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Wie soll der Verkehr durchs Zentrum?

Falkensee Wie soll der Verkehr durchs Zentrum?

Was passiert im Falkenseer Zentrum, wenn die alte Stadthalle abgerissen sein wird? Wie soll der Verkehr auf der Seegefelder Straße, der Bahnhofstraße und anderswo im Bereich geführt werden? Welche Bauten entstehen? Um diese umstrittenen Fragen ging es bei einer Sondersitzung des Stadtentwicklungs-Ausschusses. Zwei Experten legten eine Analyse vor.

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Christian Spath (r.) und Michael Schreiber haben bei der Ausschuss-Sondersitzung ihre Bereichsuntersuchung präsentiert.

Quelle: Stefan Kuschel

Falkensee. So kann es gehen mit Ortsterminen: plötzlich werden sie hektisch nach drinnen verlagert, obwohl es draußen noch einiges zu sehen gegeben hätte. Da standen die Mitglieder des Falkenseer Stadtentwicklungsausschusses also Donnerstagabend vor der alten Stadthalle und ließen sich von Baudezernent Thomas Zylla (CDU) ins Bild setzen über mögliche Trassenführungen. Aber dann wurde der Himmel dunkel, Regen kündigte sich an. Der Ausschuss, der sich zu einem Sondertermin zu den umstrittenen Fragen getroffen hatte, wie der Verkehr nach Abriss der alten Stadthalle durchs Zentrum geführt wird und wie die frei werdende Fläche gestaltet werden kann, machte schon früher als geplant in der neuen Stadthalle weiter.

Dort gaben Christian Spath vom Büro Spath & Nagel sowie Michael Schreiber vom Büro LK Argus einen Überblick über die „Bereichsuntersuchung“, die die Stadtverordneten in Auftrag gegeben hatten. Doch schon bald wurde auch an diesem Abend klar: es bleiben weiter viele Fragezeichen in der Debatte stehen. Verkehrsentlastung auf der Bahnhofstraße? Autoströme von Nord nach Süd oder andersrum durch eine Einbahnstraße? Welche Neubauten mit welchen Parkmöglichkeiten gibt es? Und: welcher Investor greift wie tief in die Tasche? Komplett verlässliche Antworten und eine Königslösung gibt es nicht – und vor allem auch noch keinen politischen Konsens.

Die beiden Vortragenden legten insgesamt fünf mögliche Plan-Varianten vor – vom sehr behutsamen Eingriff bis hin zum massiven Zugriff auf die Fläche der bisherigen Stadthalle und einen Teil des Gutsparks, den die sogenannte Bogen-Lösung mit sich brächte. Dabei würde, kurz gesagt, an der Kreuzung Seegefelder Straße / Ecke Bahnhofstraße ein Kreisel entstehen. Die Seegefelder Straße würde dann quasi in einem weiten Bogen Richtung Gutspark um das alte Stadthallen-Areal in Richtung Scharenbergstraße herumgeführt und in Richtung Post- und Hansa-Straße durchgezogen werden. SPD-Fraktion und auch die Verwaltungsspitze favorisieren diese Lösung, fanden dafür in der Stadtverordnetenversammlung (SVV) aber keine Mehrheit. Die Mehrheit dort zieht eine Lösung vor, bei der Gutspark, und alte Stadthallen-Fläche unangetastet bleiben und der Verkehr in einer Abbieger-Variante über Seegefelder Straße, Straße am Gutspark und Scharenbergstraße geleitet wird. So verpönt ist in dieser Meinungsgruppe die „Bogenlösung“, dass sie in der Analyse von Christian Spath und Michael Schreiber eigentlich nicht hätte betrachtet werden dürfen – ein Umstand, der auch mit dem Bürgermeister-Wahlkampf von Heiko Müller (SPD) und Barbara Richstein (CDU) zu tun hat, der die Fronten im politischen Tagesgeschäft hatte verhärten llassen. Spath setzte sich freilich über das „Verbot“ hinweg und vertrat dies im Ausschuss freundlich-stilvoll: „Ich habe mir erlaubt, die von Ihnen verpönte Variante auch mal zu betrachten ...“ Widerspruch gab es nicht. Ausschuss-Chef Hans-Peter Pohl (CDU) betonte zu Beginn: „Bitte heute keine Grundsatzdebatten, wir wollen nur unseren Kenntnisstand erweitern.“ Immerhin: das dürfte gelungen sein.

Von Stefan Kuschel

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