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Havelland Weihnachtsfeier der Migrationsberatung
Lokales Havelland Weihnachtsfeier der Migrationsberatung
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00:19 16.12.2017
Obwohl zwei Weihnachtsmänner im Einsatz waren, konnten sie den Ansturm nur schwer beherrschen. Quelle: fotos: Bernd Geske
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Rathenow

So einen Andrang hatte der Weihnachtsmann noch nicht erlebt. Er war zwar gleich doppelt erschienen – Michael Schönberg aus Döberitz und ein Herr Enam mit Migrationshintergrund – trotzdem konnten sie beim Verteilen der Geschenke dem Ansturm der Kinder nur mühsam standhalten. Die Migrationsberatung und das Interkulturelle Familiencafé der Arbeiterwohlfahrt (Awo) haben am Dienstagnachmittag im Saal am Fontanepark für geflüchtete Menschen eine Weihnachtsfeier ausgerichtet.

Eingeladen waren auch ehrenamtliche Helfer und Vertreter von Institutionen, die mit der Awo kooperieren. In flotten Schüben füllte sich der Saal so erheblich, dass er aus den Nähten zu platzen schien. Als Höhepunkt kam der Weihnachtsmann. Die christlich-abendländische Ernsthaftigkeit blieb angesichts des turbulenten Auflaufs mit vielen, vielen Kindern ein wenig auf der Strecke. Über allem lag eine orientalische Note. Sie kam voll zum Tragen, als gegen Ende eine Bouzouki-Session gespielt wurde, zu der die Erwachsenen tanzten.

Mitarbeiter der Awo und ehrenamtliche Helfer des Interkulturellen Familiencafés hatten für die Kinder eine weihnachtliche Bastelstraße aufgebaut. Quelle: Bernd Geske

Zuvor gab es ein umfangreiches Weihnachtsprogramm. Weihnachtslieder wurden von verschiedenen Gruppen gesungen. Zuerst gastierten Kinder der Kita „Jenny Marx“. Dann folgte Pfarrer Wolf Schöne mit seiner interkulturellen Gitarrengruppe, Musiker Romaf aus Syrien spielte auf einer Bouzouki, schließlich sangen noch Flüchtlingsfrauen und Helfer aus dem Familiencafé. Damit Anwesende mitsingen konnten, lagen die Texte von Weihnachtsliedern aus.

Wie Björn Steinberg von der Migrationsberatung berichtet, sind dort im Laufe dieses Jahres über 700 Fälle bearbeitet worden. Ein Fall kann eine einzelne Person betreffen, aber auch ganze Familien umfassen. Die Menge der Fälle sei ähnlich wie 2016. Der weitaus größte Teil der beratenen Menschen kommt aus Syrien. Ein großes Thema sei für sie nach wie vor der Familiennachzug, der nicht gestattet wird, weil er vorerst bis März 2018 ausgesetzt ist.

Mehr und mehr Probleme aufgrund von nachteiligen Verträgen

Die Schwerpunkte der Beratungstätigkeit hätten sich verändert, teilt er mit. Mehr und mehr Migranten bekämen Probleme aufgrund von nachteiligen Handy-Verträgen, Stromlieferanten, Inter-Einkäufen oder ähnlichem, weil sie die schriftlichen Erklärungen nicht verstehen. Man arbeite in diesen Fällen viel mit der Awo-Schuldnerberatung zusammen, sagt Björn Steinberg. Im nächsten Jahr solle die Verbraucherzentrale mit einbezogen werden.

Betriebskosten in den Wohnungen sind manchmal überdurchschnittlich hoch. Aufklärung soll über ein Energiesparprojekt des ASB ermöglicht werden, Senkung von Betriebskosten sei ein wichtiges Thema. Verstärkt sind in letzter Zeit standesamtliche Angelegenheiten zu regeln, weil viele Kinder hier geboren werden. Nicht zuletzt kümmert sich die Migrationsberatung um Nachbarschaftsprobleme. Meist helfe es schon, mit Beschwerdeführern in Ruhe zu reden.

Für viele Migranten reichen die angebotenen Deutschkurse nicht aus

Immer mehr Migranten können schon gut Deutsch sprechen, berichtet Björn Steinberg. Für viele reichten aber die angebotenen Kurse nicht aus. Es würden noch mehr ehrenamtliche Paten gebraucht, die Flüchtlingen die deutsche Sprache beibringen. Die Sprache sei der Schlüssel, mangelnde Kenntnisse derzeit ein großes Hemmnis bei der Vermittlung von Arbeit.

Die Migrationsberatung erwartet in den nächsten Wochen mehr Zuzug in der Region Rathenow/Premnitz, weil das Asylbewerberheim in Schönwalde zum 31. Dezember geschlossen wird und die Einrichtung in Dallgow-Döberitz im Januar schließt. Schon länger ist bekannt, dass die Flüchtlingsunterkunft in Premnitz wieder geöffnet werden soll. Eine Entspannung ist in den letzten Wochen beim bislang sehr stark besuchten Interkulturellen Familiencafé der Awo eingetreten, hat Britta Stöwe berichtet. Das Café sollte sich vor allem um Frauen kümmern, die wegen ihrer kleinen Kinder nicht an Deutschkursen teilnehmen konnten. Im September und Oktober haben nun zwei Bildungsträger Deutschkurse begonnen, die für Flüchtlingsfrauen mit kleinen Kindern vorgesehen sind.

Von Bernd Geske

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