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Havelland Wenn Passagiere Probleme machen
Lokales Havelland Wenn Passagiere Probleme machen
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02:16 07.12.2015
Das Personal der Odeg hat genaue Anweisungen, was bei Problemen mit Passagieren zu tun ist. Quelle: Markus Kniebeler
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Rathenow

Als am Mittwochabend der Regionalexpress der Linie RE 4 Richtung Berlin länger am Bahnhof Buschow stehen blieb, als im Fahrplan vorgesehen, da warteten die Reisenden auf die in solchen Fällen übliche Durchsage, dass ICE vorbeigelassen werden müsse. Doch die Durchsage kam nicht, und von einem vorbeirasenden Schnellzug war auch nichts zu sehen. Wie sich später herausstellte, hatte der Zugführer in Buschow rund 25 Minuten auf Beamte der Bundespolizei gewartet, um diesen einen Passagier zu übergeben. „Dem Servicepersonal ist bei der Fahrscheinkontrolle ein Mann aufgefallen, der augenscheinlich sehr verwirrt war“, erklärte Odeg-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann auf MAZ-Nachfrage. Zu Sicherheit des Mannes und auch der Mitreisenden habe man die zuständigen Beamten der Bundespolizei gerufen und diesen den Mann in Buschow übergeben. Die Polizisten hätten den Reisenden dann in ihre Obhut genommen.

Fälle wie dieser kommen Schuchmann zufolge immer mal vor, von einer zunehmenden Häufigkeit könne aber nicht die Rede sein. Wenn es Probleme mit Reisenden gebe, dann habe das Personal genaue Handlungsanweisungen zu befolgen. Am häufigsten kommt es dem Odeg-Chef zufolge vor, dass Bahnfahrer nicht im Besitz eines Tickets sind. Gebe es am Einstiegsbahnhof keinen Schalter und Automaten, dann könne das Ticket im Zug ohne Aufschlag nachgelöst werden. Im anderen Falle werde ein erhöhtes Beförderungsgeld von 60 Euro fällig. Könne oder wolle der Fahrgast das nicht bezahlen und weigere sich – oder sei nicht in der Lage – seine Personalien anzugeben, dann habe das Servicepersonal die Möglichkeit, die Person am nächsten Bahnhof des Zuges zu verweisen. Leiste der Betroffene dieser Aufforderung nicht Folge, dann werde die Bahnpolizei alarmiert. Diese versuche, so schnell wie möglich zum Bahnhof zu kommen. Allerdings gebe es keine Garantie dafür, dass die Polizisten schon da sind, wenn der Zug halte. Vor allem in ländlichen Regionen könne das dauern. „Dass die anderen Reisenden im Zug deshalb Verspätungen in Kauf nehmen müssen, ist bedauerlich“, so Schuchmann. Aber wenn diese Eskalationsstufe erreicht sei, gebe es keine Alternative.

Ebenso alternativlos ist der außerfahrplanmäßige Stopp, wenn Reisende akute gesundheitliche Probleme haben. Dann wird der Notarzt zum nächsten Bahnhof bestellt und gewartet, bis der den Patienten übernommen hat. Auch bei aggressiven Fahrgästen, die handgreiflich zu werden drohen, warte man am Bahnhof auf polizeiliche Hilfe. „All dies dient dem Schutz der Passagiere“, sagt Schuchmann. Dass es in solchen Fällen zu Verspätungen komme, sei bedauerlich aber nicht zu vermeiden.

Von Markus Kniebeler

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