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Weiter Streit um Windräder

Gemeinde Weiter Streit um Windräder

In Zollchow sollen 17 Windräder aufgestellt werden. Die Gemeinde Milower Land ist aber gegen das Projekt. Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe sieht gute Chancen, die Aufstellung von Windrädern im Waldgebiet rund um Zollchow zu verhindern. Dann könnte auch das Rastgebiet des Schwazstorches gerettet werden.

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Windräder sehen nicht immer so schön aus wie während eines Sonnenuntergangs.

Quelle: foto: dpa

Zollchow. Ortsvorsteher Wolfgang Gräfe sieht gute Chancen, die Aufstellung von Windrädern im Waldgebiet um Zollchow zu verhindern. Vor 50 Besuchern einer Ortsbeiratssitzung informierten er und Bürgermeister Felix Menzel über den derzeitigen Stand. Aktuell bekannt sind Menzel zufolge zwei Anträge zur Errichtung von 13 und vier Windrädern im Waldgebieten in der Gemarkung um Zollchow.

Die Gemeinde hat sich gegen Windräder im Wald ausgesprochen, weil sie darin einen zu starken Eingriff in die Natur und die Gefährdung seltener Vogelarten wie den Schwarzstorch sieht. Zudem würden nach ihrer Auffassung solche Standorte die Lebensqualität in den Dörfern beeinträchtigen. „Wir werden weitere Fakten gegen den Bau von Windrädern im Wald sammeln“, sagte Gräfe und nennt als Beispiel, dass für jedes Windrad mindestens ein halber Hektar Wald abzuholzen wäre. „Um die Windräder errichten zu können, müssten gemeindeeigene Wege als Zufahrtsstraßen hergerichtet und genutzt werden. Das werden wir nicht zulassen“, so der Ortsvorsteher.

Zur Wahrung ihrer Interessen sieht der Bürgermeister die Gemeinde gut aufgestellt mit einem Flächennutzungsplan, Teilplan Wind. Für die Erarbeitung dieses Teilplanes hat die Gemeinde in den letzten Jahren rund 65 000 Euro investiert. „Unsere Planung soll für Rechtssicherheit sorgen“, sagt Menzel. In welcher Größenordnung im Milower Land Flächen für die Errichtung von Windrädern genutzt werden sollten, dazu haben die Regionale Planungsgemeinschaft Havelland-Fläming und die Gemeinde jedoch unterschiedliche Vorstellungen.

Unterschiedlicher Auffassung sind sie aber nicht nur zur Größe, sondern auch darüber, welche Flächen überhaupt genutzt werden sollten zum Aufstellen von Windrädern. Die Gemeinde weist in ihrer Planung lediglich eine 72 Hektar große Ackerfläche zwischen Schmetzdorf und Sydow aus. Die regionalen Planungsmacher sehen für Milower Land hingegen ein 640 Hektar großes Eignungsgebiet vor. Die meiste Fläche davon ist Wald. Beide Seiten haben für das Gebiet ein tierökologisches Gutachten erstellen lassen. Das Erlebnis ist unterschiedlich: Dem Gutachten der Gemeinde zufolge gibt es in dem Waldgebiet einen Schwarzstorch, dessen Dasein Windräder verbietet. Das Gutachten der Regionalen Planungsgemeinschaft weist allerdings keinen Schwarzstorch aus.

Von Norbert Stein

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