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Wenn der Radweg zumutbar ist

Wo Radler fahren dürfen Wenn der Radweg zumutbar ist

Wann muss der Radler den Radweg benutzten und wann darf er auf der Fahrbahn unterwegs sein. Bei vielen Verkehrsteilnehmern gibt es Unklarheiten. Auch Experten sind sich nicht immer einig.

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Einen gemeinsamen Geh- und Radweg gibt es in der Karl-Marx-Straße in Falkensee.

Quelle: Foto: Tanja M. Marotzke

Havelland . Fahrschullehrer Volker Beckmann sitzt auf dem Beifahrersitz eines Lkw, ein Fahrschüler steuert das Gefährt durch die Spandauer Straße in Falkensee. „Von der Tankstelle bis zum Kreisverkehr am Baumarkt sind wir hinter einem Radfahrer hergefahren. Hinter uns stauten sich die Autos. Aber ein Überholen war nicht möglich“, schildert Beckmann einen Fall aus den letzten Tagen.

Die Frage, ob der Radfahrer den vorhandenen Radweg hätte benutzen müssen, ist nicht genau zu beantworten. So wie es andere Unklarheiten darüber gibt, wie sich Radfahrer im Straßenverkehr bewegen dürfen oder müssen. Selbst Fahrschullehrer Volker Beckmann, der seit 30 Jahren in der Region unterwegs ist, sagt, dass in der Straßenverkehrsordnung nicht alles so eindeutig formuliert wurde.

Klar ist, dass Radwege immer dann zu benutzen sind, wenn sie mit einem der drei blauen Schilder (Zeichen 237, 240 oder 241) gekennzeichnet sind. Und schon folgt eine Einschränkung,über die sich Experten streiten. Hannelore Herlan von der Deutschen Verkehrswacht sagt: „Ausgeschilderte Radwege sind nur dann benutzungspflichtig, wenn sie befahrbar und zumutbar sind. Ist der Radweg durch Scherben, Mülltonnen oder parkende Autos versperrt, wird er durch Baumwurzeln und aufgeworfenen Belag gefährlich, dürfen Radler auf die Fahrbahn ausweichen.“

Der Falkenseer Fahrschullehrer Volker Beckmann glaubt, dass nicht allein der Radfahrer entscheiden könne, ob ein Radweg zumutbar ist: „Das ist die Aufgabe der Kommunen. Die müssen die Wege in Ordnung bringen oder sperren.“ Sonst könnten ja alle Radler auf der Straße fahren, wenn sie der Meinung sind, es würden irgendwo Glasscherben rumliegen. Beckmann würde sich wünschen, wenn Radler, dort wo es möglich ist, freiwillig einen Radweg nutzen, um das Unfallrisiko zu minimieren.

Wie gefährlich das Radfahren auf den Straßen ist, zeigen die Zahlen der Polizei. Allein in den ersten sieben Monaten dieses Jahres gab es im Landkreis Havelland 129 Verkehrsunfälle, an denen Radfahrer beteiligt waren. Dabei wurden 102 Menschen verletzt. 62 dieser 129 Unfälle hatten Radfahrer verursacht, so Axel Schugardt von der Direktion West. Ein große Gefahr geht für Radfahrer von abbiegenden Lkw aber auch Pkws aus, weil deren Fahrer Radler auf dem Radweg weitaus schlechter sehen können als auf der Fahrbahn.

Bei Radwegen, an denen keines der drei blauen Verkehrszeichen steht, dürfen Radfahrer also zwischen Fahrbahn und Radweg wählen. Gibt es nur einen einseitigen Radweg gilt: Ist es ein vorgeschriebener Radweg, sichtbar gemacht durch besagte Verkehrszeichen 237, 240 oder 241 mit einem Zusatzschild, so muss dieser benutzt werden“, erklärt Hannelore Herlan von der Verkehrswacht. Sie räumt außerdem mit dem Irrglauben auf, Radfahrer müssten sich grundsätzlich hintereinander auf der Fahrbahn bewegen. „Sie dürfen auch nebeneinander fahren, sofern sie dabei nicht den Verkehr behindern.“ Bleibt die Frage, wann behindern sie den Verkehr? Zweifelsfrei gelten mehr als 15 Radfahrer als geschlossener Verband. Sie dürfen zu zweit nebeneinander auf der Fahrbahn unterwegs sein. Was für Autofahrer von Vorteil sei, da eine lange einreihige Schlange sich deutlich langsamer fortbewege und riskanter zu überholen sei, so Herlan.

Von Jens Wegener

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