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Wie die Semliner zu ihren Namen kamen

Heimatgeschichte im Westhavelland Wie die Semliner zu ihren Namen kamen

Familiennamen wie Rhinow, Richter oder Fischer gibt es im Westhavelland viele. Heimatforscherin Heike Brett aus Semlin ist der Herkunft dieser Nachnamen nachgegangen. Sie hatte bei einem Vortrag im Semliner Gasthof auch Beispiele parat, die auf persönliche Eigenschaften der Menschen deuten.

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Heike Brett übergibt dem Ortsvorsteher Alfred Mantau eine Kopie der ersten urkundlichen Erwählung von Semlin im Jahre 1441 im Kurfürstlichen Lehn-Capitelbuch Band XX.

Quelle: foto: n. stein

Semlin. Auf einem Foto aus den Jahren um 1875 ist der ehemalige Gasthof Schmidt in Semlin abgelichtet. Auch eine Scheune und weitere Objekte sind zeigt die Aufnahme. Es ist eines der ältesten Fotos von Semlin, mit dem die Heimatforscherin Heike Brett am Sonntag rund 50 Besucher zu einem interessanten Nachmittag der „Semliner Winterakademie“ im Gemeindehaus begrüßte. Doch wie sind die Menschen einst zu ihren Familiennamen gekommen und welche Herkunft haben Semliner Bauernfamilien? Antworten auf diese und weitere Fragen gab Heike Brett nach einer Kaffeetafel in einen einstündigen Vortrag.

„Wie Hinz und Kunz“ ist eine noch heute bekannte Redewendung. Früher wurden so oft „kleine Leute“ genannt, begann Heike Brett zu erzählen. Die Verwendung von Familiennamen begann in Deutschland etwa im 12. Jahrhundert und stand im engen Zusammenhang mit der Entwicklung von Städten. Um Einwohner mit gleichen Vornamen eine genaue Anschrift zuordnen zu können, wurden Familiennamen üblich und schließlich gesetzlich eingeführt. Auf dem Lande ging der Prozess etwas langsamer vonstatten.

Ab dem 19. Jahrhundert Namen

Im 19. Jahrhundert hatten dann auch in Semlin auch alle Einwohner einen Familiennamen. Die Namen sind unterschiedlichen Ursprungs. Eine angewandte Möglichkeit war die Herkunft der Menschen.

Familiennamen wie Rhinow, Osterburg, Bading, Wagenitz, Braunschweig oder Holstein nannte Heike Brett als Beispiel aus Semlin. Auch Berufe wie Richter, Müller, Köhler, Fischer, Schuhmacher oder Böttcher machten sich Semliner als Nachnamen zu eigen. Kluge, Schönemann, Wolf, Lange oder Fuchs nannte Heike Brett als Beispiele, die auf persönliche Eigenschaften der Menschen deuten und für die Namensgebung keine unwesentliche Rolle gespielt haben dürften.

Seit 575 Jahren gibt es Semlin

Die erstmalige urkundliche Erwähnung von Semlin legt 575 Jahre zurück. Eine Kopie der ersten Erwähnung des Dorfes im Jahre 1441 im Kurfürstlichen Lehns-Capitelbuch Band XX übergab Heike Brett am Sonntag dem Ortsvorsteher Alfred Mantau.

„Eingebettet“ hatte sie die Übergabe in den zweiten Teil ihres Vortrages, den sie der Herkunft Semliner Bauernfamilien am Beispiel der Familien Hoppe und Brunow widmete. Bis ins 18. Jahrhundert reicht die Geschichte beider Familien zurück in Semlin. Oder wie Heike Brett sagte: „Zurückverfolgen lässt sich ihre Geschichte über sechs bis acht Hochzeiten“. Eine von Helmut Neitzel erstellte und vorgeführte Videoanimation von Heinrich Seidels (1842-1906) Gedicht „Leuchtemännchen von Ferchesar“ rundete den heimatgeschichtlichen Nachmittag gut ab.

Von Norbert Stein

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