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Wenn Zombies Falkensee erobern

Heimatmalerei aus Falkensee Wenn Zombies Falkensee erobern

Verzerrte Gesichter, dunkle Räume, gekrümmte Hände – Heiko Schulzes Bilder lassen Betrachter frösteln. Und dabei fing alles so harmlos an. Als Ur-Falkenseer brachte der Künstler vor allem bekannte Plätze der Gartenstadt auf Leinwand. Den Falkenhagener Anger, Falkensees Bahnhöfe in verschiedenen Epochen, das Hexenhaus oder der Kronprinz zählen zu seinen Motiven

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Heiko Schulze aus Falkensee malt, seitdem er denken kann.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Verzerrte Gesichter, dunkle Räume, gekrümmte Hände – Heiko Schulzes Bilder ziehen Betrachter in ihren Bann und lassen sie frösteln. Eine düstere Endzeitstimmung lädt zum Gruseln ein, die Farben rot, blau und schwarz dominieren. Die Illustrationen für die Anthologie „Hinter dem Quecksilber“, herausgegeben von Lars Dangel, ist für den Künstler aus Falkensee bereits das zweite große Projekt für die Buchreihe Edition CL, die sich ganz der fantastischen Literatur widmet.

Und dabei fing alles so harmlos an. So lange er denken kann, malt Schulze, hätte die Kunst sogar zum Beruf machen können, hätte ihn die Vernunft nicht davon abgehalten. So liefen die kreativen Phasen des gelernten Lokführers und jetzigen Disponenten immer nebenbei ab. Als Ur-Falkenseer brachte er vor allem bekannte Plätze der Gartenstadt auf Leinwand. Den Falkenhagener Anger, Falkensees Bahnhöfe in verschiedenen Epochen, das Hexenhaus oder der Kronprinz zählen zu seinen Motiven. „Ich habe mich immer mehr als Heimatmaler gesehen, erst durch einen Zufall habe ich damit angefangen, einen anderen Blick zu entwickeln“, so Schulze. „Für eine Neuauflage des Horrormagazins ,Nachtschatten’ habe ich Zombies auferstehen lassen, und zwar vor der Finkenkruger Kirche. Die Kommentare bei Facebook waren so überwältigend, dass ich bei dieser Richtung geblieben bin“, erinnert sich der Künstler.

Schulzes Bilder laden zum Gruseln ein

Schulzes Bilder laden zum Gruseln ein.

Quelle: Laura Sander

Und nicht nur Falkenseer waren von seinen Werken angetan, sondern auch der Schriftsteller und Herausgeber Jörg Kleudken, der in der Welt der Fantastik zuhause ist. „Jörg Kleudken fragte mich, ob ich seinen Roman Teatro Oscura illustrieren möchte. Ich habe natürlich ja gesagt“, so Schulze. Der Roman erschien 2015 ebenfalls in der Buchreihe Edition CL. Das neuste Werk „Hinter dem Quecksilber“ enthält 25 seltene Geschichten der klassischen Fantastik mit den elf bislang düstersten Illustrationen des Falkenseer Malers. „Ich entwickle mich ständig weiter. So, wie ich noch vor einigen Jahren gemalt habe, würde ich es heute nicht mehr machen“, reflektiert Heiko Schulze, der fast jedes Wochenende den Pinsel schwingt. „Für eines meiner Werke, die ich alle auf Leinwand male, brauche ich etwa vier Tage, bis ich endlich zufrieden bin“, so der Künstler, für den im nächsten Jahr ein Besuch in Norwegen ansteht. „Über meinen Instagram-Account, den ich mir vor einiger Zeit anlegte, wurden meine Bilder plötzlich von Menschen aus der ganzen Welt gesehen“, sagt Schulze. Darunter war auch die norwegische Band Novocaine aus Bergen, die in Schulzes Bildern ihre Musik – eine Art melancholischen Rock – wiederfanden. „Den Jungs haben meine Bilder so gut gefallen, dass sie mich baten, ein Albumcover für sie zu gestalten. Das ist natürlich eine große Ehre für mich“, sagt der 49-Jährige. „Sie hatten noch gar keine Vorstellungen, also habe ich einfach drauf losgemalt. Nach den ersten Entwürfen, wurde die Idee immer klarer – so entstand das Cover mit dem traurigen, glatzköpfigen Mann und der lachenden Meute im Hintergrund.“ Das erste Cover gerade fertiggestellt, stand auch schon die zweite Band aus Norwegen vor der Tür. „Ich habe jetzt etwa 20 bis 30 Bilder, die ich gerne ausstellen würde und damit fange ich gleich mal in Norwegen an.“

Hinter dem Quecksilber

„Hinter dem Quecksilber“ ist eine Anthologie mit 25 Kurzgeschichten aus der Buchreihe Edition CL. Düstere Geschichten von Schriftstellern, wie Paul Leppin oder Erik E. Elwood,
laden zum Fürchten ein.

Elf Illustrationen hat Heiko Schulze unter seinem Künstlernamen
„Falpico“ für die Anthologie, die es ausschließlich im Internet unter
www.cthulhulibria.wordpress.com zu kaufen gibt, gestaltet.

In diesem Winter möchte sich Heiko Schulze jedoch erst einmal ein Stück weit aus der fantastischen, düsteren Welt hinausbewegen und wieder ganz Falkenseer Heimatmaler sein. Ob sich hierbei nicht die ein oder andere Gruselgestalt in die Bahnhofstraße oder auf den Falkenhagener Anger schummelt, kann der Maler nicht versprechen.

Von Laura Sander

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