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Havelland Widerspruch gegen Ablehnung der Bürgelschule
Lokales Havelland Widerspruch gegen Ablehnung der Bürgelschule
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02:15 02.06.2017
Viele Fahrräder, viele Kinder. Die Gesamtschule Bruno H. Bürgel ist seit Jahren sehr gefragt. Quelle: Bernd Geske
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Rathenow

Die Mitteilung, dass die Gesamtschule Bruno H. Bürgel in Rathenow aus rechtlichen Gründen in diesem Jahr eine komplette neue 7. Klasse an das Jahngymnasium abgeben soll, hat für Überraschung und Unverständnis gesorgt. 28 Mädchen und Jungen, die sich um einen Platz an der Bürgelschule beworben hatten, war am Freitag ein Bescheid des Jahngymnasiums zugestellt worden, dass sie mit Beginn des neuen Schuljahres dort aufgenommen werden.

Vater: „Das Wahlrecht der Eltern ist nicht berücksichtigt worden“

Wie von mehreren betroffenen Eltern zu erfahren war, haben sie begonnen, sich zu formieren. Sie wollen Widersprüche gegen ihre Bescheide formulieren, aber auch das gesamte Auswahlverfahren in Frage stellen. „Wir wollen eine Initiative gründen, um das System überprüfen zu lassen“, hat ein Vater erklärt. „Das Wahlrecht der Eltern, wo ihr Kind zur Schule gehen soll, ist nicht berücksichtigt worden.“ Aus datenschutzrechtlichen Gründen sei es nicht einfach, Kontakt zu den betroffenen Eltern zu bekommen. Trotzdem solle versucht werden, möglichst viele in die Initiative mit einzubeziehen. Gegenwärtig habe sich eine erste Gruppe gefunden, sagte ein Vater, bald solle ein Sprecher oder eine Sprecherin gewählt werden, die für die Initiative auftreten können.

Als erster rechtlicher Ansatzpunkt ist von mehreren Eltern genannt worden, dass offenbar in vielen, vielleicht sogar allen Fällen ein Aufnahmebescheid für das Jahngymnasium verschickt worden ist, aber ein Ablehnungsbescheid der Bürgelschule nicht beigefügt war, wie es wohl hätte getan werden müssen.

Die Bürgelschule wird seit vielen Jahren sehr stark nachgefragt

Hauptgrund der großen Zahl von Ablehnungen ist, dass die Bürgelschule seit Jahren sehr stark nachgefragt wird. Um die 112 Plätze in den vier neuen 7. Klassen hatten sich diesmal 177 Mädchen und Jungen beworben. Laut Vorschrift darf aber nur ein Drittel aller Siebtklässler das Abitur als Schulziel haben. So kam es, dass die zensurenstärksten 36 Mädchen und Jungen aufgenommen werden, die nächstfolgenden 28 mit Abiturwunsch aber an das Jahngymasium umgeleitet werden sollen. „Das ergibt doch gar keinen Sinn, dass die Abgelehnten die weniger Leistungsstarken sind“, stellt eine Mutter fest, „es ist doch komplett falsch, dass sie am Gymnasium das Abitur nach sechs Jahren machen sollen, wobei sie an der Gesamtschule ein Jahr mehr dafür hätten.“

Die Eltern haben auch als Ziel vorgegeben, für die kommenden Jahre das Auswahlverfahren einfacher und nachvollziehbarer zu machen. Den stark nachgefragten Schulen müsse per Gesetz die Möglichkeit gegeben werden, ihr Profil zu entwickeln. Die Begrenzung für Gesamtschulen auf nur ein Drittel der Schüler mit Abitur-Wunsch müsse abgeschafft werden.

Von Bernd Geske

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