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Weinbergpflege im Gespräch

Rathenow Weinbergpflege im Gespräch

Seit gut einem Jahr wird der Rathenower Weinberg von zwei Angestellten der Stadt Rathenow gepflegt. Die Verwaltung würde dieses auf zwei Jahre begrenzte Projekt gerne verlängern. Zu tun gibt es auf dem rund 13 Hektar großen Gelände jedenfalls genug.

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Andreas Musow ist einer der beiden Angestellten, die sich um die Pflege des Weinbergs kümmern.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Ein schöneres Naherholungsgebiet als den Weinberg kann man sich kaum vorstellen. Nur ein paar Schritte muss man tun, um vom Rathenower Stadtzentrum in ein Gebiet zu gelangen, wo vom hektischen Stadtgetriebe nichts mehr zu spüren ist. Tolle Bäume, gepflegte Grünanlagen und der Bismarckturm mit den Wasserkaskaden und der Sonnenterrasse als Anziehungspunkt – dem rund 13 Hektar großen Gelände, in das vor der Bundesgartenschau 2015 mehrere Millionen Euro investiert wurden, mangelt es an nichts.

Natürlich kann die Qualität nur gehalten werden, wenn sich Menschen, die etwas davon verstehen, darum kümmern. Seit dem August 2016 tun das im Auftrag der Stadt Jennifer Handt und Andreas Musow. Die ausgebildete Gartenbauerin und der Forstwirt wurden nach einem Beschluss der Stadtverordnetenversammlung eingestellt. Zuvor hatten Mitarbeiter des Betriebshofes die Arbeit mitgemacht. Schnell war aber klar, dass die Pflege eines so großen Areals nicht nebenbei erledigt werden kann. Deshalb wurden zwei eigene Personalstellen geschaffen. Weil man erst einmal testen wollte, ob und wie dieses Modell funktioniert, wurden die Verträge auf zwei Jahre befristet.

Dass es sehr gut klappt, ist jetzt schon klar. Bei einer Exkursion über den Weinberg überzeugten sich die Mitglieder des Bau- und Ordnungsausschusses im Sommer vom gepflegen Zustand des Areals. Deshalb soll nach Willen der Verwaltung das bislang befristete Modell nun dauerhaft werden. Allerdings gehen die Meinungen bei den Stadtverordneten auseinander. Im Bauausschuss gab es Zustimmung, im Finanzausschuss herrschte die Meinung vor, es lasse sich eine billigere Lösung finden – entweder durch die Auftragsvergabe an eine Fremdfirma oder die Übertragung der Arbeit an den Optikpark.

Unbestritten ist, dass es auf dem Weinberg genug zu tun gilt. Wer sich die Aufgabenbeschreibung ansieht, die von den beiden Grünexperten zu bewältigen ist, der erkennt schnell, dass sie sich über mangelnde Arbeit nicht beklagen können. Rasen mähen, Hecken scheiden, Beete pflegen, Wege säubern, Blätter fegen, Mülltonnen leeren, wässern, harken, jäten – der Arbeitstag ist prall gefüllt. Außerdem sind die 60 Parkbänke in Ordnung zu halten, ist die Wasserkaskade zu warten, sind Graffiti zu beseitigen. Und im Winter, wenn sich der Umfang der Grünarbeiten naturgemäß reduziert, ergänzen die beiden Angestellten bei Bedarf die Winterdienstmannschaft des Betriebshofes.

Dass man den Weinberg nicht – wie in den Zeiten vor der Bundesgartenschau – weitestgehend sich selbst überlassen will, darüber herrscht Einigkeit bei den Stadtverordneten wie in der Verwaltung. Im Zuge der Buga seien auf dem Areal Werte geschaffen worden, die zu pflegen und zu schützen sind, so die einhellige Meinung. Deshalb wurde auch der Buga-Zaun, der nach der Gartenschau wieder zurückgebaut werden sollte, stehen gelassen. Was nicht heißt, dass das Gelände vor menschengemachten Schäden sicher ist. Vandalismus ist immer noch ein Problem – und Diebstahl. Die Palette reicht vom Besucher, der sich eine Rose abknipst, bis zu jenem, der einen zentnerschweren Rhododendronbusch ausbuddelt und – wie auch immer – abtransportiert.

Ehemaliges Buga-Gelände

Der Weinberg war neben dem Optikpark im Jahr 2015 eine der beiden Bundesgartenschau-Kulissen in Rathenow.

Rund fünf Millionen Euro wurden vor der Buga in die Aufwertung des Weinbergs investiert. Unter anderem wurde ein neues Wegesystem angelegt. Auch das Areal um den Bismarckturm mit Sonnenterrasse und Wasserkaskade wurde komplett neu gestaltet.

Vor der Buga wurde ein rund 13 Hektar großes Areal eingezäunt, das während der Gartenschau nur von Besuchern mit Buga-Ticket betreten werden durfte.

Nach dem Buga-Ende wurde die Eintrittspflicht wieder aufgehoben. Der Zaun, der eigentlich abgebaut werden sollte, blieb nach Willen der Stadtverordneten stehen.

Von Markus Kniebeler

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