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Weniger als 1000 Firmen zahlen Gewerbesteuer

Falkensee Weniger als 1000 Firmen zahlen Gewerbesteuer

In Falkensee im Havelland sind mehr als 3550 Gewerbe angemeldet, aber weniger als 1000 zahlen nur Gewerbesteuern. Die anderen liegen unter der Gewinnspanne, die besteuert wird. Die Wirtschaftsstruktur der Stadt ist vor allem von kleinem und kleinsten Gewerbe geprägt.

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Die Firma Benteler Distribution hat im Gewerbegebiet Falkensee-Süd eine Niederlassung.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee. Die meisten Falkenseer Gewerbebetreibe zahlen keine Gewerbesteuer. Genauer: Von 3552 angemeldeten Unternehmen haben 956 Steuern gezahlt. Das verrät viel über die Struktur der Falkenseer Wirtschaftswelt, die ist vor allem kleinteilig. Denn Gewerbesteuer muss bei Einzelunternehmen und Personengesellschaften erst ab einem Gewinn von 24 500 Euro gezahlt werden. Die Gesamteinnahmen an Gewerbesteuer abzüglich der Gewerbesteuerumlage in Falkensee lagen im Jahr 2016 bei 4 974 000 Euro.

Kleine und kleinste Unternehmen

Babett Ullrich, Leiterin der Falkenseer Abteilung für Wirtschaftsförderung, hat am Montagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Wirtschaft Zahlen zur Wirtschaftsentwicklung vorgestellt. Die CDU-Fraktion hatte darum gebeten und einen umfangreichen Fragekatalog zusammengestellt. Die Fragen wurden ebenso umfangreich beantwortet. Sie zeigen die Entwicklung der Falkenseer Wirtschaft von 560 Gewerbeanmeldungen im Jahr 1990 bis heute mehr als 3500. Von denen, die Steuern zahlen, liegen zwei Drittel im Bereich von 1000 bis 10000 Euro; gigantische Steuerzahler fehlen in der Gartenstadt. Die meisten Gewerbe sind kleine und kleinste Unternehmen, oft auch Ein-Mann-Betriebe oder Gewerbe im Nebenerwerb.

Schwankungen bei Gewerbesteuern

„Die Gewebesteuern sind großen Schwankungen unterworfen“, sagte Bürgermeister Heiko Müller, die Verwaltung gehe aber von einer „moderaten Steigerung der Gewerbesteuer“ aus. Falkensee hat einen Gewerbesteuer-Hebesatz von 350 v. H., ebenso wie etwa Dallgow-Döberitz und Rathenow. Der bundesdeutsche Durchschnitt liegt bei 359, in Potsdam werden 455 und in Berlin 410 fällig. Brieselang erheben 310 v.H., Nauen 320.

Nur noch wenige frei Flächen

Größere Ansiedlungen oder Ansiedlungsverluste hat es in den letzten Jahren nicht gegeben. Die Herlitz AG wurde von der Pelikan AG übernommen, eine Schlauchproduktionsfirma wechselte ins benachbarte Brieselang. Bürgermeister Heiko Müller sieht perspektivisch auch wenig Spielraum für größere Ansiedlungen. Die Gewerbefläche der Stadt beträgt 110 Hektar, nur noch wenige Hektar sind frei. In der vergangenen Zeit sind mehrere Firmen ins Gewerbegebiet Süd gezogen, darunter Falkenseer Betriebe wie die Schlosserei Ziesecke und Werbemittelhersteller Reklame-Reichelt.

In kommunaler Hand befinden sich kaum noch freie Areale. „Nachfragen sind wiederholt an fehlender Fläche gescheitert“, sagte der Bürgermeister. „Wir planen aber weiter keine neuen Industrie- oder Gewerbegebiete“, so Heiko Müller. Die Stadt profiliere sich eher als Wohn-, Bildungs- und Freizeitstandort.

Von Marlies Schnaibel

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