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Havelland Wer darf trainieren, wer nicht? Streit um Hallenzeiten
Lokales Havelland Wer darf trainieren, wer nicht? Streit um Hallenzeiten
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15:56 29.08.2016
Im Sommer trainieren die Nachwuchskicker auf dem Ketziner Sportplatz, aber im Winter wollen sie in die Halle. Quelle: Wolfgang Balzer
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Ketzin/Havel

Fußball oder Badminton – was ist wichtiger? Diese Frage kann und will Sylvia Krause von der Ketziner Stadtverwaltung nicht beantworten. Aber sie hat ein Problem auf dem Tisch, das sich genau darum dreht. „Mir liegt ein Antrag der Fußballer vom FSV Fal-Ke auf dem Tisch, wonach der Verein im Winter mehr Trainingszeiten in der Halle haben möchte. Wir haben aber nur zwei Turnhallen in Ketzin, und die sind in den Abendstunden durch Vereine und Gruppen so gut wie ausgebucht.“ Sie könne ja nicht einfach jemanden die Trainingszeiten streichen oder kürzen. Deshalb wandte sie sich jetzt an den Kultur-, Bildungs- und Sportausschuss der Stadtverordnetenversammlung.

Doch auch die Politker haben im Moment keine Lösung parat. „Wir behandeln alle Sportarten gleich, wollen niemanden bevor- oder benachteiligen“, ließ Ausschussvorsitzende Renate Donat (Linke) wissen.

Vor etwa zwei Jahren hatten die Stadtverordneten einer Benutzerordnung und einen Hallennutzungsplan beschlossen. Danach werden die Trainingszeiten unter anderem nach der Anzahl der Mitglieder der Vereine vergeben. So kann der größte Verein FSV ’95 Ketzin/Falkenrehde im Dezember und Januar in der großen Halle Am Mühlenweg montags, dienstags und donnerstags trainieren. Im November und Februar noch dienstags und donnerstags. Der SC Ketzin, und speziell die Abteilung Badminton, eben nur montags.

Bisher lief alles ohne Probleme ab, nun habe sich die Situation geändert, sagt der Vorsitzende von Fal-Ke Günter Lang: „Erfreulicherweise hat unser Verein in letzter Zeit einen großen Zulauf von Kindern. Wir konnten einige neue Nachwuchsmannschaften anmelden. Und genau aus diesem Grund brauchen wir im Winter mehr Zeiten fürs Training. Zumal die alle im Wettkampfbetrieb stehen und auch Hallenturniere spielen.“ Die kleine Halle in der Rathaussstraße, wo es nicht mal Fußballtore gäbe, sei ungeeignet.

Doch so einfach wollen die Badminton-Spieler das Feld nicht räumen. „Auch wir haben junge Nachwuchsspieler. Und Badminton kann man nun mal nur in der Halle spielen“, argumentiert Simon Schneider von SC Ketzin. Er verstehe zwar nicht, dass ein Verein wie Fal-Ke mit seinen Forderungen alle Belegungspläne durcheinander bringen kann, aber der SC Ketzin sei weiterhin kompromissbereit.

Bei einem ersten Gespräch zwischen den beteiligten Sportvereinen und der Stadtverwaltung gab es keine Einigung, wie Sylvia Krause sagte. Bevor die Stadtverordneten entscheiden, soll es eine zweite Runde geben. Dann wird wohl über einen Vorschlag von Renate Donat gesprochen. Demnach würden beide Vereine im Winter jeweils alle vierzehn Tage einen kompletten Montagabend von 17 bis 21.30 Uhr in der großen Halle fürs Training bekommen. An dem anderen Montag müssten sie dann mit der kleinen Halle in der Rathausstraße zufrieden sein.

Von Jens Wegener

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