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Havelland Wie Sand im Getriebe
Lokales Havelland Wie Sand im Getriebe
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06:37 12.08.2014
Windradtransporte in die Ukraine setzen derzeit aus Quelle: Archiv
Havelland

In einem normalen Sommer hätte Christof Pikos mittlerweile mehrere Mähdrescher in die Ukraine gebracht. Er hätte eine Trafostation dorthin transportiert und Rotorblätter von Windkraftanlagen. Für den Bau einer russischen Pipeline hätte er zudem Rohre und Bagger angeliefert. Doch dies ist kein normaler Sommer, sondern einer, in dem sich Russland und die Ukraine im Krieg befinden und die Europä ische Union Wirtschaftssanktionen verhängt hat. Statt Schwertransporter nun seiner russischen und ukrainischen Kunden zu begleiten, sitzt Christof Pikos in seiner Firma in Wustermark und lacht leicht bitter.

„Seit drei, vier Monaten läuft gar nichts mehr in die Richtung. In der Region steht alles still“, sagt er. Weniger, weil die Sanktionen bereits greifen, sondern weil die Unternehmen Angst um ihr Gut hätten. Rund 350 märkische Firmen sollen direkt von der Krise betroffen sein. Pikos selbst brechen nach eigener Einschätzung derzeit rund 20 bis 30 Prozent seiner Geschäfte weg. Trotzdem bleibt er gelassen. „Wir fahren einfach etwas anderes“, sagt der Unternehmer. „Arbeit haben wir genug.“ Darüber hinaus hat er Glück, nicht allein auf den Transport von Schwerlasten angewiesen zu sein: Sein zweites Standbein, die Produktion von Wechselverkehrszeichen, wird von dem Ukraine-Konflikt nicht beeinflusst.

Deutlich weniger entspannt als der Wustermarker ist der Chef des Folienherstellers Orafol aus Oranienburg, Holger Loclair. Er klingt ziemlich erbost: Es habe vorschnelle Entscheidungen und Zusagen gegenüber der Ukraine gegeben – noch bevor die EU über die Machtverhältnisse dort Bescheid gewusst habe. Die Sanktionspolitik gegenüber Russland sei für ihn „das Allerletzte“. Jetzt führe die politische Unsicherheit in Russland zu wirtschaftlichen Einbrüchen und damit auch zu einem Rückgang der Geschäfte von Orafol. „Was sich hier widerspiegelt, ist die total verfehlte Politik der EU“, sagt Loclair. Für Orafol bedeute das konkret zehnProzent weniger Umsatz in Russland. Jährlich setzt das Unternehmen dort 50 Millionen Euro um.

Die Sanktionen wirkten wie „Sand im Getriebe“, sagt auch der Vorstandsvorsitzende des Frankiermaschinenherstellers Frankotyp in Birkenwerder, Hans Szymanski. Die politische Entwicklung beobachte man mit Skepsis. Fünf Prozent ihres Umsatzes macht die Firma bislang mit russischen Handelspartnern.

Um belastbare Daten zu den Auswirkungen des Konflikts zwischen der Ukraine und Russland und den Effekten der Wirtschaftssanktionen zu erhalten, startet die Außenhandelsabteilung der Industrie- und Handelskammer Potsdam dieser Tage eine Umfrage unter den Mitgliedsbetrieben. Derzeit wird der Fragenkatalog erarbeitet. Das klingt einfacher als es offenbar ist – die Mitarbeiter würden immer wieder von aktuellen Ereignissen eingeholt, heißt es aus der Pressestelle.

Von Jana Einecke und Klaus D. Grote

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