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Kunst als Teil des Alltag

Werkgalerie seit 20 Jahren Kunst als Teil des Alltag

In Falkensee hat Manfred Hentzsch vor 20 Jahren seine Werkgalerie eröffnet. Damals war der Spandauer Unternehmer gerade ins Havelland gezogen, inzwischen führt er die Galerie für zeitgenössische Kunst der Region im Bahnhof Dallgow weiter.

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Manfred Hentzsch vor den markanten Wandobjekten von Michael Heyers aus Kleinmachnow.

Quelle: Marlies Schnaibel

Falkensee/Dallgow. Wenn es nach Manfred Hentzsch gegangen wäre, dann hätte der Mann aus Falkensee in Dallgow-Döberitz ganz andere Spuren hinterlassen. Vor Jahren wollte er in ein Pflegeheim investieren, aber nach heftigen Diskussionen lehnten die Abgeordneten ab, so ein Haus im Zentrum des Ortes zu bauen. So ein Heim sei nicht zur Belebung der Ortsmitte geeignet, sagten die Ablehner, die vor allem in der CDU, FDP und den Linken saßen. „Man wollte hier wohl keine alten Leute sehen“, kommentiert Manfred Hentzsch die damalige Diskussion.

Von dem Projekt hat er sich zurückgezogen, aber von Dallgow-Döberitz nicht. Vor Jahren zog er mit seiner Werksgalerie in das Bahnhofsgebäude, seit Kurzem führt er auch das Café, nachdem die Familie Madler das Geschäft aufgab.

Die Werkgalerie Hentzsch selbst gibt es jetzt seit zwanzig Jahren. Angefangen hatte alles im August 1995 im Wohnhaus von Manfred Hentzsch in der Falkenseer Gartenstraße.

Der Spandauer war damals gerade nach Falkensee gezogen. In Spandau, wo schon sein Vater eine Schlosserei führte, war er mit den Olympiaplänen der Hauptstadt in Konflikt geraten. „Die wollten mein Betriebsgelände für ein geplantes Pressezentrum, aber einen Ausgleich konnten sie nicht bieten“, beschreibt Manfred Hentzsch die damalige Situation. Und weil die Buchhalterin aus Falkensee kam, hörte er von der Möglichkeit, das Gelände einer aufgelösten PGH zu erwerben. So zogen er und sein Metallverarbeitungsbetrieb schließlich nach Falkensee.

Und weil er sich schon immer für Kunst interessiert hat, wagte er es, in seinem Haus eine Galerie einzurichten. Malerfreund Eberhard Trodler stellte als erster Künstler aus; mit der Kulturwissenschaftlerin Ursula Keil fand er eine versierte Leitung der Galerie.

Hentzsch selbst hatte Fertigungs- und Schweißtechnik studiert, die Kunst war ihm immer ein schöner Ausgleich neben der technischen Arbeit gewesen. Der Besuch in Galerien und Museengehörte für ihn zum Leben dazu. Mit der eigenen Galerie erfüllte er sich einen großen Wunsch.

Die Galerie blieb einige Zeit in Falkensee, dann zog er damit um nach Berlin. Immer wieder fand er Geschäftsfreunde, die sich an dem Projekt beteiligten, auch mal Räume stellten. Manche Partner zogen sich zurück, aber Hentzsch gab nie auf. Nun hat er das Bahnhofsgebäude in Dallgow für seine Galerie entdeckt. Zwei fein eingerichete Räume bieten gute Gelegenheit, Kunst zu präsentieren. Mit Maren Marzilger leitet eine junge Frau aus Falkensee die Galerie, in der gerade eine vielfältige Sommerausstellung mit Werken von Künstlern aus dem Havelland und Umgebung zu sehen ist.

„Kunst ist kein Luxus“, sagt Manfred Hentzsch gerne, für ihn ist Kunst eine Lebensnotwendigkeit. Er will mit seiner Galerie die Hemmschwelle gering halten, hier kann jeder mal vorbeischauen.

Manfred Hentzsch selbst hat sich als Maler nur mal so ausprobiert, jetzt als 72-jähriger Ruheständler geht er einer anderen Liebe nach. Er lernt noch Klavierspielen. Das hatte er sich schon als Kind gewünscht.

Von Marlies Schnaibel

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