn Kinder beim aussuchen helfen.“ Die Bäume, die bis Heiligabend nicht verkauft werden können, bringt der Familienbetrieb in verschiedene Tiergärten, denn Elefanten haben die Nadelbäume zum Fressen gerne.

Das milde Wetter kommt der Weihnachtsbaum-Expertin übrigens gerade recht. „Es ist herrlich so ganz ohne Minusgrade und den kalten Ostwind. Bei minus zehn Grad sieht die Welt schon wieder anders aus, dann ist man abends richtig erschöpft.“

Der Brauch

Die Verwendung eines geschmückten Baumes hat in Bräuchen verschiedener Kulturen ihren Ursprung. Immergrüne Pflanzen verkörperten Lebenskraft. So glaubten die Menschen sich Gesundheit ins Haus zu holen.

Die ersten Aufzeichnungen über den Christbaum als einen allgemein üblichen Brauch stammen aus dem Jahre 1605 aus dem Elsass.

Seit der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts werden die Nachrichten über den Weihnachtsbaum häufiger. Da Tannenbäume in Mitteleuropa selten waren, konnten sich diese zunächst nur die oberen Schichten leisten.

Als in evangelischen Kreisen der Christbaum im 19. Jahrhundert ins Brauchtum übernommen wurde, trat er seinen Siegeszug an.

In jeder Saison hat es die Familie Kemski an den verschiedenen Standorten immer wieder auch mit Einbruch und Diebstahl zu tun. „Das kommt tatsächlich häufiger vor“, so die 60-Jährige. „Vor allem haben es die Diebe auf unser Werkzeug abgesehen. Das ständig neu anschaffen zu müssen ist ärgerlich.“

Vor drei Jahre hat es den Verkaufsstand an der Seeburger Straße richtig hart getroffen. Über Nacht hatten Einbrecher 400 Weihnachtsbäume und eine Verpackungsmaschine geklaut. Von einer Häufung solcher Vorfälle könne man jedoch auch in dieser Saison nicht sprechen, sagte Ingrid Schwarz von der Polizeidirektion West.

Von Laura Sander

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