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Weihnachtsbier angesetzt

Paaren im Glien Weihnachtsbier angesetzt

Die historische Braumanufaktur im Erlebnispark Paaren ist ein Erfolg. Jetzt wurden 700 Liter Weihnachtsbier angesetzt. Die Geschäftsführung plant für das kommende Jahr eine thematische Erweiterung der Anlage.

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Andreas Jesinghaus (2.v.r.) und Harald Schultz (2.v.l.) sehen Brauer-Azubi Paul Koennecke dabei zu, wie er die Maische für das Bier ansetzt.

Quelle: Ulrike Gawande

Paaren im Glien. Auf ihrer Fahrradtour durch das schöne Havelland, organisiert vom ehemaligen Elferrat eines studentischen Karnevalvereins, sahen einige Herren fortgeschrittenen Alters am Sonnabend im MAFZ-Erlebnispark in Paaren im Glien vorbei. Sie wollten zum vierten Braufest der im Mai eröffneten „Historischen Braumanufaktur von 1834“.

Mit einem Glas Bier in der Hand schauten die studierten Mediziner dem angehenden Brauer und Mälzer Paul Koennecke bei seiner Arbeit über die Schulter. Sahen, wie Koennecke und sein Azubi-Kollege Jonas Gabler aus Teltow in einer historischen Mühle geschrotete Gerste in den kleinen historischen Maischbottich füllten. Entstehen sollte dabei das inoffizielle Gesellenbier von Koennecke, der nach einem Studium der Biotechnologie als Quereinsteiger gerade vor dem Abschluss seiner Ausbildung steht, die er in der Braumanufaktur in Potsdam absolviert hat.

Ein dunkler Doppelbock solle es werden, so der Azubi im dritten Lehrjahr. Stark und mit einem höheren Anteil an Hopfen. Außerdem Karamell- und Rauchmalze für ein volles, würziges und cremiges Aroma, verriet der angehende Brauer, der nach Ausbildungsende auf Reisen gehen will, um Erfahrungen zu sammeln und seine Sprachkenntnisse zu erweitern. Auch das Bier werde dabei nicht zu kurz kommen, sagte der Berliner, da schließlich überall auf der Welt gebraut werde.

Seit Mai eben auch im Erlebnispark Paaren. „Das Bier schmeckt anders als das aus dem Supermarkt“, begeisterte sich Andreas Jesinghaus aus Brieselang. „Gut, dass es regionale Biere und die Braufeste gibt. Das ist ursprünglicher.“ Frischer, spritziger und kräftiger im Geschmack, lautete das Geschmacksurteil über das in Paaren gebraute Bier „501“ von Harald Schulz aus Wustermark: „Es schmeckt!“ Die Zusammenarbeit mit der Braumanufaktur Potsdam, die für die Braumanufaktur im Erlebnispark die historische Ausstattung und für die Braufeste das Personal stellt, sei überaus erfolgreich, erklärte MAFZ-Geschäftsführer Steffen Krebs: „Unsere Erwartungen wurden deutlich übertroffen, wir sind mehr als zufrieden.“ Man habe aber eben auch eine namhafte Brauerei als Partner.

Die Paarener seien mit dem Erfolg der historischen Braumanufaktur, mit der man sich einem anspruchsvollen Thema widme, nämlich wie vor 180 Jahren Bier gebraut wurde, sogar so zufrieden, dass für 2018 eine Erweiterung von „etwas zur Brauerei Passendem“ geplant sei. Die Besucher könnten gespannt sein, so Krebs. Auch auf den 23. April, an dem zum 502. Geburtstag des Reinheitsgebotes eine mehrtägige Veranstaltung geplant sei, mit der man in Brandenburg „Neuland“ betreten werde. „Wir wollen das Regionale stärken“, bekräftigte Krebs. Daher freue man sich auch über die Zusammenarbeit mit der Schwanter Bäckerei Plentz, die mit dem Treber des in Paaren gebrauten Bieres „501“ ein spezielles Gerstensaftbrot auf den Markt gebracht hat.

Braumeister Jörg Kirchhoff schätzt an der historischen Braumanufaktur vor allem, dass dort seine Lehrlinge den historischen Brauvorgang erleben können und lernen, diesen Ablauf Besuchern zu erklären. „Alte Rohstoffe und Brauverfahren sollten nicht verloren gehen, sie sind ein wichtiges Kulturgut.“ Kirchhoff bestätigt, dass das Interesse der Besucher an den Braufesten stets groß sei. Regionale Biere, die sich von der Massenware abheben, würden im Trend liegen, so der Fachmann, der an seinem Beruf die Vielseitigkeit schätzt. Das Weihnachtsbier, das gestern mit dem dunklen Münchener Malz in der Braumanufaktur angesetzt wurde, und nur in limitierter Auflage abgefüllt wird, soll dann Ende November erstmals ausgeschenkt werden.

Von Ulrike Gawande

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