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Havelland Spendenkonto für neue Gedenktafel eingerichtet
Lokales Havelland Spendenkonto für neue Gedenktafel eingerichtet
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02:16 24.07.2015
Ralf Tebling und Gisela Stiba vor dem Denkmal in Mögelin. Quelle: Christin Schmidt
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Mögelin

Wenn am 15. November ganz Deutschland den Opfern der Weltkriege gedenkt, wird für den Mögeliner Günther Heidepriem ein Wunsch in Erfüllung gehen: Der Obelisk auf dem Dorfplatz wird dann Dank einer neuen Gedenktafel auch an die Opfer des Zweiten Weltkriegs erinnern. Günther Heidepriem hat die Zeit selbst miterlebt, 1947 kehrte der heute 92-Jährige aus der Gefangenschaft zurück. Schon mehrfach hat er gefordert, dass in seinem Heimatort nicht nur der Opfer des ersten Weltkriegs gedacht wird. „Warum fehlt bis heute eine Gedenktafel für die Gefallenen des Zweiten Weltkriegs?“, wollte der Mann unlängst wissen.

Diese Frage lässt sich nicht in einem Satz beantworten, wie Ortsvorsteher Ralf Tebling weiß. Er beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und versteht Heidepriems Anliegen. Das ursprüngliche Kriegerdenkmal war lediglich mit einer Gedenktafel für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges versehen. Es stand vor der Kirche und war nach der Wende in einem derart schlechten Zustand, dass es nur noch abgerissen werden konnte. Die Tafel hatte man aufbewahrt und 2006 an eine neue Stehle angebracht. Von Anfang an hatte der Ortsbeirat geplant, auch eine Tafel mit den Namen der Opfer des Zweiten Weltkriegs anzubringen.

Deshalb hatte man sich 2006 an die Arbeit gemacht, um die Namen aller Opfer zusammenzutragen. „Uns ist es wichtig, sowohl die gefallenen Soldaten als auch die zivilen Opfer zu ehren und niemanden zu vergessen“, so Tebling. Trotzdem verschiedenste Quellen angezapft wurden, gestaltete sich die Recherche äußerst schwierig.

Jahrelange Recherche mit wenig Erfolg

Beim Landesarchiv und der Kirche hatte man nachgefragt, Dorfbewohner wurden zu Rate gezogen, auch das Domarchiv in Brandenburg/Havel und die Deutsche Dienststelle für die Benachrichtigung der nächsten Angehörigen von Gefallenen der ehemaligen deutschen Wehrmacht (WASt) schrieb der Ortsbeirat an. 41 Namen konnten bisher zusammengetragen werden. Von vielen Opfern ist allerdings nur der Nachname bekannt. Inzwischen ist klar, dass man den Anspruch auf Vollständigkeit kaum erfüllen kann.

Die alte Gedenktafel für die Opfer des Ersten Weltkrieges. Quelle: Christin Schmidt

Eine Ausnahme ist die Geschichte des Piloten Erwin Gutsmann. Die Recherche ergab, dass der Mögeliner am 10. April 1945 bei Sankt Pölten in Österreich abgeschossen wurde. Ihm hatte man das Eiserne Kreuz erster Klasse verliehen, erzählt Tebling. Zu den anderen Namen sei aber weit weniger bekannt. 70 Jahre nach Kriegsende sei fast nichts mehr aus dieser Zeit herauszukriegen. Der Ortsbeirat möchte das Kapitel nun endlich abzuschließen und startet einen letzten Aufruf und bittet alle Bürger um Mithilfe bei der Vervollständigung der Liste.

Im Oktober soll die Suche abgeschlossen werden. Alle bis dahin bekannten Opfer sollen im Herbst auf einer zweiten Tafel verewigt werden. Spätestens zum Volkstrauertag wird die neue Tafel angebracht, so Tebling. Etwa 2000 Euro wird das dem Ortsbeirat kosten. Finanziert werden soll das Ganze aus Spenden. Ein entsprechendes Konto hat der Ortsvorsteher bereits eingerichtet (MBS in Premnitz, IBAN: DE56 1605 0000 1101 1274 45, BIC WELADED1PMB) und bittet nun um Unterstützung. Der Anfang ist gemacht. Tebling und seine Stellvertreterin Gisela Stiba haben jeweils 50 Euro aus eigener Tasche eingezahlt.

Wer kennt die Namen der Opfer?

41 Namen konnten bisher für die neue Gedenktafel zusammengetragen werden: Bethge Erwin, Bier Reinholt, Bodin Gustav, Ehland Walter, Emka Alfred, Gutzmann Erwin, Gutsmann Erwin, Heinemann Paul, Kleefisch Adolf, Kleefisch Hans, Kühne Paul, Kusian Günter, Lessmann Willi, Mirow Ernst, Müller Otto, Müller Hans, Neils Ewald, Nitze Willi, Radensleben Hans, Rautenberg Erwin, Riesler Kunibert, Schuder Werner, Seeger Werner.

Von einigen sind nur die Nachnamen bekannt: Döring, Eckert (Verwandtschaft von Lange, Rhinow), Franke, Jaserick, Käpernik (Optiker), Kaunitz (Königshütte), Köpke (Landwirt), Korte (Polin), Leuchenberger, Müller (Tischlermeister), Scharries, Scherf, Schmidt.

Wer die Liste um Vornamen, weitere Namen oder Geburts- und Sterbedaten ergänzen kann, meldet sich beim Ortsbeirat, Ralf Tebling, Telefon: 03386/285875 oder www.mögelin.de

Von Christin Schmidt

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