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Widerstand gegen horrende Ausbaukosten

Straßen in Falkensee Widerstand gegen horrende Ausbaukosten

Mit bis zu 15 000 Euro Straßenbaubeiträgen haben die Anwohner der Turmfalkenstraße und des Schlosserwegs in Falkensee gerechnet, dieses Geld haben sie beim Hausbau einkalkuliert. Dass die Kosten jetzt deutlich über dem liegen, was in der Gartenstadt üblich ist, damit haben sie nicht gerechnet.

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Doris und Hans-Joachim Hoffmann haben zwar mit Straßenbaubeiträgen gerechnet, jedoch nicht in den nun veranschlagten Dimensionen.

Quelle: Laura Sander

Falkensee. Die schmale Einfahrt in den Falkenseer Schlosserweg ist im Vorbeifahren leicht zu übersehen. Wer nicht Anwohner oder Hundebesitzer ist, hat die kleine Anliegerstraße wohl noch nie bewusst wahrgenommen. Nicht einmal 20 Anlieger leben hier auf der einen Straßenseite, auf der anderen beginnt hinter dem kleinen Königsgraben bereits Dallgower Gemarkung. Der unverstellte Blick auf die begrünte Freifläche wird den Anliegern nun zum Verhängnis. „Als wir hier gebaut haben, war uns natürlich bewusst, dass die Straße eines Tages ausgebaut werden würde. Wir haben mit Kosten von bis zu 15 000 Euro gerechnet“, sagt Hans-Joachim Hoffmann, einer der ersten Bauherren im Schlosserweg. Dass der Ausbau ihres kleinen Weges nun deutlich teurer werden soll, hat den Rentner überrascht. „Bei der ersten Informationsveranstaltung im März war von knapp 40 000 Euro für ein 1000 Quadratmeter großes Grundstück die Rede. Kann nicht irgendetwas getan werden, um von den hohen Kosten herunterzukommen“, fragt Anwohner Chris Grupe.

Drastische Situation für Anwohner

Noch drastischer stellt sich die Situation für die Anwohner der Turmfalkenstraße dar. Sechs Anlieger auf der einen und wiederum der Königsgraben auf der anderen Seite. „Erste Kostenschätzungen haben ergeben, dass 40 000 bis 56 000 Euro pro Grundstück anfallen könnten. Mit diesen Summen haben wir nicht gerechnet, einige Anwohner müssten ihre Häuser aufgeben, sollte es tatsächlich zum Bau kommen“, so Anwohner Hermann Storm.

Ungünstige Voraussetzungen

Im Schlosserweg wie auch in der Turmfalkenstraße gibt es denkbar ungünstige Voraussetzungen. „Zum einen müssen die Kosten auf die sehr wenigen Anwohner verteilt werden, zum anderen ist der Baugrund sehr schlecht. Wir haben recherchiert, was noch so ginge – und zwar fern ab vom Kriterienkatalog für den Anliegerstraßenbau“, erklärt Falkensees Baudezernent Thomas Zylla (CDU). Die günstigste Ausbauvariante würde die Anwohner des Schlosserweges rund 20  000 Euro plus Straßenbeleuchtung und für die Anlieger der Turmfalkenstraße rund 30 000 Euro kosten – ohne Gehweg, so Zylla. „Das ist eine ganz andere Hausnummer, trotzdem müssen wir jetzt besprechen, ob wir dem Ausbau in der Form zustimmen oder ob er zurückgestellt werden soll. Bislang haben wir kein Problem mit der Straße, sie wurde erst im vergangenen Jahr glattgeschoben“, so Doris Hoffmann aus dem Schlosserweg.

Zahlungsbescheide 2019

Bei einer Zustimmung würde der Bau der Straßen bereits im kommenden Sommer beginnen, die Zahlungsbescheide würden den Falkenseern dann 2019 ins Haus flattern. „Zuvor muss jedoch das Gespräch mit Dallgow-Döberitz gesucht werden. Derzeit fallen für die Grünflächen zwar keine Beiträge an, was passiert jedoch, wenn Dallgow die Fläche irgendwann bebaut“, fragt sich Doris Hoffmann. Dann hätten die Anwohner auf Falkenseer Seite bereits die komplette Straße bezahlt.

Vorläufig ist auf Dallgower Seite nichts in Planung, das könne sich jedoch schnell ändern, denn auch in Falkensees Nachbargemeinde ist der Zuzug ungebrochen. „Das Vorhaben sollte solange zurückgestellt werden, bis geklärt ist, ob und wann Dallgow etwas plant. Wir müssen diese spezielle Situation entschärfen“, sagt Thomas Fuhl (CDU). Sonderlösungen für solche speziellen Fälle fordert auch Dirk Weicke: „Man muss auch mal außerhalb der Regel denken und handeln. Provisorische Lösungen, die einen Bruchteil kosten, wären hier angebracht“, so der sachkundige Bürger.

Noch sei kein Beschluss gefasst, die Beitragshöhen seien reine Schätzungen, so Baudezernent Zylla. „Wir sind am Anfang des Verfahrens, die Entscheidung, ob gebaut wird, kommt noch. Doch selbst wenn erst in einigen Jahren gebaut wird – die Kosten werden nicht geringer, sondern steigen eher noch“, gibt Bürgermeister Heiko Müller (SPD) zu bedenken.

Von Laura Sander

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