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Havelland Werner Bader – ein Märker ist gegangen
Lokales Havelland Werner Bader – ein Märker ist gegangen
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11:29 05.11.2014
Görne

Es ist schwierig, das Leben von Werner Bader auf etwas mehr als 100 Textzeilen zu reduzieren. Am Anfang sollten die Spuren stehen, die er seit der Wiedervereinigung im Jahr 1990 in der Mark Brandenburg hinterlassen hat. Die Wiedervereinigung, die er so sehr herbeigesehnt hat. "Zwei Märker kehren heim" titelte die Märkische Allgemeine im Dezember 1995, als Werner Bader nach Görne zum Richtfest für sein neues Anwesen einlud. Er und seine Frau Karin – sie ist bereits vor einigen Jahren verstorben – wollten sich dort niederlassen, wo sie herkamen. Karin Bader, hatte ihr Elternhaus in Dickte. Werner Bader selbst stammt aus Spremberg.

"Steige hoch du roter Adler" – wer nicht wenigstens drei Strophen der Brandenburghymne auswendig kannte, der bekam Nachhilfe bei Werner Bader. Er war der Verwalter des Lebenswerkes von Gustav Büchsenschütz, der die Hymne geschrieben hat. Die Scheune in Görne wurde bald zum Kulturtreffpunkt. Eine kleine Bibliothek für Durchreisende gibt es hier, die „Leserast“. Lesen, Bücher und Geschichte haben Baders Leben geprägt. "Wo man in Brandenburg hinspuckt, hat große Geschichte stattgefunden, aber wir machen nichts daraus." Das hat er einmal gesagt und den Kulturförderverein Mark Brandenburg gegründet. Es entstanden der Deutsche Birnengarten in Ribbeck, eine Partnerschaft mit polnischen Gymnasien, die Bader mit Literatur versorgte, er schrieb Bücher und gab den Bildband "Kirchen im Havelland" heraus.

Dreht man das Rad ein Stück weiter zurück, stößt man auf Werner Bader, den Journalisten – ein Vollblutjournalist. Er leitete das Berliner Büro des "Spiegel" und er war bei der Tageszeitung "Der Kurier" und der "Neuen Zeitung". Bei einem Interview-Termin in Ost-Berlin wäre er fast ins Gefängnis gekommen – weil er seine Fragen frech und frei stellte.

Danach begann die Rundfunk-Karriere – zunächst beim Nordwestdeutschen Rundfunk, später bei der Deutschen Welle. Werner Bader hat hier ein Stück Rundfunkgeschichte mitgeprägt. Er stand für unverwechselbare Reportagen. Seine Stimme und seine Ideen prägten über drei Jahrzehnte das deutsche Programm des Senders in Köln.

Mit der Zeit im Rheinland eng zu verbinden ist seine besondere Vorliebe für den Karneval. Er stieg auch selber in die Bütt’.

Werner Bader war ein politischer Mensch. Zu seiner SPD-Mitgliedschaft stand er. Trotzdem war er ein kritischer Genosse. Geprägt war er durch die SPD von Kurt Schuhmacher und Willy Brandt.

Und noch eine Verbindung darf hier nicht unerwähnt bleiben: Werner Bader und Theodor Fontane. Den märkischen Schriftsteller verehrte Bader so sehr, dass er mit Hilfe von Sponsoren in Görne – wo Fontane nachweislich wenigstens zweimal war – eine Büste des Schriftstellers aufstellen ließ.

In Görne besuchten Ministerpräsidenten und Minister den Grafenstall, wie Bader seine Scheune bald nannte. Er ist Träger des Bundesverdienstkreuzes und des "Rote-Adler-Ordens". Dazu kommen viele weitere Auszeichnungen.

Voraussichtlich am kommenden Sonnabend wird Werner Bader beigesetzt.

Von Joachim Wilisch

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