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Weniger Gerste geernet

Havelland Weniger Gerste geernet

Die Trockenheit der Böden im Havelland lässt die Bauern noch weiter in die Krise rutschen. Bei Gerste sind die Erträge gesunden, auch beim Raps deuten sich Verluste an. Der Milchpreis ist am Boden, die Getreidepreise sind auch gefallen.

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Quelle: Tanja M. Marotzke

Havelland. Das heiße Wochenende ohne Regen treibt Dirk Peters noch mehr Sorgenfalten auf die Stirn. Der Chef der Agro Farm Nauen hat gerade die Gersteernte für seinen Betrieb bilanziert und festgestellt, dass er etwa 15 Prozent weniger vom Halm geholt hat, als im Vorjahr bei gleicher Anbaufläche. „Der Regen hat gefehlt. Wobei wir hier im Osthavelland noch halbwegs gut weggekommen sind. Im Westhavelland lagen die Verluste weit höher. Bei der Agrargenossenschaft Gülpe zum Beispiel waren es etwa 35 Prozent weniger als 2015.“ Im Osthavelland lagen die Erträge bei Gerste zwischen 60 und 65 Dezitonnen je Hektar, im Westhavelland bei 30 bis 35. Dirk Peters kennt diese Zahlen, weil er als Vorsitzender des Kreisbauernverbandes regelmäßig darüber informiert wird.

Jetzt läuft die Rapsernte auf vollen Touren – nur an den zu trockenen Böden hat sich nichts geändert. Bevor die drei Mähdrescher der Agro Farm am Vormittag loslegen können, prüft Klaus Skähr mit einem Gerät die Feuchtigkeit des Getreides. Manchmal sogar mehrfach innerhalb weniger Stunden. „Bei etwa 8 Prozent Feuchte im Raps können wir loslegen“, sagt Dirk Peters. Gibt er das Okay und kommt kein Regenschauer dazwischen, wird bis tief in die Nacht gedroschen. Auf knapp 400 Hektar stand der Raps bei der Agro Farm. Wenige sind noch übrig.

Dirk Peters ist besorgt, weil nicht nur die Erträge weniger werden, sondern parallel dazu auch die Preise für alle Getreidesorten auf dem Weltmarkt gefallen sind. „Für die havelländischen Bauern wird es immer schwieriger zu überleben. Der Milchpreis ist am Boden, der Getreidepreis auch und für Schlachtvieh wird immer weniger bezahlt. Wer keine Reserven hat, der wird nicht mehr lange durchhalten“, schätzt Peters. Der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Johannes Funke,ergänzt: „Für Brotweizen bekamen die Landwirte im Vorjahr noch 200 Euro pro Tonne, 2016 sind es nur 145. Dazu der Tiefstand bei der Milch. In Brandenburg haben bereits 50 Milchviehbetriebe die Tiere abgeschafft.“

Mit Tieren hat die Agro Farm als Marktfruchtbetrieb nichts zu tun. Trotzdem müssen die Mindereinnahmen irgendwie aufgefangen werden. Dabei hilft dem Betrieb mit 23 Beschäftigten die Tatsache, dass man sich mit Biogasanlagen, Fotovoltaik und Windenergie ein zweites Standbein geschaffen hat. Für diejenigen Landwirte, die finanzielle Hilfen brauchen, hat Dirk Peters eine gute Nachricht: „Die Brandenburger Bank und die Volksbank Rathenow haben signalisiert, Bauern sehr schnell, unkompliziert und zu günstigen Konditionen Darlehen gewähren zu wollen.“

Von Jens Wegener

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