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Havelland Für Flüchtlingskinder keine Plätze mehr
Lokales Havelland Für Flüchtlingskinder keine Plätze mehr
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16:00 13.10.2015
Mario Delvalle mit einigen Schülern der Willkommensklasse in der Duncker-Oberschule. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Wenn die nächsten Asylbewerber kommen, wird es in den weiterführenden Schulen der Stadt Rathenow für Mädchen und Jungen ab Klasse 7 keine Plätze mehr geben. Mit gegenwärtig 22 Flüchtlingen hat die Duncker-Oberschule bei Weitem die meisten aufgenommen. „Wir haben die Grenze erreicht“, sagt Schulleiter Thomas Winterfeldt, „mehr ist nicht zu schaffen.“ Es könne nicht immer nur die Duncker-Oberschule der Anlaufpunkt für Asylbewerber sein. Er habe vier langzeitkranke Lehrer an der Schule, berichtet Thomas Winterfeldt. Für die Willkommensklasse der Flüchtlingskinder, die nur ganz wenig oder gar kein Deutsch können, habe er Ende September/Anfang Oktober eine Lehrerin im Ruhestand und einen Seiteneinsteiger für zwölf bzw. 25 Wochenstunden einstellen können. Doch angesichts der vielen Asylbewerber sei das zu wenig. Es seien weitere Kinder angekündigt, doch in welche Schule sie kommen sollen, sei bislang ungeklärt.

Bürgelschule ist mit 698 Schülern weit über der Kapazitätsgrenze

Michael Hohmann, Leiter der Gesamtschule Bruno H. Bürgel, sagt, seit Jahren sei seine Schule „extrem übernachgefragt“. Mit 650 Schülern sei dort eigentlich die Kapazitätsgrenze erreicht, erklärt er. Trotzdem würden dort gegenwärtig 698 Mädchen und Jungen unterrichtet. Zum Schuljahresbeginn habe er fünf Asylbewerberkinder aufgenommen, berichtet er. Bei der letzten Anfrage habe er aber von fünf Mädchen und Jungen nur zwei aufnehmen können. „Die Schule ist voll“, sagt er, „wir haben keinen Platz.“

Als dritte weiterführende Schule der Stadt kommt auch das Jahngymnasium in Betracht. Wie Schulleiterin Anke Koch berichtet, gibt es dort gegenwärtig fünf Flüchtlingskinder. Drei seien im April 2014 von der Duncker-Oberschule übernommen worden und zwei seien zum Schuljahresbeginn von der benachbarten Jahn-Grundschule gekommen. Sie habe den zuständigen Stellen schon signalisiert, sagt Anke Koch, dass das Gymnasium weitere Asylbewerberkinder aufnehmen könnte. In einigen Jahrgängen seien noch Plätze frei. Doch müsste die Schule dann auch in der Lage sein, eine Willkommensklasse zu eröffnen. Das sei aber gegenwärtig nicht möglich, weil sie bislang keine Person finden konnte, die dort Deutsch als Fremdsprache unterrichten würde.

Schulrat sagt, fürs Westhavelland wird eine gute Lösung gefunden

An den Grundschulen Rathenows funktioniere es gut, sagt der zuständige Schulrat Harald Schmidt. Für die weiterführenden Schulen hat er aber auch keine Sofortlösung parat. Schulträger müssten sagen, sie richten zusätzliche Kapazitäten ein, sagt er. Was Lehrkräfte für Deutsch als Fremdsprache betreffe, sei man auf Bewerbungen in den Schulen angewiesen. Alle weiterführenden Schulen müssten beteiligt werden, um das Problem zu lösen, sagt Schulrat Harald Schmidt und verrät immerhin: Er sei sicher, dass für das Westhavelland eine gute Lösung gefunden werde.

Von Bernd Geske

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