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Havelland Wie Bauer Lucke die Fliegen vertrieb
Lokales Havelland Wie Bauer Lucke die Fliegen vertrieb
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21:08 04.09.2017
Ochsenblut, Eidotter, Gänsekot und Urin – so entsteht eine Wandfarbe, die sogar Fliegen vertreibt. Quelle: foto: Joachim Wilisch
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Premnitz

Ute Lucke-Polz kann sich auf das Leben, wie es früher auf dem Luckehof in Premnitz ablief noch gut erinnern. Doch die Wand, die in einem der Zimmer auf dem Gehöft an der Alten Hauptstraße freigelegt wurde, überraschte auch sie. „Wir haben das untersuchen lassen und festgestellt, dass der alte Bauer Lucke hier offenbar eine ganze Wand präpariert hat, um Fliegen aus einem Raum herauszuhalten.“

Das Rezept

Was alles in der Farbe, die eher wie ein Gemisch aus zahlreichen gedeckten Tönen aussieht, ist, steht in einem Rezept. Gänsekot wurde auch verwendet. Außerdem: Eidotter, Ochsenblut, Ruß, Grünspan,Spinat, Kuhmist, Leinöl und Lehm. Verdünnt wurde das mit Urin. „Der Bauer Lucke hatte zumindest bei seinen Mahlzeiten Ruhe vor den Fliegen, die es hier immer in großer Zahl gab“, sagt Ute Lucke-Polz.

Eine von vielen Attraktionen

Die Wand, die Fliegen vertreibt, ist allerdings nur eine von vielen Attraktionen auf dem Hof. „Es kommen inzwischen viele Schulklassen, die wissen wollen, wie das Leben auf einem großen Gutshof früher war“, sagt Ute Lucke-Polz. Und sie berichtet von einer anderen Entdeckung. Ein großer Maulbeerbaum ist ein Paradies für Seidenspinnerraupen. Die Fäden der Seidenspinnerraupe werden inzwischen in der Medizin genutzt. Da sie sich selbst auflösen aber gut halten, sind sie für Chirurgen interessant. „Das soll kein Geschäftszweig werden“, sagt die Leiterin des Hofes. Aber so könne man nachvollziehen, wie das funktioniert.

Fahrradstützpunkt floriert

Auch der Fahrradstützpunkt floriert inzwischen. „Ich glaube schon, dass das Angebot inzwischen bekannt ist und einen festen Interessentenkreis hat“, sagt die Leiterin.

Programm zum kommenden Wochenende

Am kommenden Wochenende – zum Tag des offenen Denkmals – öffnet auch der Luckehof seine Pforten. Am 10. September, nach der Begrüßung um 11 Uhr, gibt es ein buntes Programm mit Joe Harper, Junker Jörg, dem Posaunenchor, einem Auftritt von Martin Luther, einem Zauberkünstler und vielen weiteren Angeboten.Nikolaus Lucke, kam 1728 als Kossäte nach Premnitz. Sein Sohn Peter Lucke übernahm 1755 einen Hof durch Heirat, später auch Flächen vom Hof seines Vaters und Bruders. Siegfried Meier buttert und erklärt Bauernregeln, Filme werden gezeigt und die Schule beteiligt sich mit dem Projekt Denkmal-Aktiv.

Der Blick zurück

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts waren die Leute vom Lucke-Hof am öffentlichen Leben des Dorfes beteiligt. Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Luckes im Vorstand der örtlichen Spar- und Darlehenskasse, im Kirchenrat und im Gesangsverein „Harmonie“ vertreten.

Nach dem Ableben des letzten Lucke-Bauern im Jahr 1990 bemühte sich die Familie mit dem im Jahre 2001 gegründeten Förderverein Lucke-Hof um die Erhaltung und Nutzung dieses unter Denkmalschutz stehenden Vierseitenhofes.

Von Joachim Wilisch

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