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Werkstätten haben gut zu tun

Havelland: Der Winter kam für viele Autofahrer überraschend Werkstätten haben gut zu tun

Startschwierigkeiten und zugefrorene Türen – immer mehr Havelländer bereiten ihre Fahrzeuge nicht mehr ausreichend auf Frost und Minusgrade vor, lassen den Wintercheck ausfallen, verzichten sogar gänzlich auf die vorgeschriebenen Winterreifen. Umso größer ist die Überraschung, wenn es plötzlich doch frostig ist.

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Rolf Behnisch (2.v.l.) und sein Team haben gut zu tun.

Quelle: Laura Sander

Havelland. In großen Schollen löst sich der Schnee und prasselt von den Dächern. Die Sonne schiebt sich durch die Wolken, der eisige Wind der vergangenen Tage ist milderen Temperaturen gewichen. Die Schneehaufen auf dem Hof der Falkenseer Autowerkstatt BSL Carservice schmelzen langsam aber beständig zu großen Matschpfützen. Knapp 30 Autos stehen dicht an dicht auf dem Gelände in der Heinkelstraße. „Wir haben gut zu tun, als ich am Montag zur Arbeit kam, war der Hof voll. Der plötzliche Wintereinbruch hat doch viele Autofahrer überrascht“, sagt Chef Rolf Behnisch.

Und genau das sei das Hauptproblem, so der Fachmann. „Ein Wintercheck ist jedem zu empfehlen, bevor die große Kälte kommt. Leider macht das heute kaum noch jemand, da die meisten Menschen mit einem milden Winter rechnen.“ Sogar einige Sätze Winterräder musste der Profi jetzt noch bestellen. „Diejenigen, die dachten, dass der Winter ausbleibt, wurden jetzt eines Besseren belehrt.“ Auch einige Unfallwagen reparieren Rolf Behnisch und seine vier Mitarbeiter derzeit. „Fünf Unfälle in den paar Tagen sind schon mehr als sonst. Neben witterungsbedingten Unfällen, hat es allerdings auch aus Unaufmerksamkeit gekracht.“

Beim empfohlenen Wintercheck werden neben der Kontrolle des Reifendrucks und der Lichtanlage außerdem alle Flüssigkeiten, also unter anderem das Kühlwasser und das Scheibenwischwasser, geprüft und mit Frostschutz versehen. „Außerdem sollte man seine Türgummis mit Silikon behandeln und alle Schösser mit einem Spezialenteiser frostsicher machen“, sagt Behnisch. Denn wenn das Auto morgens nicht aufgeht oder anspringt, ist der Ärger groß. „In den Kältetagen hatten wir es jetzt oft mit Pannen zu tun, vor allem mit eingefrorene Dieseltanks. Das hat mich gewundert, denn so kalt war es ja gar nicht.“

Lackpflege

Autoprofi Uwe Falkenau empfiehlt vor dem Winter eine Oberflächenbehandlung des Autolacks vorzunehmen.

Vor allem das von Räumdiensten eingesetzte Streusalz, das sich bei jeder Fahrt wie ein Film über das Auto legt, schädigt den Lack.

Nach dem Winter sollte man daher, so Falkenau, sein Auto gründlich waschen und auch die Unterbodenwäsche nicht vergessen.

Normalerweise bleibt der Dieselkraftstoff etwa bis 25 Grad minus flüssig, erst dann friert er und es bilden sich Paraffinkristalle, die die Kraftstoffleitung verstopfen. „Dann hilft nur noch auftauen und möglicherweise auch ein neuer Kraftstoffilter“, sagt Uwe Falkenau vom Autohaus Dallgow. Zwei bis drei Stunden müsse das Auto in der über fünf Grad warmen Halle stehen, erst dann könne man anfangen das Auto mit Kraftstoff und einer Zumischung vollzutanken. „Am wenigsten denken die Leute aber an einen Batteriewechsel. Bei 25 Grad minus steigt eine ältere Batterie dann schon mal aus.“ In Dallgow kam es in den kalten Tagen eher zu Pannen, als zu Kälteunfällen.

Mit fünf Autos, drei Lkws und einem 40-Tonnen-Kran waren auch Abschleppunternehmer Ingo Pörschmann und seine Mitarbeiter in den letzten Tagen unterwegs. „Es dauert immer zwei bis drei Tage, bis sich die Autofahrer auf das Wetter eingestellt haben. Bis dahin kommt es sehr oft zu Pannen und Unfällen, obwohl es in diesem Jahr nicht außergewöhnlich viele waren“, so Pörschmann. In einer halben Stunde bis Stunde ist der Abschlepper vor Ort, egal ob im Havelland, Oberhavel oder Berlin. Verständigt wird Pörschmann meist vom ADAC. „Die Leute passen ihre Fahrgeschwindigkeit nicht der Witterung an und unterschätzen die Rutschgefahr. Und auch vorbeugend macht heute fast niemand mehr etwas, erst wenn das Auto liegenbleibt, wird gehandelt.“

Von Laura Sander

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