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Weihnachtszauber in Nauen

Hilfe für Erana aus Angola Weihnachtszauber in Nauen

Die Krankenhausflure sind festlich geschmückt, es duftet nach Keksen, von irgendwoher erklingt leise ein Glöckchen. Es weihnachtet sehr auf der Kinderstation der Nauener Klinik. Seit November wird hier auch die zehnjährige Erana aus Angola behandelt. Ärzte und Schwestern betreuen das Mädchen kostenfrei.

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Kinder, Eltern, Pfleger und Ärzte hatten gestern viel Spaß bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier.

Quelle: Tanja M. Marotzke

Nauen. Die Krankenhausflure sind festlich geschmückt, es duftet nach Keksen, von irgendwoher erklingt leise ein Glöckchen. Es weihnachtet sehr auf der Kinderstation der Nauener Klinik. Besucher und Patienten bestaunten am Montagmorgen mit strahlenden Augen die liebevoll gestaltete Weihnachtswelt. Das Schwestern- und Ärzteteam hatte sich am Montag anlässlich der kleinen Weihnachtsfeier mit bunten Rentiergeweihen, Weihnachtssocken und roten Zipfelmützen zurechtgemacht und animierte die kleinen Patienten mit viel guter Laune zum Lachen und Singen. „Für die Kinder ist die Feier jedes Mal ein Highlight“, erzählt Martina Kepp, die von allen nur „Maychen“ genannt wird und seit 1979 als Kinderkrankenschwester arbeitet. Den Spaß an ihrer Arbeit habe sie nie verloren. „Auf der Kinderstation bleibt man selber Kind“, lacht Kepp, die mit ihren Kollegen derzeit zwölf Kinder und Neugeborene betreut.

Mit weißen Rauschebart und einem Sack voller Geschenke überraschte Chefarzt Norbert Dahlinger die Kinder am Montag traditionell als Weihnachtsmann. Dem sechsjährigen Giuliano entlockte er ein festliches Lied, bevor er seine Weihnachtsüberraschung, ein Mensch-ärgere-dich-nicht-Spiel, in Empfang nehmen konnte. „Wir besorgen immer einige Kleinigkeiten, die vom Förderverein und durch Spenden aus dem Haus finanziert werden“, so Martina Kepp.

Friedensdorf International

Die Aktion Friedensdorf e.V. in Oberhausen gründete sich 1967 vor dem Hintergrund des Vietnam-Kriegs und des Kriegs im Nahen Osten.

Seitdem werden Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten zur medizinischen Versorgung nach Deutschland geholt und anschließend in ihre Heimat zurück gebracht.

Einsatzorte sind unter anderem Vietnam, Kambodscha, Usbekistan, Angola, Afghanistan und Armenien.

Rund 1000 Kinder werden jährlich behandelt. Nach der Behandlung werden sie zur Rehabilitation ins Friedensdorf gebracht und lernen dort den Umgang mit Prothesen und Medikamenten.

Die Arbeit des Friedensdorfes finanziert sich durch Spenden und Mitgliedsbeiträge.

Unter den kleinen Patienten der Nauener Kinderstation ist derzeit auch die zehnjährige Erana aus Angola. Das schüchterne Mädchen leidet an einer chronischen Knochenentzündung und ist bereits seit Mitte November in der Klinik. „Es ist schon ihr zweier Aufenthalt in einem deutschen Krankenhaus“, erzählt Chefarzt Norbert Dahlinger. „Nach der ersten Behandlung und der Rückkehr in ihr Heimatland wurde die Entzündung wieder schlimmer, so dass die Organisation sie nach Deutschland zurückholte.“ Die Organisation, das Friedensdorf International mit Sitz in Oberhausen, leistet bereits seit 1967 medizinische Einzelfallhilfe für Kinder aus Kriegs- und Krisengebieten. „Das Friedensdorf vermittelt uns die Kinder, für die in ihrer Heimat keine Chance auf Heilung besteht. Jährlich nehmen wir ein bis zwei Kinder auf“, so Dahlinger. Finanziert werden der Krankenhausaufenthalt, die Operationen und alle Folgebehandlungen von der Nauener Klinik. „Eranas Behandlung kostet rund 20 000 Euro. Nur weil unsere Geschäftsleitung, alle Fachbereiche, Ärzte und Pfleger an einem Strang ziehen, kann die kostenlose Behandlung so problemlos funktionieren.“ Die meisten der jungen Patienten, die in Nauen seit über 20 Jahren behandelt werden, stammen aus Angola und Afghanistan. „Die Hilfe, die wir leisten, ist für uns selbstverständlich. Das ist genau der Grund, aus dem wir alle den Job machen“, so der Chefarzt. Im Januar kann Erana das Krankenhaus wieder verlassen. Ob in ihrer Heimat eine Familie auf das Mädchen wartet, weiß Norbert Dahlinger nicht. „Oft wollen die Kinder nicht über ihre Vergangenheit sprechen. Viele sind Waisenkinder.“

Von Laura Sander

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