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Wie weiter in der Stadtentwicklung bis 2030?

Premnitz Wie weiter in der Stadtentwicklung bis 2030?

Die Stadt Premnitz lädt am 7. Juli um 18.30 Uhr in der Aula der Oberschule ein, damit die Einwohner über den Entwurf des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes (Insek) diskutieren können. Das Insek soll Ende Dezember von den Stadtverordneten beschlossen werden. Es geht vor allem um die Frage, wo in Premnitz künftig weiter Wohnungen abgerissen werden.

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Die bislang letzte Abrissmaßnahme setzte die WBG Premnitz im Frühjahr 2015 in der Nexö-Straße um.

Quelle: Bernd Geske

Premnitz. Geht es wie vorgesehen, dann beschließen die Premnitzer Stadtverordneten auf ihrer nächsten Sitzung am 29. September ein neues Integriertes Stadtentwicklungskonzept, kurz Insek genannt. Das damit im vergangenen Jahr beauftragte Planungsbüro hat den Entwurf jetzt fertig gestellt. Bevor er in die städtischen Ausschüsse zur Beratung kommt, müssen die Bürger der Stadt am Verfahren beteiligt werden. Deshalb hat die Verwaltung für Donnerstag, den 7. Juli, um 18.30 Uhr in die Aula der Oberschule am Mühlenweg zu einer Diskussionsveranstaltung eingeladen. Es wird darüber gesprochen, wie die Stadt sich bis 2030 entwickeln soll.

„Wir haben es in der Hand zu sagen, wohin wir jetzt wollen“, erklärt die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Kapitza. 2007 sei erstmals für Premnitz ein Insek aufgestellt worden, das dann 2009 und 2010 fortgeschrieben wurde. Es gehe um die Stärkung des Stadtzentrums, Förderung von Wirtschaft und Bildung, Entwicklung von nachgefragtem Wohnraum, die Sicherung der sozialen und sonstigen Infrastruktur. „Ohne Integriertes Stadtentwicklungskonzept“, hieß es im März 2015 in der Vorlage zur Aufstellung des Dokumentes, „gibt es in Zukunft keine Fördermittel mehr.“

Zu treffen sind vor allen Dingen weitere Aussagen dazu, wie in den nächsten Jahren der Stadtumbau weitergehen soll, weil der Einwohnerrückgang sich fortsetzen wird. Zwar sei die gegenwärtige Zahl der Einwohner etwas besser, als es die Prognosen von 2007 besagten, teilt Carola Kapitza mit. In der Vorhersage hatten für den jetzigen Zeitpunkt 8 451 Einwohner gestanden. Ende 2015 sind es aber tatsächlich 8 788 gewesen. Da die Ortsteile Döberitz 683 und Mögelin 1417 Einwohner zum Stichtag hatten, ergibt das für Premnitz allein 6 688 Einwohner.

Die derzeit geltende Landesprognose sagt Premnitz mit Döberitz und Mögelin für das Jahr 2030 genau 6 860 Einwohner voraus – was für die Stadt ohne Ortsteile wohl einen Wert um die 5000 Einwohner ergibt. Das ist ein beachtlicher Schwund angesichts dessen, dass die Stadt allein zur Wendezeit noch 11 200 Einwohner hatte. „Gegenwärtig ziehen mehr Einwohner her als weg“, sagt Carola Kapitza, „aber es sterben pro Jahr ungefähr 100 Premnitzer mehr als geboren werden.“ Der Anteil der älteren Einwohner werde wachsen. In Bezug auf die Generation 65+ soll deren Anteil in Premnitz laut Prognose 2020 bei 33,8 Prozent und 2030 bei 36,9 Prozent liegen.

Zum weiteren Abriss von Wohnraum gibt es keine Alternative. Im Rahmen des Stadtumbauprogramms, berichtet Carola Kapitza, seien in Premnitz bislang 758 Wohnungen abgerissen worden. Die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Premnitz plane von 2016 bis 2018 den Rückbau von 180 Wohnungen in der Bunsenstraße 1 bis 15, dann werde sie noch 100 leer stehende Einheiten haben. Bei der Premnitzer Wohnungsbaugesellschaft (PWG) sei gegenwärtig ein Leerstand von 148 Wohnungen zu verzeichnen.

„Wir müssen was tun“, stellt Carola Kapitza fest. Es müsse festgelegt werden, wo in den nächsten Jahren der Abriss stattfinden soll. Denkbar seien verschiedene Bereiche im Zentrum, die Neue Waldstraße und der Mühlenweg. Obere Etagen stünden leer, Erdgeschosswohnungen würden gesucht, altersgerechtes Wohnen werde mehr und mehr gebraucht. Es müssten attraktive Wohnbereiche geschaffen werden, so die stellvertretende Bürgermeisterin, damit die vorhandenen Einwohner in Premnitz bleiben können.

Von Bernd Geske

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