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Werbung für den Wochenmarkt

Rathenow Werbung für den Wochenmarkt

Etliche Marktleute ziehen sich in der nächsten Zeit aus Altersgründen vom Wochenmarkt auf dem Märkischen Platz in Rathenow zurück. Um die Angebotsvielfalt des bei den Bürgern außerordentlich beliebten Marktes zu erhalten, will die Stadt neue Händler mit Rabatten locken.

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Bei den Rathenowern ausgesprochen beliebt: Der Wochenmarkt auf dem Märkischen Platz. Damit das Angebot so vielfältig bleibt, wird neuen Händlern Rabatt gewährt.

Quelle: Markus Kniebeler

Rathenow. Der große Rathenower Frischemarkt, der mittwochs auf dem Märkischen Platz stattfindet, ist bei der Bevölkerung ausgesprochen beliebt. Vor allem um die Mittagszeit herrscht auf den Gängen zwischen den Buden reger Betrieb. Auch die Händler schätzen den Markt. Wer sich unter ihnen umhört, erfährt, dass der Rathenower Frischemarkt zu den best besuchten im Land gehört.

Allerdings macht der demographische Wandel auch vor den Markthändlern nicht halt. In den vergangenen Jahren haben sich nach Auskunft von Rathenows Bauamtsleiter Matthias Remus etliche altgediente Marktleute aus Altersgründen aus dem Geschäft zurückgezogen. Allein in diesem Jahr hätten bereits vier Händler angekündigt, noch vor Jahresfrist aufzuhören beziehungsweise im kommenden Jahr nicht mehr nach Rathenow zu kommen. Und offenbar fehlt es an Nachrückern, um die Lücken zu füllen.

Aus diesem Grund hat sich die Verwaltung entschlossen, ein wenig nachzuhelfen. In den Fachausschüssen der Stadtverordnetenversammlung wird derzeit ein Beschlussvorschlag zur Änderung der Marktsatzung diskutiert. Den Stadtverordneten wird der Beschluss, der in zwei Ausschüssen bereits einhellige Zustimmung erfahren hat, am kommenden Mittwoch zur Abstimmung vorgelegt.

„Wir sind bestrebt, die Attraktivität des Wochenmarktes und die Vielfalt des Angebots zu erhalten“, sagt Matthias Remus. Zu diesem Zweck werden – so sieht es die Beschlussvorlage vor – zum einen die Anreize für potenzielle Händler erhöht. Wenn ein Markthändler erstmals am Wochenmarkt teilnimmt beziehungsweise seit mehr als 24 Monaten nicht auf dem Märkischen Platz vertreten war, dann sollen sich der neuen Satzung zufolge die Gebühren für die ersten zwölf Marktteilnahmen um 50 Prozent reduzieren. Damit soll den Neulingen die Gelegenheit gegeben werden, zu testen, ob sich für sie ein Engagement in Rathenow lohnt.

Zum anderen will man Händler, die bereits auf dem Markt vertreten sind, dazu animieren, Kollegen nach Rathenow zu locken. „Für die Anwerbung eines Markthändlers, der erstmals am Wochenmarkt teilnimmt beziehungsweise seit mehr als 24 Monaten nicht auf dem Märkischen Platz vertreten war, reduzieren sich die Gebühren für den werbenden Händler für zwölf Marktteilnahmen um 50 Prozent“, heißt es in der Beschlussvorlage. Voraussetzung für diesen Rabatt ist, dass der geworbene Händler die Vermittlung schriftlich bestätigt und selbst mindestens zwölf Mal am Wochenmarkt teilgenommen hat.

Mittwochs, freitags und samstags bauen die Markthändler auf dem Märkischen Platz ihre Stände auf

Mittwochs, freitags und samstags bauen die Markthändler auf dem Märkischen Platz ihre Stände auf.

Quelle: Kniebeler, Markus

Bei manchem mag sich nun die Frage aufdrängen, wie es sein kann, dass die Stadt Rathenow, die bekanntlich unter notorischem Geldmangel leidet, derartige Geschenke macht. „Wir machen keine Geschenke, sondern reichen die Einsparungen, welche die Verwaltung bei der Organisation der Märkte getätigt hat, an die Händler weiter“, so Remus. Dazu sei die Stadt verpflichtet. „Wir dürfen mit dem Markt kein Geschäft machen“, so der Bauamtsleiter. Die Einnahmen seien so zu kalkulieren, dass sie den Aufwand decken.

Und der ist längst nicht mehr so groß wie vor einigen Jahren. Durch die Schließung des Fontanemarktes 2013 habe sich der finanzielle und personelle Aufwand für die Marktbetreuung in der Verwaltung verringert, heißt es in der Vorlage, die den Stadtverordneten am Mittwoch vorgelegt wird. Vor allem aber habe die Abgabe des defizitären Weihnachtsmarktes an einen privaten Betreiber sowie die Auslagerung von Stadtfest und Frühlingsgalerie aus dem städtischen Verwaltungsgeschäft für erhebliche Einsparungen gesorgt.

Obwohl die neue Satzung, die auch eine Änderung der Gebührenberechnungsmethode enthält, erst ab dem kommenden Jahr gilt, hat sich für einen scheidenden Händler bereits ein Nachfolger gefunden. Anspruch auf den beschriebenen Rabatt hat der allerdings noch nicht. Aber vielleicht bringt er ja im kommenden Jahr noch jemanden mit? Dann käme er doch noch in den Genuss einer Ermäßigung.

Drei Markttage in der Woche

Der große Wochenmarkt auf dem Märkischen Platz findet mittwochs zwischen 8 und 16 Uhr statt. Zwischen 40 und 45 Händler bieten ihre Waren an.

Angeboten werden das klassische Lebensmittel- und Frischwarensortiment (Bäckereiprodukte, Fleisch- und Wurstwaren, Eier, Fisch, Käse, Obst und Gemüse, Bioprodukte, Imbiss, Spezialitäten, Blumen) sowie Textilien und Haushaltswaren.

Außerdem gibt es einen weitaus kleineren Frischemarkt am Freitag von 8 bis 16 Uhr, auf dem momentan vier Händler vertreten sind, und einen Frischemarkt am Samstagvormittag von 8 bis 12 Uhr mit derzeit sechs Anbietern.

Ist der Märkische Platz belegt (etwa durch den Weihnachtsmarkt), zieht der Wochenmarkt auf den August-Bebel-Platz

Von Markus Kniebeler

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