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Weinberg bleibt gesperrt

Rathenow Weinberg bleibt gesperrt

Seit der Sturm Xavier am 5. Oktober durch das Havelland raste, ist der Rathenower Weinberg gesperrt. Und er wird es bis Mitte/Ende Februar geschlossen bleiben. Die Verwüstungen sind so groß, dass nur ein Fachbetrieb mit Spezialtechnik für Ordnung auf dem rund 15 Hektar großen Gelände sorgen kann.

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Ein Bild der Verwüstung: Der Rathenower Weinberg am Tag nach Sturm Xavier.

Quelle: Stadt Rathenow

Rathenow. Der Neujahrsspaziergang über den Weinberg, für etliche Rathenower eine lieb gewonnene Tradition, musste in diesem Jahr ausfallen. Sämtliche Eingangstore zu dem rund 15 Hektar großen Gelände waren verschlossen – und sind es immer noch. Der Grund ist auf Aushängen der Stadt Rathenow vermerkt: „Aufgrund von Sturmschäden bleibt der Weinberg bis zur Beräumung zu Ihrer Sicherheit geschlossen“ steht dort geschrieben.

Seitdem melden sich in der MAZ-Redaktion immer wieder Anrufer, die wissen wollen, warum die Sperrung so lange dauert. „Der Sturm Xavier war am 5. Oktober. Das ist jetzt über drei Monate her“, so ein Herr am Lesertelefon. „Da müssten die Aufräumarbeiten doch längst erledigt sein“. Andere Bereiche in Rathenow, in denen Xavier auch gewütet habe, seien bereits Tage nach dem Unwetter aufgeräumt gewesen – so zum Beispiel der Fontanepark. „Warum das beim Weinberg so lange dauert, muss mir mal einer erklären?“

Da ist Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus der richtige Mann. „Es stimmt, der Weinberg ist gesperrt“, sagt der. „Und wird es bis Mitte/Ende Februar noch bleiben.“ Das habe mit dem Ausmaß der Schäden zu tun, mit Prioritäten und mit der Sicherheit der Bürger.

Der Weinberg Rathenow ist noch wegen Sturmschäden gesperrt

Der Weinberg Rathenow ist noch wegen Sturmschäden gesperrt

Quelle: Kniebeler, Markus

Wer die Fotos betrachtet, die am Tag nach dem Sturm von den Weinberg-Gärtnern gemacht wurden, der versteht sofort, was Remus meint. Das Ausmaß der Schäden ist erschreckend. Dutzende umgestürzte Bäume, abgerissene Äste, geborstene Kronen. Zerstört wurden Wege, Sitzbänke, Beete und Teile der Zaunanlage

Gleich nach dem Sturm habe man den Weinberg gesperrt, so Remus. Die beiden für die Pflege des Areals zuständigen Mitarbeiter hätten dann sofort begonnen, die abgebrochenen Äste und kleinere, umgeknickte Bäume zu beräumen. Aber das Personal sei nicht in der Lage, sich um die großen Sturmschäden zu kümmern.

Um das ganze Ausmaß der Schäden überhaupt zu erfassen, musste ein Gutachter beauftragt werden. Dieser hat eine Schadensbilanz erstellt. Per Ausschreibung wurde dann eine Fachfirma ausgewählt, die sich in den kommenden Wochen um die Aufräumarbeiten auf dem Weinberg kümmert. „Zum Teil sind mächtige, über 100 Jahre alte Bäume zu beseitigen“, sagt Remus. Das könne nur von einer Fachfirma mit der entsprechenden Technik erledigt werden.

Bei der Frage, ob das nicht schon viel schneller hätte passieren können, verweist der Bauamtsleiter auf den Umfang der Aufräumarbeiten im Rathenower Stadtgebiet nach dem Sturm. „Wir mussten uns zuerst darum kümmern, die durch den Sturm entstandenen Gefahrenquellen auf den öffentlichen Wegen, Straßen und Plätzen zu beseitigen“, so Remus. Mit Hochdruck sei diese Aufgabe in den ersten Tagen und Wochen angegangen worden. Und weil es die Möglichkeit gebe, den Weinberg abzusperren, habe man die Arbeiten dort erstmal hinten angestellt.

Die Schäden, die Sturm Xavier angerichtet hat, sind immens

Die Schäden, die Sturm Xavier angerichtet hat, sind immens.

Quelle: Stadt Rathenow

Dass die Stadtverwaltung gerade beim Weinbergareal große Vorsicht walten lässt, hat seine Gründe. Der alte Baumbestand auf dem exponierten Gelände ist besonders anfällig für extreme Wetterlagen. Im Bugajahr gab es dafür den schmerzlichen Beweis. Am 13. Juni 2015 wurde ein 49-jähriger Bugabesucher aus Rathenow bei einem plötzlich heraufgezogenen Unwetter durch einen mächtigen Ast erschlagen. Zwei Monate später sorgte ein erneutes Unwetter für schwerste Verwüstungen auf dem Gelände. Insgesamt musste das Rathenower Buga-Areal während der Gartenschau wegen der Aufräumarbeiten insgesamt mehrere Wochen lang gesperrt werden.

Der traditionelle Neujahrsspaziergang über den Weinberg ist in diesem Jahr also ausgefallen. Aber die Chancen stehen ganz gut, dass es mit dem nächsten Traditionstermin klappt. Zum österlichen Eiertrudeln Anfang April dürfte das Gelände wieder öffentlich zugänglich sein.

Von Markus Kniebeler

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