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Havelland Wichtel-Warm als Geschäftsidee
Lokales Havelland Wichtel-Warm als Geschäftsidee
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00:19 05.01.2018
Radeln bei jedem Wetter;: Anne Laßhofer mit Wichtel-Warm in Aktion. Quelle: Ralf Stork
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Falkensee

Das Haus von Anne Laßhofer und ihrer Familie liegt in einer ruhigen Seitenstraße. Der Finkenkruger Bahnhof ist nicht weit weg. Trotzdem steht hier vor fast jedem Haus ein Auto. Auf dem Parkplatz der Laßhofers dagegen sprießt das Gras. „Wir sind vor fünf Jahren ohne Auto aus Berlin rausgezogen und haben uns hier auch keins angeschafft“, sagt Anne Laßhofer. Der autolose Alltag sei manchmal ein bisschen kompliziert. Insgesamt gefalle ihr die Herausforderung, alles mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad erledigen zu müssen.

Immerhin verdankt Anne Laßhofer den vielen Fahrradfahrten bei Wind und Wetter ein neues Berufsleben: „Vor vier Jahren habe ich für meine Tochter nach einem wasserdichtes Regen-Cape für den Kindersitz am Fahrrad gesucht. Und weil ich nichts Passendes gefunden habe, habe ich schließlich selbst eins geschneidert“, erzählt die 38-Jährige.

Das Cape hört heute auf den schönen Namen „Wichtel-Warm“ und ist das erste Stück, das Laßhofer mit ihrem Label „Dilassi“ auf den Markt gebracht hat. Ein schnödes Cape ist der „Wichtel-Warm“ natürlich nicht. Mit den bauschigen Plastikfolien und Gummi-Pellen die Radfahrer sich bei Regen überwerfen können, hat er nichts gemein. Er ähnelt eher den gemütlichen Fußsäcken, in die sich Babys und Kleinkinder in ihrem Kinderwagen einkuscheln können. Nur eben für den Fahrradsitz und in wasserdicht.

Wenn Anne Laßhofer früher mit ihrer Tochter und dem ersten Wichtel-Warm zum Einkaufen oder zur Waldkita unterwegs war, wurde sie häufig von anderen Müttern angesprochen, wo man denn dieses praktische Teil kaufen könnte. Auf die Idee darauf die berufliche Selbstständigkeit zu gründen, kam sie erstmal trotzdem nicht. Damals war sie noch fest eingespannt in ihrem Job als International Market Research Manager bei einem großen Pharma-Konzern. Pendelte vier Tage die Woche nach Berlin und versuchte, Arbeit und Familie irgendwie unter einen Hut zu bekommen. Auf Dauer ging das nicht gut. Zu viel Stress mit der Pendelei; die einzige in der Abteilung, die halbtags arbeitete; Meetings, die sie früher verlassen musste, um ihre Tochter rechtzeitig aus der Waldkita abzuholen. „Die Arbeit passte irgendwann nicht mehr richtig zu meinem Lebenskonzept“, sagt sie und lacht. Der Hochleistungs-Pharma-Konzern zu dem naturnahen Leben in Finkenkrug mit Waldkita und Hühnern im Garten. Im Mai 2016 hat sie schließlich ihren alten Job an den Nagel gehängt. Da steckte sie schon mitten drin in den Vorbereitungen für die berufliche Selbstständigkeit. „Die Freundin einer Freundin ist Beraterin für Start-Ups in der Mode-Branche. Mit der habe ich mich sehr lange unterhalten“, sagt Laßhofer. Von der Beraterin bekam sie einen ersten groben Überblick über Schnittmacher und Handelsmargen. Über eine Produktionsagentur in Berlin fand sie schließlich eine Näherei in Polen, die die Wichtel-Warms für sie produzieren kann.

Bei der Auswahl der Materialien hat ihr Umweltbewusstsein eine große Rolle gespielt. Der Stoff, die Reißverschlüsse und Klettverschlüsse bestehen aus recycelten PET-Flaschen. Die wasserdichte Schicht dazwischen ist fluor- und carbonfrei. „Wenn ich ein Produkt für Familien anbiete, die gerne in der Natur sind, kann ich doch keine umweltschädlichen Materialien verwenden“, sagt Laßhofer mit Nachdruck.

Mit 89 Euro ist der Wichtel-Warm nicht ganz billig, dafür kann man ihn über mehrere Jahre tragen. Von welcher Kinderkleidung kann man das schon sagen. Auch für die Produktion in Polen hat sie sich bewusst entschieden. In China oder Vietnam hätte sie deutlich günstiger produzieren können.

Seit ein paar Wochen läuft der Verkauf über ihren Online-Shop. In den kommenden Wochen will Anne Laßhofer verstärkt in Sozialen Medien für ihren Wichtel-Warm werben. Außerdem tüftelt sie bereits an einem zweiten Produkt. „Viele Erwachsene haben mich gefragt, ob es so etwas wie den Wichtel-Warm nicht auch für sie gibt“, sagt sie. Noch nicht, aber sie arbeitet daran.

Weitere Informationen im Internet unter www.dilassi.com

Von Ralf Stork

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