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Wie ein Biber für Staualarm sorgte

Havelland Wie ein Biber für Staualarm sorgte

Der Biber knabbert und baut gerne – das hat in einer Gemeinde im Havelland für mächtig Aufregung gesorgt. Dort haben die Tiere einen rund 80 Zentimeter hohen Damm gebaut. Die Folge: in vielen Häusern liefen die Keller voll. Das brachte viele Anwohner auf die Palme. Nun ist der Damm weg – die Probleme aber nicht.

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Der Biber knabbert gern die Rinde von Weidenästen ab.

Quelle: dpa

Wustermark/Hoppenrade. Der Biberdamm im Pelsterlakengraben an der Landesstraße 204 ist weg. Die Nachricht wird bei vielen Hoppenradern, Wernitzern und Bewohnern der Siedlung in Wustermark für eine gewisse Beruhigung sorgen. Hat doch der kleine Nager in den vergangenen Wochen mächtig Ärger in der Gemeinde Wustermark verursacht. Und es droht eine Fortsetzung.

„Halb Hoppenrade säuft ab, nur weil ein Tier mehr Beachtung findet als die Menschen“, schimpft der Hoppenrader Thomas Türk. Obwohl er als Grüner das Wohl von Tieren im Sinn hat, höre beim Biber sein Verständnis auf. Auch der Wustermarker Manfred Rettke aus der Siedlung Wustermark hat die Folgen des Wirkens des Bibers zu spüren bekommen. Er sagt: „Bei uns im Keller stand zwei Zentimeter hoch das Wasser.“

Der Pelsterlakengraben ist die Hauptstraßenentwässerung für Wernitz. Wenn der komplett zu ist, wird das Wasser zurück gedrückt und sorgt in den umliegenden Ortschaften für feuchte Wiesen, Äcker und auch Keller. Genau das ist unter anderem geschehen, weil der Biber in einer Engstelle des Grabens einen Damm gebaut hat. Der soll zwischenzeitlich sogar 80 Zentimeter hoch gewesen sein, so dass kein Wasser mehr abfließen konnte.

Auch Bäume standen schief

Bereits im Mai dieses Jahres hatte Hoppenrades Ortsvorsteher Uwe Menzel „Biberalarm“ geschlagen (MAZ berichtete), weil der Damm immer größer wurde und benachbarte Bäume unter Wasser standen. Einige Erlen waren sogar umgekippt. Doch die Lage beruhigte sich wieder bis im September bei einer Begehung des Grabens erneut festgestellt wurde, dass nichts abfließt.

Mitte Oktober stellte die Gemeinde Wustermark einen Antrag zum Entfernen des Biberdammes an die Unterere Naturschutzbehörde des Landkreises Havelland (UNB). Darin schrieb Bauamtsleiter Wolfgang Scholz: „Das Grabenwasser läuft schon in das angrenzende Wäldchen.“ Außerdem wies er darauf hin, dass sogar der Radweg entlang der L 204 bei Hoppenrade in Mitleidenschaft gezogen werden könnte, weil einige Bäume schief stehen und im Falle des Umkippens auf den Radweg fallen und dort Menschen verletzen könnten.

Doch einfach zustimmen, einen Biberdamm wegreißen zu lassen – das tat die UNB nicht. Die beauftragte einen Baumgutachter, der sich die Bäume entlang des Radweges an der L 204 bei Hoppenrade ansehen sollte. Erst wenn dessen Gutachten vorliegen würde, könne man über den Antrag der Gemeinde Wustermark entscheiden, hieß es.

„Wir durften den Biberdamm entfernen“

Inzwischen wurde auch der Wasser- und Bodenverband Nauen eingeschaltet. Der sollte im Auftrag der Gemeinde eine Biberdrainage im Pelsterlakengraben legen, damit etwas Wasser abfließen kann. Doch daraus wurde nichts, weil die angrenzende Wiese in einem Maße durchfeuchtet sei, dass der Graben mit schwerer Technik nicht erreichbar ist, so der Verband.

Dann trat wieder Hoppenrades Ortsvorsteher in Aktion. Uwe Menzel teilte der UNB die dramatische Situation erneut mit. Er warnte dabei sogar vor der Gefahr, dass Kinder auf der Wiese und im Wäldchen „im Morast versinken könnten.“ Auch Bauamtsleiter Wolfgang Scholz wies noch mal auf die Kontrollpflicht zur Standsicherheit der gefährlich werdenden Bäume im Wäldchen hin. Als schließlich der Wasser- und Bodenverband auch noch Schäden an einer Böschung feststellte und Gefahr im Verzug meldete, lenkte die UNB ein. „Wir durften den Biberdamm entfernen“, sagte Sebastian Steiner vom Nauener Verband. Jetzt ist zwar die Quelle des Wasserstaus beseitigt, der Biber aber ist noch da. Und der baut viel und gern.

Von Jens Wegener

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