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Havelland Wenn gewinnen zur Sucht wird
Lokales Havelland Wenn gewinnen zur Sucht wird
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16:59 06.07.2016
Volker Kreft und Sandra Schroeder beraten in Falkensee. Quelle: Sander
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Falkensee

Sportwetten und Internetcasinos boomen – während die meisten Menschen mit gelegentlichem Glücksspiel ohne Probleme umgehen können, wird es für einige schnell zur Sucht. Zu gut ist das Gefühl auf der Gewinnerseite zu stehen. Oftmals häufen sich hohe Schuldenberge an, bevor die Betroffenen ihr Problem erkennen. „Häufig sind sogar ganz Haushalte betroffen“, so Volker Kreft von der Falkenseer Suchtberatungsstelle der Caritas. „Das Schlimmste ist, wenn Kinder darunter leiden müssen. Das sind die Situationen, die für uns am Schwierigsten sind.“

Seit nunmehr 20 Jahren beschäftigt sich der 55-Jährige mit dem Thema Spielsucht. „Das Problem wird unterschätzt und auch von Angehörigen nicht immer gleich erkannt.“ In Falkensee bietet Kreft jetzt eine spezielle Beratung für Menschen mit Glücksspielsucht an und hat damit ein Alleinstellungsmerkmal im Landkreis Havelland. „Natürlich können sich Betroffene oder Angehörige auch an die Caritas-Beratungsstellen in Nauen oder Rathenow wenden. Sie stellen dann den Kontakt mit mir her und ich versuche dann gemeinsam mit den Süchtigen eine Lösung zu finden und weitere Hilfsangebote aufzuzeigen“, so der Diplom-Pädagoge, der gemeinsam mit Kollegin Sandra Schroeder in der Beratungsstelle Am Gutspark sitzt. „Wir beraten viel zum Thema Alkohol – der ist weiterhin Volksdroge Nummer eins. Einen hohen Anteil machen seit einiger Zeit jedoch auch Jugendliche aus, die regelmäßig Cannabis konsumieren“, so Schroeder. Viele kämen mit ihren besorgten Eltern, der Jüngste sei erst 14 Jahre alt. „Besonders im Alter zwischen 13 und 20 Jahren kann der missbräuchliche Konsum von Cannabis Schaden anrichten. In diesem Zeitraum entwickelt sich das Gehirn maßgeblich und ist sehr empfindlich“, so die Diplom-Sozialpädagogin weiter. „In Falkensee sind 30 Prozent unserer Klienten unter 21. Hier gibt es viele junge Familien und Schulen, die Nähe zu Berlin spielt ebenfalls eine große Rolle“, erklärt die 41-Jährige. Viele Fälle aus sozialen Brennpunkten habe sie jedoch nicht. Betroffene Jugendliche kämen eher aus gut situierten Familien.

„Unsere Aufgabe ist es nicht zu mahnen, sondern zu unterstützen“, fasst Volker Kreft ihre Arbeit zusammen. „Die Menschen müssen von sich aus ihr Leben ändern wollen. Wir helfen ihnen dabei, die richtigen Angebote zu finden und zeigen ihnen Therapiemöglichkeiten auf“, so Schroeder. Die Nachsorge einer stationären Therapie, in Form von Einzel- oder Gruppengesprächen, ist ebenfalls ein wichtiges Aufgabenfeld der Beratungsstelle.

Von Laura Sander

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