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Wie Taxifahrer den Silvesterabend erleben

Taxi, bitte! Wie Taxifahrer den Silvesterabend erleben

Fred Meier ist selbst 19 Jahre lang Taxi gefahren und schob regelmäßig Schichten am Silvesterabend. Im Gespräch mit der MAZ erinnert sich der Unternehmer an kuriose Begegnungen am Neujahrsmorgen und spendable Fahrgäste. Die ersten Vorbestellungen für Fahrten an Silvester sind bereits Mitte November bei ihm eingegangen.

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Am Silvesterabend sind nur noch wenige Taxis für spontane Fahrten verfügbar.

Quelle: Josephine Mühln

Rathenow. Fred Meier fuhr 19 Jahre selbst Taxi – regelmäßig auch am Silvesterabend. Seine Firma „Taxi Meier“ feierte in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum. Von seinen aktuell 46 Mitarbeitern sind über die Weihnachtsfeiertage und am Silvesterabend 90 Prozent im Einsatz. Im Gespräch mit der MAZ spricht der Unternehmer über witzige Begegnungen am Neujahrsmorgen, spendable Fahrgäste und die richtige Planung im Vorfeld.


MAZ:
Herr Meier, worin unterscheidet sich für Taxifahrer der Silvesterabend von anderen Abenden?

Fred Meier: Der unterscheidet sich vor allem darin, dass alle Leute zuerst zwischen 17 und 20 Uhr ein Taxi brauchen, um zu ihrer Feier zu kommen und dann wieder von zwei Uhr bis 2.30 Uhr – um nach Hause zu kommen. (lacht)

Machen Taxiunternehmen am Silvesterabend also den Umsatz des Jahres?

Meier: Nein. Silvester ist zwar ein besonderer Abend, aber es ist nicht die umsatzstärkste Nacht des Jahres. Dazu zählen eher Weihnachten und die übrigen Feiertage.

Freut man sich als Taxifahrer auf den Silvesterabend oder fürchtet man ihn eher?

Meier: Fürchten tun wir uns vor dem Abend nicht, nein. Wir machen das jetzt seit 25 Jahren und planen die Fahrten an diesem Abend natürlich rechtzeitig – für uns ist das dann wie ein normaler Arbeitstag mit dem Unterschied, dass 95 Prozent der Fahrten Vorbestellungen sind.

Wie kann man sich Ihre Planung genau vorstellen?

Meier: In anderen Nächten ergeben sich die Fahrten durch Anrufe in unserer Zentrale. Für den Silvesterabend sind wir schon lange vorher ausgebucht – die Mitarbeiter haben feste Aufträge. Wir halten nur ein paar Fahrzeuge für Notfälle zurück. Die Planung beginnt am 15. November und zehn Tage später sind wir meist schon ausgebucht.

Klingt nach einem straffen Programm für die Fahrer...

Meier: Das ist es auch. Und ich möchte mich an dieser Stelle bei all meinen Mitarbeitern für ihren ganzjährigen Einsatz bedanken – besonders an den Feiertagen und dem hinter uns liegenden Buga-Jahr.

Welche ist ihre schönste Erinnerung an einen Silvesterdienst?

Meier: Die kuriosen Begegnungen erlebt man eigentlich am Neujahrsmorgen. Ich kann mich zum Beispiel noch an einen Fahrgast erinnern, der in Rathenow am Bahnhof gelandet ist, aber eigentlich von Berlin nach Frankfurt/Oder wollte – er ist also komplett in die falsche Richtung gefahren. Er war im Zug gleich eingeschlafen und die erste Frage an mich war: ’Wo bin ich denn jetzt hier?’. (lacht)

Wie ist die Stimmung der Fahrgäste zum Jahreswechsel?

Meier: Die ist meist ausgelassen, die Leute sind in Feierlaune. Fast alle sind sehr pünktlich, weil sie ja auch pünktlich bei ihrer Feier sein wollen.

Bestimmt sind die Fahrgäste dann auch besonders spendabel, wenn sie so gut drauf sind?

Meier: Das stimmt. Man muss aber dazu sagen, dass die Leute an Feiertagen generell großzügiger sind.

Sind alle Altersgruppen vertreten oder fahren überwiegend junge Leute nach der Silvesterparty mit dem Taxi nach Hause?

Meier: Nein, das ist bunt gemischt. Wir fahren zum Beispiel eine ältere Dame aus Rathenow-Ost jedes Jahr – obwohl sie in ihrer Straße immer nur ein paar Hausnummern weiter will. Aber sie hat Angst vor der Knallerei und lässt sich lieber fahren.

Inwieweit hat Ihr Fuhrpark schon Schäden durch Böller und andere Knallkörper davon getragen?

Meier: Wir haben leider regelmäßig Reifenschäden – allerdings nicht durch Böller, sondern durch Glasscherben, die auf der Straße liegen. Und ein Mal hat es richtig gekracht, da flog eine Rakete durch die Frontscheibe eines Wagens. Verletzt wurde dabei aber zum Glück niemand. Wir versuchen auch, um Mitternacht alle Taxis für 15 Minuten von der Straße zu holen. Wenn die ganz große Knallerei los geht, kommt man in der Stadt ohnehin nicht mehr gut voran.

Interview: Josephine Mühln

Von Josephine Mühln

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